SightCity Forum 2026: 3 Dinge, die dein iPhone wirklich kann: Wenn VoiceOver zu deinem Werkzeug wird
21.09.2026 25 min
Video zur Episode
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Zusammenfassung & Show Notes
Jürgen Fleger von ApfelFleger erzählt beim SightCity Forum drei persönliche Geschichten – von peinlichen Schul-Hilfsmitteln über ein lautes Braille-Notizgerät im Studium bis zum ersten Mac – und zeigt, wie aus Hilfsmitteln irgendwann selbstverständliche Werkzeuge werden. Ein Forumsbeitrag von der SightCity 2026, ganz ohne Folien.
Begrüßung & Vorstellung: Jürgen Fleger von ApfelFleger
Jürgen Fleger gründete 2010 die Firma ApfelFleger und hat seitdem viele hundert Menschen im Umgang mit iPhone, iPad und Mac geschult. Der Vortragstitel stand schon im Programm; als er ihn ausarbeitete, merkte er aber: Die eigentlich spannende Geschichte ist nicht die Technik selbst, sondern der Weg dorthin. Besonderheit des Vortrags: keine Folien, keine Bildschirmpräsentation – nur Erzählung.
Jürgen Fleger gründete 2010 die Firma ApfelFleger und hat seitdem viele hundert Menschen im Umgang mit iPhone, iPad und Mac geschult. Der Vortragstitel stand schon im Programm; als er ihn ausarbeitete, merkte er aber: Die eigentlich spannende Geschichte ist nicht die Technik selbst, sondern der Weg dorthin. Besonderheit des Vortrags: keine Folien, keine Bildschirmpräsentation – nur Erzählung.
Der Titel und sein wahres Thema: Was macht Technik mit einem Menschen?
Untertitel des Untertitels: „Eine persönliche Reise von peinlichen Hilfsmitteln zu selbstverständlicher Technologie." Fleger erklärt: Viele interessieren sich für Technik nicht wegen der Technik selbst, sondern wegen der Momente, in denen plötzlich etwas möglich wird, das durch Blindheit oder Sehbehinderung vorher schwierig war. Kein klassischer Technikvortrag mit App-Aufzählung, sondern drei kurze Geschichten aus seinem Leben.
Untertitel des Untertitels: „Eine persönliche Reise von peinlichen Hilfsmitteln zu selbstverständlicher Technologie." Fleger erklärt: Viele interessieren sich für Technik nicht wegen der Technik selbst, sondern wegen der Momente, in denen plötzlich etwas möglich wird, das durch Blindheit oder Sehbehinderung vorher schwierig war. Kein klassischer Technikvortrag mit App-Aufzählung, sondern drei kurze Geschichten aus seinem Leben.
Geschichte 1: Die peinlichen Hilfsmittel der Schulzeit
Mit 14 Jahren kam Fleger, zuvor vollsehend, an eine Sehbehindertenschule – neu, fremd, weit weg von zu Hause. Die dort bereitgestellten Hilfsmittel (ein großes Bildschirmlesegerät, ein höhenverstellbarer Schultisch, dicke „Pickellupen") empfand er als klobig und hässlich. Weil er mit 14 einfach normal sein wollte, benutzte er sie kaum – die Hilfsmittel fühlten sich für ihn wie ein Stigma an, nicht wie Unterstützung. Im ersten Zeugnis stand die Bemerkung „Jürgen benutzt seine Hilfsmittel nicht", die seine Eltern unterschreiben mussten.
Mit 14 Jahren kam Fleger, zuvor vollsehend, an eine Sehbehindertenschule – neu, fremd, weit weg von zu Hause. Die dort bereitgestellten Hilfsmittel (ein großes Bildschirmlesegerät, ein höhenverstellbarer Schultisch, dicke „Pickellupen") empfand er als klobig und hässlich. Weil er mit 14 einfach normal sein wollte, benutzte er sie kaum – die Hilfsmittel fühlten sich für ihn wie ein Stigma an, nicht wie Unterstützung. Im ersten Zeugnis stand die Bemerkung „Jürgen benutzt seine Hilfsmittel nicht", die seine Eltern unterschreiben mussten.
Geschichte 2: Das Braille-Notizgerät an der Uni
Einige Jahre später, an der Universität, war Fleger schon erfahrener im Umgang mit Hilfsmitteln, aber auch blinder – Vergrößerung half nicht mehr. Als Antwort auf die Frage, wie er sich im Studium Notizen machen könne, bekam er ein elektronisches Braille-Notizgerät (etwa DIN-A4-groß, mit laut klackernden Plastiktasten). Er lernte, im Seminar leiser zu tippen, um nicht zu stören – und hatte zum ersten Mal das Gefühl: Das ist ein Werkzeug, mit dem ich etwas schaffen kann.
Einige Jahre später, an der Universität, war Fleger schon erfahrener im Umgang mit Hilfsmitteln, aber auch blinder – Vergrößerung half nicht mehr. Als Antwort auf die Frage, wie er sich im Studium Notizen machen könne, bekam er ein elektronisches Braille-Notizgerät (etwa DIN-A4-groß, mit laut klackernden Plastiktasten). Er lernte, im Seminar leiser zu tippen, um nicht zu stören – und hatte zum ersten Mal das Gefühl: Das ist ein Werkzeug, mit dem ich etwas schaffen kann.
Geschichte 3: Der erste Mac und die Revolution in der Hosentasche
Jahre später, längst routiniert am Computer, arbeitete Fleger mit einem Kopfhörer im einen Ohr (Screenreader) und dem anderen Ohr beim Dozenten – auch das ein ständiger Kompromiss zwischen Technik, Abstürzen und Abhängigkeiten. Die große Veränderung kam mit seinem ersten Mac: Stolz, ihn eingerichtet zu haben, aber ratlos, wie er ihn um halb ein Uhr nachts wieder ausschalten sollte. Rückblickend erkennt Fleger: Alle drei Lebensphasen – der 14-Jährige, der Student, der Berufstätige – finden ihre Lösung heute gebündelt in einem einzigen Gerät in seiner Hosentasche.
Was ein Smartphone wirklich können muss
Für die meisten Menschen reichen ein paar grundlegende Funktionen: telefonieren, Nachrichten lesen und schreiben, Orientierung, Notizen machen. Zwei Beispiele aus dem Alltag: Als Fleger versehentlich eine Station zu früh in Duisburg ausstieg, löste ein Videoanruf per Smartphone binnen Sekunden ein Problem, das früher eine Katastrophe gewesen wäre. Und: Wo blinde Menschen traditionell sehr viel Gedächtnisleistung investieren müssen, entlastet ihn die Technik heute durch Diktierfunktionen, KI-gestützte Umwandlung von Sprachnotizen in Text oder To-do-Listen und sogar automatisch formulierte E-Mails.
Jahre später, längst routiniert am Computer, arbeitete Fleger mit einem Kopfhörer im einen Ohr (Screenreader) und dem anderen Ohr beim Dozenten – auch das ein ständiger Kompromiss zwischen Technik, Abstürzen und Abhängigkeiten. Die große Veränderung kam mit seinem ersten Mac: Stolz, ihn eingerichtet zu haben, aber ratlos, wie er ihn um halb ein Uhr nachts wieder ausschalten sollte. Rückblickend erkennt Fleger: Alle drei Lebensphasen – der 14-Jährige, der Student, der Berufstätige – finden ihre Lösung heute gebündelt in einem einzigen Gerät in seiner Hosentasche.
Was ein Smartphone wirklich können muss
Für die meisten Menschen reichen ein paar grundlegende Funktionen: telefonieren, Nachrichten lesen und schreiben, Orientierung, Notizen machen. Zwei Beispiele aus dem Alltag: Als Fleger versehentlich eine Station zu früh in Duisburg ausstieg, löste ein Videoanruf per Smartphone binnen Sekunden ein Problem, das früher eine Katastrophe gewesen wäre. Und: Wo blinde Menschen traditionell sehr viel Gedächtnisleistung investieren müssen, entlastet ihn die Technik heute durch Diktierfunktionen, KI-gestützte Umwandlung von Sprachnotizen in Text oder To-do-Listen und sogar automatisch formulierte E-Mails.
Drei Kernbotschaften zum Mitnehmen
Man muss nicht alles am Smartphone können – ein paar wenige Funktionen reichen für den Anfang aus. Gute Technik schafft Platz im Kopf, dafür ist sie gedacht. Und: Ein iPhone ersetzt keine Fähigkeiten, sondern hilft, sie wieder zu nutzen – bei Orientierung, beim Festhalten von Gedanken, und dabei, entspannter durch den Tag zu gehen. Am Ende geht es nicht um Technik, sondern um Erleichterung im Alltag.
Man muss nicht alles am Smartphone können – ein paar wenige Funktionen reichen für den Anfang aus. Gute Technik schafft Platz im Kopf, dafür ist sie gedacht. Und: Ein iPhone ersetzt keine Fähigkeiten, sondern hilft, sie wieder zu nutzen – bei Orientierung, beim Festhalten von Gedanken, und dabei, entspannter durch den Tag zu gehen. Am Ende geht es nicht um Technik, sondern um Erleichterung im Alltag.
Publikumsfragen: Lernangebote, Android und Braillezeile
In der Fragerunde geht es um Lernmöglichkeiten bei ApfelFleger (auch online für iPad und Mac, beim iPhone aus didaktischen Gründen meist nur in Präsenz), um Android-Geräte (Bedienungshilfen und der Screenreader TalkBack existieren, Fleger empfiehlt aber aus eigener Erfahrung das iPhone-Ökosystem), um Punktschrift am iPhone über die virtuelle Braille-Tastatur sowie darum, wie man gleichzeitig telefonieren und Notizen lesen kann.
In der Fragerunde geht es um Lernmöglichkeiten bei ApfelFleger (auch online für iPad und Mac, beim iPhone aus didaktischen Gründen meist nur in Präsenz), um Android-Geräte (Bedienungshilfen und der Screenreader TalkBack existieren, Fleger empfiehlt aber aus eigener Erfahrung das iPhone-Ökosystem), um Punktschrift am iPhone über die virtuelle Braille-Tastatur sowie darum, wie man gleichzeitig telefonieren und Notizen lesen kann.
Weitere Informationen: https://sightcity.net/f032007
Über die SightCity
Die SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net
SightCity Kontakt (Allgemein)
E-Mail: info@sightcity.net
Website: https://www.sightcity.net
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Transkript
herzlich willkommen
zum Mitschnitt des Forums vom 28.05.2026
3 Dinge die dein iPhone wirklich kann
wenn Voiceover zu deinem Werkzeug wird Referent
Jürgen Fleger
viel Spaß mit dem Vortrag
Bis dann.
vielleicht
sind Menschen im Raum
die mich nicht unbedingt schon Kennen
deswegen sage ich ganz kurz was zu Mir
Mein Name ist Jürgen Fleger
ich hab 2.010 die Firma ApfelFleger gegründet
weil ich mich um alle ihre Äpfel kümmere
und zwar aber nur die elektronischen
also keine echten Äpfel
obwohl ich manchmal damit verwechselt werde
witzigerweise in Hotels
aber genau das war also 2.010
seitdem hab ich viele hunderte
wenn ja vielleicht nicht so sogar noch mehr
Menschen geschult wie man iPhone
iPad und den Mac bedient
und hab Mir so einen recht guten ruf aufgebaut
die die mich nicht Kennen
müssen das jetzt einfach glauben so
der Titel von dem Vortrag
den sie im Programm lesen konnten war
3 Dinge die dein iPhone wirklich kann
wenn Voiceover zu deinem Werkzeug wird
als ich den Titel für diesen Vortrag abgegeben habe
da hatte ich eigentlich einen
eher technischen Vortrag im Kopf
als ich das dann ausgearbeitet hab hab ich aber gemerkt
die spannendere Geschichte
ist eigentlich gar nicht das iPhone selbst die Technik
sondern der Weg dorthin
ist die Frage
was macht Technik eigentlich mit einem Menschen
und wie werden aus Hilfsmittel irgendwann
Werkzeuge für jedermann
ich kann Mir vorstellen
dass viele von ihnen sich damit identifizieren können
weil es vielen Menschen einfach so geht
irgendwann machen die Augen nicht mehr mit
und dann braucht man gescheite Werkzeuge
und dann
gehören diese Hilfsmittel irgendwann plötzlich zum
Leben ganz selbstverständlich dazu
deshalb will ich eine kleine
Ergänzung zum ursprünglichen Titel vornehmen
ich hab einen Untertitel des untertitels hinzugefügt
sozusagen eine persönliche Reise
von peinlichen Hilfsmitteln zu selbstverständlicher
Technologie
und es gibt noch eine Besonderheit
für die Menschen im Raum
die sehen können
es wird keine
visuelle Präsentation auf der Leinwand geben
ich will sie gerne einladen
sich auf mich zu konzentrieren
auf das was ich sage
auf ihre Vorstellungskraft
und die Gewohnheit auf optische
Reize zu fokussieren
die einmal für 30 Minuten zu unterbrechen
so Lange darf ich maximal hier reden
sonst werde ich von der Bühne gefegt
ja und am Ende werden sie aber trotzdem verstehen
was das iPhone wirklich gut kann
also das werde ich einhalten ja
viele Vorträge hier beschäftigen sich ja mit Funktionen
mit Gesten mit Apps und mit Einstellungen und Techniken
und das ist auch alles sehr sehr wichtig
aber wenn wir ehrlich sind
dann interessiert uns die Technik doch eigentlich
oder die meisten Menschen
nicht wegen der Technik selbst
sondern wegen der Momente
in denen plötzlich etwas möglich wird
in denen ich plötzlich etwas kann
lösen kann was vorher schwierig war durch die Blindheit
durch die Sehbehinderung
die ja in vielen
Fällen auch noch relativ neu ist sag ich mal
ja
und ich höre zum Beispiel oft
ne das ist Mir viel zu kompliziert
ich bin nicht Technik affin genug
ja da sind wir quasi hingekommen dass Menschen glauben
das kann Mir sowieso nicht helfen
weil ich hab von Technik keine Ahnung
und ich weiß nicht wie das geht
ja ja und genau deshalb
wird es jetzt kein typischer technikvortrag hier
keine App Schlacht
wo ich Ihnen noch ne App und noch ne App
und noch ne App zeige
sondern ich Mach das mal ganz Anders
und sie können garantiert
was für sich hinterher mitnehmen
versprochen danke
ja ich erzähle ihnen einfach
3 kurze Geschichten aus meinem Leben
kein großes Ding
aber sie machen doch am Ende einen Unterschied danke
die 1. Geschichte die ich erzählen will
handelt vom dazugehören
ich war 14 Jahre alt
als ich zum 1. mal auf eine sehbehinderten Schule Kam
alles war neu und völlig ungewohnt für mich
ich war vorher sehnt vollsehend
ich war weit weg von zu Hause
und manchmal
hab ich mich auch alleine und einsam gefühlt
so in dieser neuen Situation im Internat
ich war vorher auf ner Regelschule und
plötzlich hab ich da Hilfsmittel bekommen
das kannt ich überhaupt nich vorher
ja da war so n großer Kasten
großes Bildschirm Lesegerät wie die heißen
wo Mir der Text vergrößert wurde
es gab n ganz besonderen Schultisch
weil damals war ich noch sehbehindert
und dann konnte man die Höhe verstellen
so dass ich mich nich so bücken brauchte und so und
und es gab so dicke Lupen
das waren wir nannten die sogar Pickellupen
ich weiß nicht wer wer diesen Begriff kennt
das waren so ganz bestimmt wie hoch ist das
5 Zentimeter 6 Zentimeter oder so
so aus Glas so
und alles wirkte auf mich damals
den vierzehnjährigen Jürgen
klobig und ehrlich gesagt ziemlich hässlich
ja
und ja weil das so hässlich war
wollte ich das gar nich haben denn ich wollte mit 14
das können sie vielleicht noch sich erinnern
ich wollte eigentlich nur 1
ich wollte normal sein
ja
und nicht zu dem behinderten gehören
ja und diese
Hilfsmittel fühlten sich für mich aber gar nicht
wie Unterstützung an
das war 1 Stigma
1 Schild das Allen zeigt dass ich behindert bin
also was hab ich gemacht
ich hab sie nicht benutzt danke ja
und obwohl ich sie natürlich gebraucht hätte
ich musste aber erst noch lernen
dass Hilfe annehmen nicht
nichts mit Schwäche zu tun haben muss
oder mit Schwäche zu tun hat
nein ja in meinem 1. Zeugnis
dort in der Schule stand dann auch ne Bemerkung
Jürgen benutzt seine Hilfsmittel nicht
ja und das mussten meine Eltern unterschreiben
ja damit die das gesehen haben ja
die 2. Geschichte
die ich jetzt erzähle
dreht sich um etwas mehr Freiheit
innen wie außen
es waren paar Jahre später an der Uni
da war ich schon viel weiter mittlerweile mit den
mit den Hilfsmitteln ich
kannte mich besser aus aber ich war auch viel Blinder
Vergrößerung hat nix mehr gebracht
so und an der Uni stellten sich Mir die Fragen
beim studieren
wie anderen Studenten
mit Sehbehinderung natürlich auch
wie mache ich Mir denn jetzt eigentlich Notizen
wie komme ich an Texte in Büchern heran
und wie halte ich Schritt
ohne den anderen sehenden Studenten hinterherzulaufen
inhaltlich sozusagen
als Antwort bekam ich 1 elektronisches Braille-Notizgerät
das war ungefähr DIN A 4 groß
und es war ziemlich laut beim tippen die Tasten
es waren so Plastikdinger
ne die haben da ordentlich geklackert
und es war auch ehrlich gesagt
schon wieder nicht besonders hübsch
ne ja
und damit hab ich aber dann im Seminar gesessen
und hab versucht leise mitzuschreiben
indem ich nich so fest drauf gehämmert hab
und es ging
irgendwie ging es irgendwie
ja es war zwar auch wieder n Kompromiss
ich hatte aber zum 1. mal das Gefühl
da is 1 Werkzeug mit dem kann ich was schaffen ja
und die 3. Geschichte die ich erzählen will
die handelt von meinem 1.
Mac und von einer Revolution in der Hosentasche
so das war jetzt schon viele Jahre später
und ich war längst rutiniert am Computer
ich hab ganz selbstverständlich Sprachausgaben genutzt
und beim Titten
tippen auf dem Laptop
damals noch hatte ich
ich hab 1 Kopfhörer in einem Ohr
und hab damit dem Screenreader zugehört
und das andere Ohr hatte ich beim Dozenten zum Beispiel
nimm mal jetzt mal einen der Schritte die
Ausbildung beim Hessischen Rundfunk
die ich da mal gemacht hab
hab ich dann mit dem anderen Ohr dem Dozenten zugehört
und es ging so
und doch war Technik oft wieder 1 Kompromiss
Abstürze Einschränkungen
das gab's und auch Abhängigkeiten natürlich
ja das wurde allmählich besser so von der Techniker
die Technik hat sich natürlich weiterentwickelt aber
es wurde auch komplizierter
ja ja
und dann Kam die große Veränderung in meinem
persönlichen Leben
ich hab Mir einfach n Mac gekauft
Mac das sind die Computer von Apple
und ApfelFleger heißt ja nicht umsonst so
sondern ich kümmere mich nur um Apple Geräte danke
ich hab das Gerät eingerichtet und konfiguriert
und ich war stolz wie Oskar
weil ich das hingekriegt hab
und die Uhr zeigte halb 1 Uhr nachts
ja und ich wusste dann nicht
wie ich das Ding wieder ausschalten kann
ich hab wirklich gedacht
super Jürgen läuft
der bleibt jetzt wahrscheinlich für immer an ja
ja und wenn ich Mir jetzt diese 3 Situationen anschaue
den Jungen Jürgen
den Studenten Jürgen und mich später Jürgen
ja
dann wird Mir heute was klar
all diese Probleme trage ich heute
gelöst in meiner Hosentasche in einem einzigen Gerät
und das kann ich sogar einfach hochhalten
für die die es sehen können das is n iPhone
ja ja da hab ich
diese ganzen Sachen
die sich da über Jahre entwickelt haben
die hab ich da drin
gelöst bei Mir ja
und was glauben sie eigentlich
was braucht man wirklich von so einem
Smartphone das können ja auch andere Geräte
ich bin nun mal jetzt n iPhone Mensch
aber was braucht man wirklich von so nem Gerät
meistens sind das doch nur n paar
basale Dinge die uns schon weiterhelfen
man will telefonieren können mit so nem Ding
ne dafür is es ja mal gedacht gewesen
man will gerne Nachrichten lesen
und auch schreiben können
ja man braucht Orientierung
man möchte gerne n bisschen mehr wissen
was ist denn um mich rum
und ich möchte Mir gerne Dinge aufschreiben können
das sind die Dinge die ich brauche
n kleines Beispiel vielleicht was Mir
neulich passiert is
ich bin in Duisburg nach Duisburg gefahren und
ich weiß nich warum
ich war wahrscheinlich irgendwie unaufmerksam
ich bin eine Station zu früh ausgestiegen
ja ja
war schon Duisburg aber trotzdem eine vorhauptbahnhof
und es war Menschen leer dort
ich hab rechts und links Autos vorbeirauschen gehört
und gedacht das kann ja nicht der Bahnhof sein
ja und früher wär das ne Katastrophe gewesen
da hätte ich überhaupt nicht gewusst
was mache ich denn jetzt
kein Mensch den ich fragen kann
fremd hier nur rasende Autos rechts und links
und wie ist es heute
mit dem Kasten
in meiner Hosentasche
ist es nur noch 1 kleines Problem
es war 1 Videoanruf mit dem Smartphone
und schon war das Problem gelöst
bei jemand konnte durch die Kamera gucken
und konnte Mir sagen
ah du bist bei dem und dem Bahnhof
das ist eigentlich he nur 1 ganz kleiner
und da steigt sonst keiner Aus
und n anderes Beispiel was Mir neulich passiert ist
früher musste ich Mir unglaublich viel merken
und ich weiß nicht wer hier blind im Raum ist
ich kann das nicht sehen
aber blinde Kennen das ich hör immer wieder den Satz
ihr blinden könnt euch auch unheimlich viel merken
genau
und wir sind musikalisch unheimlich empathisch
und spüren viel mehr als alle anderen
wer schon länger blind ist
weiß wovon ich da rede
und das war natürlich jetzt ironisch gemeint
aber tatsächlich ist es so
dass viele blinde sich ne ganze Menge merken können
das ist schon so dass das ganz gut geht
aber das hat natürlich auch n Preis
ne insbesondere in der heutigen Welt
wo sich so viel so schnell verändert
das kostet mich Energie
denn Informationen ändern sich
oder werden komplett überflüssig
ja und dann muss ich sie auf meiner internen Festplatte
hier oben wieder löschen
und das kostet Energie
ja ja und für so etwas gibt es heute die Technik
ich schreibe heute Dinge auf oder spreche sie 1
und finde sie auch wieder
und mit künstlicher Intelligenz kann ich Mir sogar
aufgesprochene Audios in Text umwandeln lassen
und hinterher eine To Do Liste draus formen lassen
das macht das Ding von alleine
oder neulich hat's hat's Mir
ne E Mail aus meinen Gedanken gemacht
die ich die ich jemandem schreiben wollte
an ne offizielle Stelle und da war Mir das ganz lieb
dass das so auch offiziell klang viel
offizieller als der Ärger
den ich darüber im Bauch hatte
ja ja und die Folge oder eine Folge davon ist
Mein Kopf ist heutzutage freier geworden
für das Wesentliche
ich muss keine schweren
Blindenschrift Schreibmaschinen
mehr mit Mir rumschleppen
Gott sei Dank
jetzt wenn man draußen ist wäre
ist das halt schon echt n n n Ding gewesen
und ich kann die Notizen am iPhone
auch wieder rausholen und lesen
sogar während eines Telefonates
das ist ne unglaubliche Erleichterung für mich
und wenn ich das iPhone gut beherrsche
dann hilft es Mir auch noch
musikalisch zu werden
oder empathisch zu sein oder sonst irgendwie was
ich hab nämlich viel mehr freie Zeit
und bin wieder entspannter
und es gibt eben nicht das
was viele bestimmt auch Kennen dürften
so dieses peinliche könntest du mal für mich machen
kurz
stattdessen kann ich mit diesen Geräten
ne Selbstständigkeit erreichen
in ganz unspektakulären Momenten
im Prinzip danke
aber für mich bedeuten die trotzdem ganz viel danke
und wenn sie jetzt heute
3 Dinge aus meinem Vortrag mitnehmen
dann können das vielleicht die folgenden sein
sie müssen nicht alles können am Smartphone danke
1 paar wenige Funktionen
reichen für den Anfang durchaus Aus
und gute Technik schafft Platz im Kopf
dafür ist sie gedacht danke
ich für mich persönlich
trage heutzutage nich einfach n Smartphone
bei Mir in der Tasche
ich trage Lösungen mit Mir herum für Probleme
die mich viele Jahre begleitet haben und genau deshalb
geht es am Ende
wie ich gesagt hab zu Beginn gar nicht um Technik
sondern um Möglichkeiten
danke Mein iPhone ersetzt keine Fähigkeiten die ich hab
aber es hilft Mir sie wieder zu nutzen
es hilft Mir mich zu orientieren
es hilft Mir Dinge festzuhalten
und manchmal hilft es Mir auch einfach einen Moment
entspannter durch den Tag zu gehen
und genau darum bin ich der Meinung
geht es am Ende beim Thema Technik
gar nicht um Technik
es geht um Erleichterung im Alltag
vielen Dank
vielen Dank fürs Zuhören bis zum nächsten mal
ja und jetzt sind natürlich noch ist noch bisschen Zeit
glaub ich zu für Fragen
oder Frau Kampf
ganz genau Herr Fleger
jetzt können sie loslegen
erstmal vielen Dank für den Vortrag
ist auch mal 1 ganz anderer Vortrag
sonst kenn ich sie immer nur
dass sie irgendwelche Tastenkombinationen zeigen
darauf hatte ich schon mich schon irgendwie eingestellt
aber das war heute mal wo ganz Anders
also auch die Angst davor nehmen
dass man die Technik benutzt
oder das wollten sie rüberbringen
genau
wollte rüberbringen dass Technik einfach dazu da ist
genau dass man wieder
Momente erleben kann
ja und und nicht nur
dass man Tasten Kombis lernen muss
sondern man hat wieder Zeit für das Leben
ja ja
aber trotzdem muss man die Tasten kommen bis er können
also ich meine so
nicht schlecht aber ganz ohne aber geht es nicht
man braucht halt nicht so viele wie wie mit Moment
ja hallo ja man braucht nicht so viele
wie manche denken es reicht erstmal der Anfang
weil viele haben Angst davor
ja und lassen es dann weg
ja ja aber man kann anfangen und ganz Klein
und schon bringt es einem was
und wo Fang ich das an wo lern ich das
wenn ich jetzt wirklich damit anfange
mich darauf jetzt ne Steilvorlage für ApfelFleger
ha ha ha natürlich bei Mir ha ha ha
ja aber es
es gibt ja bundesweit ganz viele Leute die
das lernen möchten und
aber sie haben recht natürlich bei ihnen
klar ich wollte nur so sagen
ja genau also es ist schon so dass
klar
wenn man dabei Unterstützung haben möchte beim lernen
aber auch da braucht man keine Angst vor zu haben
dann kann man das bei ApfelFleger bekommen
und wie gesagt für alle Apple Geräte
können sie gerne sie an uns wenden
wir haben n stand hier 2 O 18
und dann können wir auch gerne uns noch unterhalten
ja darüber
bei klar
es kann natürlich Hilfen geben beim lernen
aber ich möchte erstmal diese Furcht davor nehmen
ich kann das gar nich
ich bin zu doof dafür hör ich manchmal ja ja
kann man ich weiß nicht
Business oder kann man sowas auch über
Videokonferenzen machen oder online Angebote
oder machen sie's oder kann man das darüber lernen
es kommt auf das Gerät an ja
bei bei den beim iPhone für
ganze Einsteiger also die noch gar nix können
beim iPhone da geht es leider nicht online
weil da muss ich ganz auf die Hand führen
um die Gesten zu zeigen
und wenn man aber über andere Geräte spricht
zum Beispiel das iPad oder den Mac Computer
das sind jetzt nicht die Geräte
die man in der Regel unterwegs dabei hat
aber da kann man das prima online machen
ja da Mach ich das auch ganz viel online
und die Technik ist so gut geworden
das ist überhaupt kein
kein Thema mehr
ich kann mich dann auch bei
Mac zum Beispiel auf das Gerät draufschalten
und kann das aus der Ferne dann mitsteuern
ja ja genau und beim iPhone
wie gesagt da empfiehlt sich schon am Anfang
weil ich die fingergästen
oft noch wirklich physisch zeige
ja hm
meine Frage nicht jeder hat ja noch n Apple
wie ist das bei den Android Geräten
also wenn ich jetzt so 1 habe
da muss ich nicht zu ihnen kommen ne
dann genau dann kann ich nicht weiterhelfen
Android hat natürlich auch
mittlerweile die sogenannten Bedienungshilfen
so nennen die das
auch bei Apple heißt das Bedienungshilfen
und die Bedienungshilfen
bei Android sind wenns um blinde Menschen geht
also die Sprachausgabe nennt sich TalkBack
meiner Meinung nach nicht
immer noch nicht ausreichend
dass es Mir Freude machen würde die zu bedienen
und und trotzdem ist es so man kann da durchkommen
wenn man das will
und man man kann damit zurechtkommen
dabei kann ich dann allerdings nicht helfen
ja dann frag ich mal jetzt hier in die Runde
wer von ihnen hat denn n Apple Gerät und nutzt es auch
oh sie würden sich jetzt freuen
ihr Herd geht auf Herr Fleger
ich spüre es sie spüren es oder
genau alles Apple Leute ja ja haben habt
haben sie denn noch fragen
weil ja das ist
es war jetzt n sehr persönlicher Vortrag
diesmal dieses Jahr
das ist so aus Mir herausgewachsen
wir haben im Chat noch n paar Fragen
wenn's im Moment gerade hier im im Plenum keine gibt
natürlich über über solche Sachen sprechen ja gerne
Moment
ja
und
umso mehr
wenn ich das von der BG
zugesagt bekomme und ich zu ihnen kommen kann
und Mir von ihnen 3 Tage zeigen lassen kann
wie das weitergeht mit meinem Handy
das ist unfassbar was da noch alles zu machen ist
ja hervorragend
freut mich Glück nach oben gell sehr schön
ich hab
noch ich hab im Chat noch grade 2 Fragen
dann komm ich noch zu ihnen danke
ich habe das breitschreiben am iPhone
bis heute nicht hinbekommen
ich schon
hallo ja die Frage
oder ist das nur das war die Frage
ah das ist nur n Kommentar quasi das war n Kommentar
ja also für die die es nicht wissen
man
es gibt Braillezeile und die besteht ja aus 6 Punkten
je nachdem welcher Punkt da ist
das bedeutet dann einen Buchstaben
je nachdem welche Kombination
und jetzt
gabs immer
die Möglichkeit auf 6 Tasten die nebeneinander waren
konnte man tippen
und dann erschienen auf Papier
hinten die entsprechenden Punkte
die man gedrückt hatte
so Apple hat dieses System virtualisiert
und ich kann eine virtuelle
Punktschrift Tastatur
einblenden und kann dann damit
Blindenschrift schreiben
und auf dem Bildschirm erscheint aber ganz normaler
Text ganz normale schwarzschrift wie Blinde das nennen
und ja das ist
gewöhnungsbedürftig
wie alles was man was man lernen will
aber
also das ist hervorragend ich schreib damit schneller
als viele sehende Menschen mit ihrem Smartphone
mit den Daumen
ich bin aber langsamer
als die Tochter meiner Partnerin
die is 18
und he die Geschwindigkeit da komm ich nich mit
mit dem Daumen
die is aber auch sehend
ja ja okay Herr Fleger noch eine Frage
wie kann man mit dem iPhone
gleichzeitig telefonieren und Notizen lesen
indem man das iPhone
dann beim telefonieren vom Ohr wegnimmt
in dem Moment schaltet das iPhone standardmäßig
zumindest in den Einstellungen
wenn das so eingestellt geblieben ist
um auf den Lautsprecher
und dann spricht Voiceover mit Mir
dann höre ich quasi beides
das geht das Voiceover ist dann bisschen leiser
aber wenn man jetzt keine starke Hörbehinderung hat
geht das immer noch gut
und dann kann ich mit dem iPhone ganz normal arbeiten
ich kann die App schließen in der ich gerade bin
das ist dann in der Regel die Telefon App
weil weil ich ja telefoniere
und dann bin ich auf dem Bildschirm von den mit
mit meinen ganz normalen Apps
und kann die öffnen und bedienen
ich sollte nur
keinen 2 Finger Doppeltipp zum diktieren machen
weil dann leg ich nämlich auf
und das will ich ja in dem Moment nicht
das wär schlecht
ja genau oder wenn ich Kopfhörer trage
dann ist das ganze noch einfacher
dann hör ich ja sowieso Voiceover
und das Telefonat das geht prima
noch eine letzte Frage aus dem Chat
und dann komm ich noch mal zu ihnen
die ich hab
hab sie schon im Blick dass sie sich gemeldet haben
ich habe einen Moment
ich habe 1 iPhone und habe nur gute Erfahrung damit
oh ich benutze Mein Gerät seit 3 Jahren und bin froh
dass ich es benutzen kann
Samsung gar nicht klar deswegen für mich
ist iPhone eine wirklich gute Lösung
na also das muss ich noch aus dem Herzen sprechen oder
ja natürlich
genau genau so jetzt die letzte Frage noch noch eine
ich hab noch ne Ergänzung gerade
was ich was ich vorhin
auch sagen wollte ist
ja ich hab hier halt so n so n iPhone
jetzt was ich gerade hochhalte
ja das ist halt für mich überhaupt nicht mehr Globi
klobig und hässlich und so
sondern das ist jetzt echt schöne Technik heutzutage
die richtig viel kann
und genau das wollte ich doch dazu sagen
danke in im Sinne dieses Beitrags grade gerne und
jetzt noch ne Frage ausm Publikum
jawohl Matthias laufer ist Mein Name
ich lerne grade Voiceover auf dem iPhone
ja und hab aber auch n Apple ja MacBook Air
ja wird die Bedienung ähnlich sein über das Pad
oder muss ich dafür irgendwelche Tasten wieder lernen
ja also die Tasten
da werden sie nicht drumrum kommen
der Punkt ist man kann
die meisten Voiceover Gesten vom iPhone
auch auf dem Trackpad verwenden
das das
das Betriebssystem ist aber wesentlich komplexer
als beim iPhone und deswegen
brauche ich auch ne komplexere steuerungsmöglichkeit
und ja dazu gehören Tastenkombinationen
oder wenn man
ja wenns n MacBook ist dann bleiben nur Tasten Kombis
ansonsten
wenn man ne große Tastatur hätte an nem Desktop Gerät
dann kann man auch den Nummernblock benutzen
anstatt Tastenkombinationen
aber ohne das wird es nicht ganz gehen
wir hoffen der Vortrag hat ihnen gefallen
Mehr Informationen finden Sie unter sightcity.net/F032007.
vielen Dank und bis zur nächsten SightCity tschüss