SightCity Podcast (DE)

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SightCity Forum 2026: CVI verstehen: Visuelle cerebrale Wahrnehmungsstörungen augenärztlich und orthoptisch abklären

28.09.2026 28 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

Ein normaler Sehtest reicht nicht aus, um cerebrale visuelle Wahrnehmungsstörungen (CVI) zu erkennen. Dr. med. Bettina von Livonius von der LMU-Augenklinik München erklärt, welche elementaren und komplexen Sehfunktionen zum Sehen gehören und warum Anamnese, Weittropfung und MRT in der Diagnostik so wichtig sind. Orthoptistin Daniela Osterholt zeigt anschließend, welche orthoptischen Untersuchungen in Augenarztpraxis und Sehschule durchgeführt werden sollten – und was davon im Praxisalltag realistisch möglich ist. Aufgenommen im Forum der SightCity am 28.05.2026.





**Begrüßung und Einordnung (00:00:00)**
Anmoderation des Forumsbeitrags mit Titel, Datum und den beiden Referentinnen.

**Grundlagen: elementare Sehfunktionen (00:00:27)**
Bettina von Livonius stellt sich vor: seit 25 Jahren Ärztin an der LMU-Augenklinik München, seit 17 Jahren Leiterin der Sehbehindertenambulanz, Mitautorin der CVI-Leitlinie. Sie macht deutlich, wie unbekannt CVI unter Augenärzten noch ist, und zählt auf, was alles zu den elementaren Sehfunktionen gehört: Naheinstellung, Gesichtsfeld, Kontrastsehen, Farbensehen, visuelle Adaptation, beidäugiges Sehen und Stereopsis, Okulomotorik und Bewegungssehen. Beim Augenarzt geprüft wird davon meist nur der Fernvisus, manchmal das Gesichtsfeld – weshalb die Orthoptik so wichtig ist.

**Komplexe Sehfunktionen im Überblick (00:04:01)**
Über die elementaren Funktionen hinaus braucht Sehen visuelle Aufmerksamkeit und Exploration, Formerkennung und Formkonstanz, das Erkennen abstrakter Figuren wie Buchstaben und Zahlen, Objekterkennung und Objektkonstanz, Gesichter- und Mimikerkennung, visuelles Kurzzeit- und Arbeitsgedächtnis, visuell räumlich perzeptive, konstruktive und topografische Wahrnehmung sowie Grafomotorik. Erst wenn alles zusammenspielt, sieht man tatsächlich unauffällig.

**Beispiel: Wie ein Kind sein Kuscheltier sucht (00:06:52)**
Ein Alltagsbeispiel macht die Komplexität greifbar: Das Kind muss wissen, wie das Kuscheltier aussieht, es wiedererkennen, sich einen Überblick verschaffen, den Reiz aus vielen Störreizen herausfiltern, ausdauernd suchen, sich nicht ablenken lassen und sich merken, wo es schon gesucht hat. Am Ende steht das Erfolgserlebnis – und damit die Motivation, es beim nächsten Mal wieder zu versuchen.

**Das Auge als Organ und die Sehbahn (00:08:50)**
Die augenärztliche Untersuchung geht von den Lidern über Hornhaut, Vorderkammer, Pupille, Linse und Glaskörper bis zu Netzhaut und Sehnervenkopf. Weiter hinten endet der Blick des Augenarztes: Die Sehbahn bis zum Sehzentrum am Hinterkopf ist nicht einsehbar. Anhand der Wo-Bahn, der Was-Bahn und des Frontalhirns wird erklärt, wo die visuelle Weiterverarbeitung stattfindet und was eine Wahrnehmungsstörung bedeutet – bis hin zur Agnosie.

**CVI: Definitionen und Begleiterkrankungen (00:11:19)**
Es gibt keine einheitliche Definition von CVI; verschiedene Gruppen sprechen von Cerebral Visual Impairment, von cerebraler visueller Informationsverarbeitungsstörung oder von zentraler Sehstörung. Erschwerend kommt hinzu, dass CVI selten isoliert auftritt: okulare Sehstörungen, Optikusatrophie, Dyslexie und Dyskalkulie, neurologische Erkrankungen und Hirntumore, Mehrfachbeeinträchtigungen, ADHS, Autismus-Spektrum-Störungen, Gendefekte und Syndrome können dazukommen. CVI kann aber auch völlig isoliert und auch bei Erwachsenen auftreten.

**Anamnese, MRT und interdisziplinäre Zusammenarbeit (00:13:19)**
Die meisten CVI-Fälle findet Bettina von Livonius über die Anamnese: Augenerkrankungen, Schwangerschaft und Geburt, Hirnschädigungen, Entwicklung, Auffälligkeiten in Kita und Schule, Orientierung, Spielverhalten, Verhalten bei Dämmerung, Vergleich von Hören und Sehen. Sie erklärt, warum Weittropfen keine Schwäche, sondern Gründlichkeit ist, und warum ein MRT nötig ist, um Veränderungen in der nicht einsehbaren Sehbahn auszuschließen. Am Ende steht der Appell zur interdisziplinären Arbeit von Augenärzten, Orthoptisten, Pädiatern, Neurologen, Neuropsychologen, Pädagogen, Ergotherapeuten, Selbsthilfegruppen und Familien.

**Orthoptische Untersuchungen in der Praxis (00:18:12)**
Daniela Osterholt geht die orthoptische Untersuchungsreihe durch: ausführliche Anamnese, Refraktionsbestimmung zunächst in Miosis und zur genauen Bestimmung in Weittropfung, Prüfung des Binokularsehens mit Lang-, Titmus- und Bagolini-Test, Augenstellung über Hornhautreflexbilder und Cover-Test, Visusprüfung mono- und binokular als Einzel- und Reihenvisus, Kontrastsehen, Visustests wie Lea-Test, E-Haken und C-Test mit Landoltringen, Motilität, Akkommodation, Sakkaden und Folgebewegungen, Farbsehen mit Ishihara und Farnsworth sowie Gesichtsfeldprüfung mit elektronischen Perimetern und dem Goldmann-Perimeter. Sie sagt offen, welche Tests sie in der Praxis gar nicht zur Verfügung hat.

**Vergrößerungsbedarf, Wahrnehmungstests und Anlaufstellen (00:25:07)**
Vergrößerungsbedarf und Lesegeschwindigkeit lassen sich in fünf Minuten Praxiszeit nicht bestimmen – das passiert an den Förderschulen. Dazu kommen Tests zur visuellen Wahrnehmung wie Insight und FEW, die als IGeL-Leistung denkbar, aber keine Kassenleistung sind. Zum Abschluss der Hinweis auf die Praxensuche unter www.orthoptik.de, über die Eltern nach Wohnort oder Postleitzahl Augenarztpraxen mit Orthoptistin finden – auch solche mit Schwerpunkt Lern- und Entwicklungsstörungen.


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Transkript

Herzlich willkommen zum Mitschnitt des Forums vom 28.05.2026 Visuelle cerebrale Wahrnehmungsstörungen (CVI) - augenärztlich und orthoptisch abklären Referentinnen: Dr. med. Bettina von Livonius und Daniela Osterholt. Viel Spaß mit dem Vortrag danke hallo ja einen wunderschönen Mittag guten Nachmittag bisschen unbekannt bei Augenärzten ich würde sagen das ist sehr unbekannt dieses Thema bei Augenärzten ich selber bin durch Zufälle nur dazu gekommen weil ich die Leitlinie mitschreiben durfte und wir versuchen jetzt tatsächlich in München an der Uniklinik eine CVI-Ambulanz das ist nicht ganz richtig weil wir das einfach eingegliedert in unsere Sehbehindertenambulanz anbieten wollen Diagnostik zu mir selber ich bin seit 25 Jahren Ärztin an der LMU-Augenklinik in München leite seit 17 Jahren die Sehbehindertenambulanz und hab so n paar Steckenpferde nebenher wie die den Sehbehindertensport und eben jetzt auch das CVI dazu bekommen finde es ein ganz spannendes Thema und versuche das n bisschen mehr in die Augenärzteschaft hinein zu bekommen für mich ist es jetzt schwierig in 12 Minuten Ihnen einen augenärztlichen Überblick über CVI zu bekommen also bitte erwarten Sie nicht dass es voll umfänglich ist und ich weiß dass hier alte Hasen dabei sind sowie welche die CVI noch gar nicht so richtig gehört haben also bitte bitte ich versuche es für alle verständlich oder auch bereichernd zu machen einmal jede Wahrnehmungsleistung besteht aus elementaren Sehfunktionen und aus komplexen Sehfunktionen das muss man einfach einmal wissen und ja denn wir als Augenärzte kümmern uns eigentlich nur in Anführungsstrichen um die elementaren Sehfunktion das was überall geprüft wird ist die Sehschärfe für die Ferne wenn Sie Glück haben prüft auch noch jemand die Sehschärfe für die Nähe aber was gehört zum Sehen noch dazu es ist einmal die Naheinstellung und das heißt die Brechkrafterhöhung der Augenlinse für das Sehen in der Nähe muss funktionieren damit ich überhaupt in der Nähe lesen kann es gehört noch n Gesichtsfeld dazu das wiederum kennen die Augenärzte ganz gut also das ermöglicht das Entdecken und Lokalisieren von Reizen wir brauchen ein Kontrastsehen das heißt das Sehen und Unterscheidung von Helligkeitsdifferenzen n Farbensehen wäre sehr schön die visuelle Adaptation ist sehr wichtig das heißt Einstellung auf verschiedene Umgebungshelligkeiten ein beidäugiges Sehen Positions- und Entfernungswahrnehmung die Stereopsis brauchen wir die Okulomotorik das heißt die Augenbewegung in alle Blickrichtungen und ne stabile Fixation und ein Bewegungssehen das heißt das Erkennen von Bewegungen aufgrund retinaler Bildverschiebung und Reaktionen auf bewegte Objekte mit Folgebewegung und Sakkaden und erst wenn Sie das alles haben und dann können Sie normal in Anführungsstrichen sehen weil die komplexen Sehfunktionen ausgeklammert aber das muss alles funktionieren und jetzt müssen Sie mal schauen was wird beim Augenarzt geprüft der Fernvisus und manchmal das Gesichtsfeld bei bestimmten Fragestellungen und deswegen bin ich so froh dass ich auch Sie Frau Osterholt dabei hab als Orthoptistin die nämlich viele von den anderen Funktionen auch prüfen und quasi uns da viel Informationen geben und in eine Ambulanz wo ne Orthoptistin dabei ist oder ne Sehschule wird natürlich sehr viel mehr geprüft als nur beim Augenarzt so jetzt haben wir die elementaren Sehfunktion die sollten natürlich alle funktionieren aber wir haben noch komplexe Sehfunktion und das hier sind jetzt 2 Folien die ich mit denen mit Ihnen durchgehe das ist einmal die visuelle Aufmerksamkeit die Exploration die Suche das heißt Fähigkeiten einen einzelnen Reiz unter Störreizen herauszufiltern ne Formerkennung die Fähigkeit eine Form auch bei veränderten Faktoren als gleiche Form wiederzuerkennen das ist die Formkonstanz Tennisball ist genauso ein Ball wie ein Fußball wir Erkennen abstrakter Figuren wenn man sich das mal überlegt wie komplex das ist dass wir einfach gelernt haben was Buchstaben sind was Zahlen sind worum wir uns ja überhaupt gar keine Gedanken mehr machen aber dass man das überhaupt erfassen kann und auch die Worte als Ganzes erfassen kann wobei das ja nur abstrakte Buchstaben eigentlich sind die Objekterkennung dass ich etwas als die Wasserflasche erkenne und auch die Objektkonstanz das ist dass ich mir auch wenn die Wasserflasche weg wäre und Sie sie nicht sehen würden ich immer noch weiß wie eine Wasserflasche aussieht danke Gesichter- und Mimikerkennung ist extrem wichtig in unserer sozialen Umwelt ich bin ja froh dass ich ein Publikum vor mir sitzen hab und so die Reaktionen sehen kann ist da Aufmerksamkeit oder sind alle schon weggedriftet sind Fragen gezeichnet in den Gesichtern also alles was man mit Online- Vorträgen ja nicht mehr hat ja weil einem das Gegenüber fehlt also das muss ich erkennen und muss ich auch deuten können ja und dann das visuelle Gedächtnis das is n Kurzzeit- und ein Arbeitsgedächtnis was ich haben können muss und dann brauch ich aber auch noch eine visuell räumlich perzeptive Wahrnehmung tolles Wort also is einfach dass man Distanzen oder Positionen wahrnehmen kann und eine visuell räumlich konstruktive Wahrnehmung das brauch ich um einfach aus Bauklötzen aus Legobausteinen oder auch dann komplexer was zu konstruieren die visuell räumlich topografische Wahrnehmung das sind neue Wege einprägen CVI ich sag Ihnen nur die alten Hasen ein Kind dass es den zum 100. Mal nicht den Schulweg findet obwohl der doch so einfach ist das sind Wege die man sich einprägen muss wie so Grafomotorik das ist die Auge- Handkoordination die funktionieren muss und erst wenn Sie das alles die elementaren Sehfunktionen in Ordnung sind und die komplexen Sehfunktionen dann sehen Sie ganz normal und haben keine Probleme danke ja aber wie gesagt getestet ist nur der Visus ich möchte Ihnen mal ein Beispiel für die Komplexität der visuellen Wahrnehmung zeigen was passiert denn wenn ein Kind sein Lieblingskuscheltier verlegt hat und es suchen will ja es muss zuerst mal wissen wie es aussieht wenn ich nicht weiß wie was aussieht kann ich's nicht finden ja und es muss es dann auch wiedererkennen das ist das visuelle Gedächtnis da können Sie natürlich auch sagen ne Objekterkennung ne Objektkonstanz gehört auch dazu und es muss sich einen Überblick verschaffen können die visuelle Wahrnehmung die räumliche Aufmerksamkeit ich muss überhaupt wissen wo kann ich jetzt was suchen und ich muss es herausfiltern können aus vielen vielen anderen Reizen danke und es wird danach nach bestimmten optischen Reizen gehen das ist die Objekterkennung und Ausschau halten und dann muss es natürlich auch ne Konzentration haben um lang genug danach zu suchen und nicht abgelenkt zu werden das ist die Daueraufmerksamkeit oder auch die Ausdauer genannt es darf sich auch nicht von anderen interessanten Spielsachen ablenken lassen ist die Aufmerksamkeitskontrolle geht mir permanent so wenn ich in meine E-Mails gehe und ich wollte was nachschauen und falle über 10.000 andere E-Mails habe am Schluss vergessen die erste E-Mail zu machen ja also es geht auch in andere Lebensbereichen und dann sollte sich aber auch merken können wo es bereits gesucht hat das wär ja blöd ja wenns noch mal alles durchsucht wo es ja grad schon war also das visuelle Arbeitsgedächtnis muss funktionieren und hat dann das Kind sein Kuscheltier entdeckt und erkannt dann ist es ein visuelles Wiedererkennen und es wird sich dann freuen dass die Versuche die Suche erfolgreich war das heißt ich hab die Emotion dabei das heißt ich nächstes Mal wenn ich was verlegt hab suche ich es vielleicht wieder weil ich dann Erfolgserlebnis hab wenn Sie Sachen 10.000 Mal nicht gefunden haben dann suchen Sie auch nicht mehr danach haben Sie keine Lust mehr so nur dazu um mal zu zeigen wie komplex Sehen an sich ist jetzt wieder zurück zu uns Augenärzten es ist natürlich essenziell dass Sie das ganze Auge als Organ untersuchen müssen ja und zwar das Auge von vorne bis ja von vorne von der Hornhaut her also es muss ja schon mal die Lider offen sein das gibt's ja auch andere Erkrankung wo's Lid hängt die Hornhaut muss klar sein ich muss ne klare Vorderkammer haben die Pupille muss funktionieren ich muss mir die Linse anschauen ich muss mir den Glaskörperraum der muss frei sein und dann hab ich hier hinten die Netzhaut mit ihren Stäbchen und Zapfen die funktionieren muss und den Sehnerv und das was ich als Augenarzt sehe ist tatsächlich alles bis hin zum Sehnerven- kopf den Sehnerv kann ich mir nicht anschauen und dann geht es von dem Sehnerv dann noch letztlich weiter ins Gehirn über die Sehstrahlung bis hier hinten zum Hinterkopf und das Bild entsteht erst hier hinten und das muss alles frei sein und funktionieren das war die elementaren Sehfunktion die das betrifft eigentlich dann gibt es aber noch die Weiterverarbeitung im Gehirn und das sind wir dann hier hinten haben wir gesagt das ist das Sehzentrum und das müssen Sie jetzt gar nicht alles lernen die ganzen Nummern aber ich möchte Ihnen dieses Bild zeigen das finde ich nämlich ganz schön es gibt diese Bahn die heißt die Wo- Bahn das ist die Repräsentation des visuellen Raums wo etwas sich befindet und hier ne die Was-Bahn das heißt die Formerkennung die Farbenerkennung die Erkennung von Objekten und Gesichtern und dann hab ich noch das Frontalhirn das ist wirklich hier vorne hinter der Stirn und das gibt den Befehl worauf die Augen ihren Fokus legen sollen ja also was ist ne visuelle Wahrnehmungsstörung das ist letztendlich eine Fehlfunktion in der Wahrnehmung und dann in dieser zentralen Verarbeitung und Speicherung visueller Informationen im Gehirn ja es nützt Ihnen nichts wenn alles von vorne bis zum Okziput funktioniert wenn Sie dann nicht die Weiterverarbeitung haben Sie müssen diese Wo- und die Was-Bahn muss funktionieren also in der Neurologie gibt's die Agnosie das heißt ich sehe etwas ganz klar und kann Ihnen nicht sagen was das ist weil die Weiterverarbeitung das nicht hergibt danke es gibt keine richtige Definition von CVI also andersrum es gibt verschiedene Gruppen die das unterschiedlich definieren also wenn wir von CVI mal hören dann kann das Cerebral Visual Impairment heißen oder cerebrale visuelle Informationsverarbeitungsstörung andere nennens cerebrale oder zentrale visuelle Wahrnehmungs- und/oder Verarbeitungsstörung andere nennens cerebrale zentrale Sehstörung wir nennen es jetzt einfach mal CVI abgekürzt und ich glaub das sind wir jetzt hier auf einem Nenner schwierig für uns Augenärzte ist dass eine visuelle Wahrnehmungsstörung nicht isoliert auftritt sondern es kann zusammen auftreten mit okular bedingten Sehstörungen jeglicher Art da kann ich Ihnen jetzt die ganze Augenheilkunde runterpredigen mach ich nich es gibt die Augenerkrankung sowas wie ne Optikusatrophie es gibt Teilleistungsschwächen die zusätzlich das auftreten können wie Dyslexie das heißt jemand kann nich richtig lesen Dyskalkulie er kann nich gescheit rechnen und es können komplexe neurologische Erkrankungen oder auch Verletzungen vorliegen Hirntumore zum Beispiel es können Mehrfachbeeinträchtigungen vorliegen es kann zusätzlich ne Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung vorliegen zusätzlich ja nich jeder ADHS-ler hat ne CVI und nich jeder CVI- ler hat ne ADHS ja aber es kann zusätzlich da auftreten es können tiefgreifende Entwicklungsstörung vorliegen zum Beispiel ne Autismus-Spektrum-Störung Gendefekte oder Syndrome aber eine CVI kann auch völlig isoliert auftreten auch bei sonst entwicklungsunauffälligen Kindern und Jugendlichen und CVI kann auch bei Erwachsenen vorkommen so und das macht so extrem schwierig weil Sie als Augenarzt ja vor dem gesamten Symptomenkomplex sitzen was ist jetzt wenn Sie den Verdacht auf die Beeinträchtigung der visuellen Wahrnehmung haben da müssen Sie eine ausführliche orthoptische und ophthalmologische Untersuchung zur Diagnostik struktureller und funktioneller Störung der Augen durchführen ganz ganz eminent wichtig und die meisten CVI- ler bekomme ich durch die Anamnese raus das ist einmal die ganz profane Augenarzt- anamnese bekannte Augenerkrankung werden abgefragt wie war das vor während und nach der Geburt waren da Risikofaktoren war da Probleme aufgetreten angeborene und erworbene Hirnschädigung und dann geht's in die Details mehr so rein wie ist denn die Entwicklung gibt's Auffälligkeiten im Alltag Kindergarten Schule wie ist die Orientierung wie ist das Spielverhalten wie ist's Verhalten bei Tag und in der Dämmerung Vergleich Gehör und Sehen viele CVI-ler erzählen dass sie extrem gut im auditiven Lernen sind und Begreifen sind auch dass Kinder extrem lange noch Sachen oder immer wieder in Mund nehmen das heißt dieses Tasten was man auch von Babyzeiten noch kennt wie ist es persönliche Interessen und Schwächen da könnt ich Ihnen jetzt n paar Folien mit expliziten Fragen die wir stellen in der Anamnese aufführen dazu hab ich jetzt nicht die Zeit das sind diese Fragen zu den komplexen Sehfunktionen die ich hier nur noch einmal kurz wiederhole dann müssen bei der über die elementaren Sehfunktion natürlich überprüft diagnostiziert und wenn möglich therapiert werden und auf die gehe ich gar nicht näher ein weil das bringt die Frau Osterholt gleich dazu was wir zusätzlich als Augenärzte machen wir untersuchen den vorderen und hinteren Augenabschnitt und ich habe Ihnen gesagt wir kommen nur bis zum Sehnervenkopf wenn wir die Pupille weittropfen und ins Auge reinschauen und übrigens Weittropfen ist super für uns Augenärzte und ich mag das nicht so gern die Augenärzte die eigentlich um dem Kind und den Eltern entgegenzukommen nich weittropfen das eine ist das Weittropfen ist sehr wichtig für die objektive Refraktion da kommt die Frau Osterholt noch drauf und Sie müssen sich vorstellen durch ne Pupille schaut man hindurch wie durch n Schlüsselloch Sie sehen sehr viel vom Zimmer aber Sie sehen nich alles und das heißt ein Augenarzt zeigt keine Schwäche wenn er die Pupillen weittropft der ist bloß besonders gründlich weil er dann nämlich bis in die Ecken von dem Zimmer auch reinkommt ja und dann haben wir das Problem die Untersuchung der Sehbahn hm können wir hier nicht untersuchen und das sind dann die Fälle wo wir eben auch sagen wir wollen eine Bildgebung haben ein MRT haben weil viele fragen ah mein Kind ist doch sonst völlig gesund warum wird jetzt n MRT gemacht weil wir natürlich ausschließen müssen dass irgendeine Störung hier in der Sehbahn die wir ja nicht sehen können wir hören ja hier auf als Augenärzte mit unserem Augenspiegel nicht dass noch zusätzlich oder vielleicht auch dafür verantwortlich ein Tumor oder ne Veränderung im Gehirn ist deswegen ist n MRT für uns als Bildgebung und als Untersuchung der Sehbahn wichtig so und wenn jetzt das und eine CVI vorliegt dann ist das mein erster Satz ist wichtig dass eine interdisziplinäre Arbeit stattfindet hab ich nicht mehr überprüft ja aber das ist das Wichtige die interdisziplinäre Arbeit muss dann stattfinden wenn ich den Verdacht oder ne CVI vorliegt es sind die Zusammenarbeit zwischen Augenärzten Orthoptisten ich hab jetzt alles in der männlichen Form ja also es wird sonst zu mühsam das vorzulesen gilt natürlich genauso wie für Frauen wie für Männer Augenärzte Orthoptisten Pädiater gegebenenfalls Neurologe gehört dazu die Neuropsychologen ganz ganz wichtig die Pädagogen die Ergotherapeuten und die Selbsthilfegruppen und Vereine und die Eltern und Familien die mit ins Boot geholt werden müssen um dieses ganz komplexe Krankheitsbild zu erfassen so das ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit die ich mir sehr sehr wünsche und ich versuche auf augenärztlicher Seite das Ganze n bisschen anzuschieben und übergebe jetzt aber an die Orthoptik vielen Dank tschüss danke Bettina ich würd mal sagen wir warten jetzt noch mal die Frau Osterholt ab dass wir zu dem medizinischen erstmal noch mal wenn dann Rückfragen sind Rückfragen starten also machen so im Programm jetzt erstmal weiter danke danke danke danke hallo hallo auch von mir mein Name ist Daniela Osterholt ich bin Orthoptistin arbeite an verschiedenen Augenarztpraxen in Aachen arbeite für die Förderschule Sehen in Aachen und für die Förderschule Sehen in Düren ich erzähl jetzt etwas über die Untersuchungen die in der Augenarztpraxis gemacht werden sollten aber auch das ist jetzt nicht an jeder Augenarztpraxis und auch nicht in jeder Sehschule unbedingt alles so vorhanden und wird auch nicht immer unbedingt alles so durchgeführt wie eben schon erwähnt wurde ist das Wichtigste natürlich die Anamnese wichtig zu fragen welche Schwierigkeiten das Kind hat in Schule oder Kita was den Eltern auffällt was in der Schule den Lehrern auffällt ob das Kind Erkrankungen hat wie Schwangerschaft und Geburt verlaufen sind das ist auch nur so n kurzer Überblick die Anamnese sollte immer ausführlich durchgeführt werden und wichtig ist dass man bei den Kindern eine vernünftige Refraktionsbestimmung macht also erstmal guckt ob das Kind irgendwie eine Brille braucht das machen wir orientierend erstmal in Miosis also bei enger Pupille zur genauen Bestimmung sollten aber immer die Pupillen weitgetropft werden weil man sonst halt auch kleinere Fehlsichtigkeiten überhaupt gar nicht rausbekommt weil die Kinder das gut wegakkommodieren können wichtig ist auch wenn das Kind irgendwelche Beschwerden hat in der Schule irgendwie nicht gut klarkommt dass man auch schon kleinere Refraktionsfehler ausgleicht die vielleicht altersentsprechend sind aber dem Kind trotzdem schon helfen können wenn man auch kleinere Weitsichtigkeiten zum Beispiel ausgleicht und das Kind einfach entspannter sehen kann dann wird vor allen Dingen das Binokularsehen geprüft das die höchste Stufe des Binokularsehens kann man mit dem Lang-Test testen das ist jetzt der hier oben ist vielleicht bekannt Lang-Test 1 und Lang-Test 2 dann gibt's noch den Titmus-Test da kann man auch Stereopsis testen das ist dieser hier und der Bagolini-Test wo man auch Fusion testen kann also erstmal testen kann können beide Augen zusammen gucken ohne dass man weiß ob Stereopsis besteht dann wird in der Sehschule die Augenstellung überprüft man guckt also ob das Kind irgendeinen Schielwinkel hat man kann dann das Kind mit einem Fixierlicht anleuchten und sehen wie die Augenstellung ist anhand der Hornhautreflexbilder und prüft dann mit dem Cover-Test ob noch auch latente Schielwinkel da sind dann ganz wichtig natürlich die Visusprüfung die sollte immer mit optimaler Korrektur stattfinden wird ja immer in der Ferne getestet aber optimalerweise auch in der Nähe das ist wohl also in Augenarztpraxen wo Orthoptistinnen tätig sind dann doch eher üblich dass auch die Nähe geprüft wird es wird monokular und binokular geprüft und es sollte immer der Einzelvisus und auch der Reihenvisus geprüft werden also der Visus die Sehzeichen enger zusammenstehen wie man das halt auch beim Lesen braucht in der Schule wie es halt bei Wörtern der Fall ist oder bei Zahlenreihen das Kontrastsehen sollte mitgeprüft werden aber geb ich zu prüfe ich in der Praxis auch nicht weil ich einfach den Test nicht habe in der Praxis in den Schulen prüfe ich das aber das ist in den Praxen halt nicht immer gegeben hier hab ich noch mal verschiedene Visustests gezeigt der Lea-Test wird bei den Kindern geprüft die also noch nicht so die Zahlen lesen können das ist dieser hier dann die E-Haken der C-Test das ist der mit den Landoltringen ja Zahlen können geprüft werden es gibt immer noch Augenarztpraxen die auch mit Kinderbildern prüfen das sollte aber eigentlich vermieden werden weil das halt Bilder sind die die meisten Kinder gar nicht kennen also n Schlüssel wie der da abgebildet ist kennt kein Kind mehr das ist aber wichtig dass dass halt die anderen Tests sind dann hier noch mal im Vergleich der Einzel- und der Reihenvisus das hier ist der Einzelvisus auch wenn das Reihen sind die da jetzt aufgemalt sind da ist aber der Abstand der Zeichen viel größer als zum Beispiel bei diesem Test genauso ist das jeder Fall das ist der Einzelvisus das ist der Reihenvisus und hier auch noch mal ein Beispiel für den Reihenvisus weil da halt einfach die Zeichen viel dichter zusammenstehen als bei diesen Einzelvisustests danke dann sollte die Augenbeweglichkeit geprüft werden die Motilität man zeigt dem Kind ein Fixierlicht oder ein Objekt und lässt das Kind dieses Objekt verfolgen und guckt halt ob in allen Blickrichtungen die Motilität frei ist dann sollte geguckt werden ob das Kind gut akkommodieren kann also auch da wird wieder n kleines Objekt dem Kind gezeigt und dann halt nah vors Auge geführt um zu gucken wie lang das Kind das noch scharf sehen kann das ist auch wichtig damit man weiß ob das Kind überhaupt in der Lage ist irgendwas in der Nähe lesen zu können oder scharf zu sehen wenn es die Augen erst gar nicht auf die Nähe einstellen kann dann muss man ihm da irgendwie schon helfen dann sollte die Blickmotorik mitgeprüft werden die Sakkaden das sind schnelle Blicksprünge also man lässt das Kind von rechts nach links oder von oben nach unten auf verschiedene Objekte schauen und guckt ob es die gut fixieren kann und auch immer den Blick dann trifft auf dieses Objekt und die Folgebewegungen sollten geprüft werden da werden Objekte langsam horizontal und vertikal bewegt und man kann dann sehen ob das Kind es gut verfolgen kann so als nächstes das Farbsehen dann gibt's den Ishihara-Test der sieht so aus der hat dann solche Zahlen oder auch für die kleineren Kinder Schlangenlinien die mit dem Finger verfolgt werden sollen das ist noch n Test der in den meisten Augen- arztpraxen würd ich jetzt mal behaupten vorhanden ist die anderen beiden Tests das ist der Farnsworth-Test das ist dieser hier den hab ich in den Augenarztpraxen auch nicht zur Verfügung da hab ich auch nur den Ishihara-Test oder halt diese Farbtafeln wo man erstmal testen kann kann das Kind überhaupt diese einzelnen Farben erkennen oder wenn es das nicht benennen kann ob es die richtig zuordnen kann hab ich aber auch in der Praxis nicht diesen Test das Gesichtsfeld sollte überprüft werden da ist es oft so dass es diese elektronischen Perimeter- Geräte gibt also hier wie dieses hier zum Beispiel das ist in den Praxen häufiger vorhanden dann gibt es noch Praxen die auch das Goldmann- Perimeter haben das ist das hier da wird manuell geprüft der Vorteil ist dass man dann auch die Geschwindigkeit dem Patienten anpassen kann also wenn man merkt irgendwie das Kind braucht mal ne Pause kann man die Pause machen oder es halt auch noch drei-, viermal wiederholen das ist bei den elektronischen den Perimetern etwas schwieriger da gibt's noch den Nefftrichter das ist dieser hier den kenn ich aber auch nur aus den Schulen an denen ich tätig bin in der Praxis hab ich den auch nich und ist auch bei so nem kleinen Kind eher nicht durchführbar also da müssen die Kinder schon älter sein um das zu können und dann sollte man optimalerweise noch den Vergrößerungsbedarf bestimmen aber deshalb steht's auch in Klammern das is etwas was ich in der Augenarztpraxis noch nie gemacht habe was ich an den Schulen mache aber man hat auch da in der Praxis einfach keine Zeit für also ich hab 5 Minuten pro Patient in der Praxis und dann fällt da schon ganz ganz viel weg was man irgendwie so testen kann deshalb ist das eher etwas was ich dann in den Schulen teste man hat halt dann Zahlen und Texte in verschiedenen Größen und kann halt dann gucken was kann das Kind noch flüssig lesen wo nähert es besonders an oder wo hat es größere Schwierigkeiten dann kann man dann halt den Vergrößerungsbedarf ablesen und die Lesegeschwindigkeit kann noch getestet werden aber das ist auch was was in einer Augenarztpraxis nicht geht und eher nur an den Schulen gemacht wird dann gibt's noch verschiedene Tests zur visuellen Wahrnehmung ich hab jetzt hier nur mal so vereinzelte aufgezählt das ist einmal der Insight den haben wir in Aachen in der Schule da der wird leider den kann man nicht mehr beziehen das ist das Problem aber der ist super um da n Überblick zu bekommen bekommt man noch ah ah sehr gut und wo bekommt man den ah okay das ist ja gut zu wissen gut dann ignorieren Sie das was dahintersteht he das ist perfekt der ist nämlich super dieser Test dann gibt's noch den FEW den vielleicht einige kennen es gibt auch noch viele andere Tests aber das ist auch was was wir jetzt in der Augenarztpraxis nicht durchführen das kann man als IGeL-Leistung anbieten wird bei uns in den Praxen in denen ich tätig bin nicht gemacht aber das ist auch nichts was die Krankenkasse übernimmt oder was man in ner 5-Minuten- Untersuchung irgendwie mal eben so nebenbei machen könnte ja jetzt komm ich auch schon zum Ende ich hab jetzt noch mal eine Folie hier wo man Augenarztpraxen finden kann die sich vielleicht schon mal so n bisschen mit CVI auskennen beziehungsweise die erstmal eine Orthoptistin haben das kann man googeln unter www.orthoptik. de kann man das eingeben und gehen auf Praxensuche dann kann man den Wohnort oder die Postleitzahl eingeben und kann dann sich Praxen anzeigen lassen die eine Orthoptistin haben beziehungsweise auch eine Orthoptistin die sich halt mit diesen Lern- und Entwicklungsstörungen auskennt da die sind dann halt noch mal sortiert und das könnte man den Eltern an die Hand geben wenn sie da nen Augenarzt suchen der vielleicht dann schon irgendwie mal was davon gehört haben könnte ja okay vielen Dank Hallo wir hoffen der Vortrag hat Ihnen gefallen Mehr Informationen finden Sie unter sightcity.net/F032009. Vielen Dank und bis zur nächsten SightCity. Tschüss.