SightCity Forum 2026: Die Unterschiede privater und beruflicher Nutzung von KI als Hilfsmittel – Chancen und Herausforderungen (F03
04.09.2026 30 min
Video zur Episode
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Zusammenfassung & Show Notes
Privat lädt man eine KI-App einfach herunter – am Arbeitsplatz müssen sechs Stellen zustimmen. Michael Tieke-Benecke und Holger Ross erklären die organisatorischen, finanziellen, rechtlichen und technischen Unterschiede. Forumsbeitrag der SightCity 2026.
KI entwickelt sich schneller als jede Technologie der letzten 50 Jahre – aber wer soll da noch mitkommen? Dieser Forumsbeitrag der SightCity 2026 vergleicht systematisch, was bei der Nutzung von KI als Hilfsmittel privat gilt und was am Arbeitsplatz.
Michael Tieke-Benecke ist Projektreferent im Forschungsprojekt „KI-Kompass Inklusiv" beim Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke. Das Projekt baut ein Kompetenzzentrum für KI und Inklusion in der Arbeitswelt auf, wird aus dem Ausgleichsfonds des BMAS gefördert und vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz geleitet; weitere Verbundpartner sind der BV BFW, die BAG BBW und die BAG WfbM.
Holger Ross ist technischer Berater im Technischen Beratungsdienst des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe in Münster und vertritt die BIH im Projektbeirat.
Privat: Man entscheidet selbst, muss sich aber auch selbst informieren – ohne Beratung, mit veralteten Datenbanken und wenig unabhängigen Erfahrungsberichten. Viel ist kostenfrei (Be My Eyes, Seeing AI); wo ein Kostenträger einspringt, sind es meist Krankenkassen oder Eingliederungshilfe. Der Preis kostenfreier Apps sind die Daten. Die Haushaltsausnahme der DSGVO deckt den Familienbereich ab, nicht den Freundeskreis und nicht die Öffentlichkeit. Ein berechtigtes Interesse als Nachteilsausgleich kann eine Rechtsgrundlage sein – aufbereitet in einer Rechtsexpertise von Prof. Dr. Borges im Wissenspool des Projekts. Verbotene Praktiken der KI-Verordnung (Gesichts- und Verhaltenserkennung in Echtzeit) sind auch privat tabu.
Beruflich: IT-Abteilung, Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung, Datenschutzbeauftragte, KI-Beauftragter, Kostenträger und technischer Beratungsdienst müssen mitentscheiden – und alle brauchen rollenspezifische KI-Kompetenz. Die KI-Verordnung greift stärker; verantwortlich sind Anbieter, Betreiber und Arbeitgeber, aber auch Nutzerinnen und Nutzer haben Pflichten. Paragraf 45a UrhG erlaubt die Umwandlung geschützter Werke in barrierefreie Formate – für sich persönlich, ohne Zustimmung und ohne Vergütung des Urhebers.
Aus der Praxis: Eine Formatkreissäge mit KI-Fingererkennung sichert den Arbeitsplatz eines sehbehinderten Tischlers, den der Betriebsarzt schon aufgegeben hatte. Seeing AI auf einem iPad im Standsystem beschleunigt die Postsortierung einer blinden Bürokauffrau. ChatGPT kompensiert die Lese-Rechtschreib-Schwäche eines Werbetexters. Und: KI ist förderfähig wie jedes andere Hilfsmittel – auch bei Abo- und Pay-per-Use-Modellen, finanziert über die Ausgleichsabgabe.
Der Appell an die Hersteller: Lasst uns auswählen, welches KI-Modell läuft und wo. Ohne diese Wahl ist DSGVO-konformer Einsatz im Unternehmen kaum machbar.
Mehr Informationen: https://sightcity.net/F031010
Über die SightCity
Die SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net
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Transkript
hallo herzlich willkommen zum Mitschnitt des Forums
ja
Die Unterschiede
privater und beruflicher Nutzung von KI als Hilfsmittel
Chancen und Herausforderungen
Referenten Michael Tieke-Benecke und Holger Ross
viel Spaß mit dem Vortrag
vielen herzlichen Dank für die Einladung dass wir hier
den Vortrag halten dürfen zur
zu den Unterschieden zwischen
privater und beruflicher Nutzung von KI
als Hilfsmittel willkommen auch
bei den Zuschauern die online heute dabei sind genau KI
entwickelt sich so schnell
wie ja in den letzten 50 Jahren nicht
und das heißt wir haben immer bessere
KI-Modelle und immer
vielfältigere KI-Modelle
hinzukommt dass wir alle
ja unterschiedliche Leben führen
an unterschiedlichen Arbeitsplätzen unterschiedliche
Berufe ausüben und
da is bei all dem was wir in dem Vortrag vorher gehört haben
natürlich die Frage
wie bleibt uns da die Zeit uns zu informieren wie man KI
nutzen kann sinnvoll nutzen kann
und das ist ne große Herausforderung
und da gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen
beruflicher und privater Nutzung von KI
Mein Name ist Michael Tieke-Benecke ich bin
Mitarbeiter beim
Bundesverband Deutscher
Berufsförderungswerke und Projektreferent
im Forschungsprojekt KI-Kompass Inklusiv
unser Forschungsprojekt
hat sich zum Ziel gesetzt ein Kompetenzzentrum für KI
und Inklusion in der Arbeitswelt aufzubauen
und wir werden gefördert aus dem
Ausgleichsfonds des Bundesministeriums
für Arbeit und Soziales unser Fokus ist
KI in der Arbeitswelt
und wir zeigen heute n paar Unterschiede
zwischen privater und beruflicher Nutzung
in unserem Forschungsprojekt haben wir vier Verbundpartner
das is die Leitung
liegt beim Deutschen Forschungszentrum für Künstliche
Intelligenz
dann haben wir noch die drei
Verbundpartner aus der beruflichen Rehabilitation das ist
mein Arbeitgeber
der Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke
die Bundesarbeitsgemeinschaft der
Berufsbildungswerke und die Bundesarbeitsgemeinschaft der
Werkstätten für behinderte Menschen
ich verzichte jetzt auf ne ausführliche Projektpräsentation
aus zeitlichen Gründen
und verweise aber hier noch mal auf unsere Webseite
www.ki-kompass.de
auf der sie sich gerne informieren können
zu unseren verschiedensten Angeboten
ich kann heute ja auch nur Impulse setzen
wir haben aber in unserem Forschungsprojekt
auch zum Beispiel bieten wir Webinare
an zum Thema KI in denen sie
einiges aus dem was ich heute kurz nur anreißen kann
vertiefen können
wir haben verschiedene Projektpartner im in unserem
Forschungsprojekt
unter anderem
die Bundesarbeitsgemeinschaft der Inklusionsämter
und Hilfen der Sozialen Entschädigung
kurz BIH und die BIH ist zum Beispiel auch
bei uns im Projekt Beirat vertreten und heute
als Vertreter von der BIH ist Holger Ross dabei
der im zweiten Teil
der Präsentation sich
auch noch mal kurz vorstellen wird und
ja noch einen Beitrag leisten wird ja
zu den Unterschieden betrachten wir heute
die organisationalen
finanzielle rechtliche und und technische Rahmenbedingungen
und ich werde jetzt im Vortrag hauptsächlich
auf die Nutzung von ja bildverarbeitenden
KI-Systemen eingehen Sachen wie
Be My Eyes Seeing AI VoxyVision OrCam
Meta AI Glasses
teilweise hier auch heute auf der Messe
als Aussteller vertreten
ich beginne mit der privaten Nutzung von KI
da sieht es so aus dass
man hauptsächlich ja
heutzutage selbst entscheidet welche KI
Systeme man nutzen möchte bedeutet
aber eben auch dass man sich selbst informieren muss
häufig ist es nicht notwendig dass man
ja Apps die man sich aus dem
App Store runterlädt finanzieren muss
so dass man irgendwie auch
ja keine Beratung
bekommt aber das ist recht kompliziert denn
so schnell wie sich eben KI entwickelt ist es schwierig
ja wirklich auf Stand
zu bleiben zu wissen was gibt es für Hilfsmittel
im Bereich KI
und Datenbanken sind häufig nicht aktuell
und ja es gibt auch
ne sehr wenig unabhängige Erfahrungsberichte
zu KI-gestützten Hilfsmitteln
das ist sozusagen so eine organisatorische
ja Rahmenbedingung im privaten Bereich
ja wenn wir die Finanzierung anschauen dann ist
ja die komfortable
Situation noch im Moment dass sehr sehr vieles kostenfrei
im in App Stores und
online verfügbar ist sowohl für Handys als auch für Computer
so Sachen wie Be My Eyes Seeing AI gibt es kostenlos
und wenn mal ein Kostenträger
ja Kosten übernehmen muss zum Beispiel für eine
VoxyVision zum Beispiel
dann sind es im privaten Bereich
in der Regel Krankenkassen oder Eingliederungshilfe
in vereinzelten Fällen vielleicht
Unfallversicherungen die da
zuständig sind
und selbst wenn eben die Apps kostenfrei
zur Verfügung stehen dann zahlt man trotzdem
häufig einen Preis und das sind dann die Daten die man
eingibt in diesen
in diese KI-Systeme wenn wir eine Meta AI Glasses
anschauen dann werden da deutlich mehr Daten
erhoben als eigentlich für die Nutzung notwendig sind
und man weiß nicht so richtig was Meta
irgendwann mal mit diesen Daten
so alles machen wird
rechtlich
ist das so im privaten Umfeld dass die Datenschutz
Datenschutzgrundverordnung natürlich auch eine Rolle spielt
und
ja wenn wir personenbezogene Daten
verarbeiten
erfassen mit einer ja zum Beispiel Datenbrille
dann stellt sich natürlich die Frage
ja was passiert mit diesen Daten
es gibt für den privaten
Familienbereich so die sogenannte Haushaltsausnahme
da kann ich ja Daten
erfassen personenbezogene Daten von meiner Familie
und zum Beispiel auf meinem Handy speichern
oder für ein privates Album benutzen
Kommunikation
betreiben über WhatsApp Bilder verschicken oder per E-Mail
aber wenn das über den Familienbereich hinausgeht
also schon Freundeskreis oder Bekanntenkreis
dann fängt es schon an ja
schwierig zu werden mit dat mit der
Datenschutzgrundverordnung
wenn ich da kein Einverständnis von den
betroffenen Personen
habe dass ich eben
diese Daten ja in die Cloud oder
ja an Dritte weiterschicken möchte
aber eben in diesem Hause
im im im Familienbereich bei der Haushaltsausnahme
ist es so dass eben die DSGVO
die Datenschutzgrundverordnung in ja eher weniger
greift ich muss an der
an der Stelle sagen ich bin kein Jurist
es ist keine Rechtsberatung die wir hier machen
das sind Impulse die wir geben möchten und
genau mit der
mit dem Hinweis dass sie sich da gerne weiter
mit beschäftigen können und in die Tiefe gehen wenn sie das
ja wenn sie sich dazu informieren wollen
wenn wir in den öffentlichen Bereich gehen
zum Beispiel eben mit so einer Meta AI
Glasbrille
dann wird es deutlich schwieriger
denn im Grunde verbietet die Datenschutzgrundverordnung
dass man systematisch also im großen Stil
in der Öffentlichkeit mit einer solchen Brille herumläuft
und ja wahllos sag ich mal Menschen
Film die sich herum treiben weil man eben
gerade bei so einer Meta
AI Glasses nich weiß wo die Daten zum Schluss landen
es gibt allerdings ja
Situationen wo man gegebenenfalls ein berechtigtes Interesse
an einer Datenverarbeitung von personenbezogenen Daten
ja ableiten kann
wenn wir uns zum Beispiel eine Webcam anschauen die
nicht mit dem Internet
verbunden ist
die die Daten
nicht ja dauerhaft speichert
sondern nur im Moment der Verarbeitung
nutzt und und auch keine großen Metadaten erhebt
dann kann es
unter Umständen sein dass man eben sagt okay das Interesse
des Nutzers
ist im Ausgleich einer Sehbehinderung zum Beispiel
als Nachteilsausgleich
dass da das Interesse des Nutzers
überwiegt gegenüber dem Betroffenen also der Person
die die deren Daten aufgezeichnet werden
und diese Haushalts diese
dieses berechtigte Interesse als
eine Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung
ist n spannender Aspekt der auch in der Rechts
in einer Rechtsexpertise von
Professor Doktor Borges aufbereitet wurde
diese Rechtsexpertise das ist
auch auf unserer Webseite von KI-Kompass Inklusiv im
Wissenspool zu finden wenn sie sich damit
näher beschäftigen wollen
die KI-Verordnung
die europäische
die richtet sich hauptsächlich eigentlich an KI
Anbieter also Entwickler und
an Betreiber vielleicht auch Unternehmen
weniger an Anwender
oder an an Privatpersonen
es gibt ein zwei Ausnahmen wie zum Beispiel
die verbotenen Praktiken das heißt zum Beispiel
die Gesichtserkennung Verhaltenserkennung in Echtzeit
wenn man KI-Systeme dafür nutzt
dann ist das verboten und möglicherweise sogar auch
strafbar im privaten Bereich
die technischen Rahmenbedingungen sind im Moment
relativ günstig denn wenn wir eben
Apps verwenden die in der Cloud die Rechenleistung nutzen
dann brauchen wir
keine besonders ja starken besonders
sag mal
teuren Eingabegeräte Smartphones oder PCs
sondern es reicht wenn wir Cloud-Dienste nutzen
und dort sozusagen
auf Kosten der KI-Anbieter dann die KI
Systeme betreiben lassen
es gibt aber auch ne ganz ja ne starke Entwicklung
lokaler KI-Modelle
so dass man auch immer mehr grade bei Spracheingabe
Sprachausgabe
lokal aufm PC oder aufm Smartphone KI nutzen kann was
natürlich den Datenschutz und die Datensicherheit deutlich
verbessert
große Chatbots wie wie wir es jetzt bei ChatGPT haben
es lassen sich allerdings
ja wahrscheinlich auch noch lange Zeit nicht lokal
auf Smartphones
in der Qualität betreiben in der wir es
von ChatGPT oder
Mistral oder Claude heute schon sehen
soweit eben zur privaten Nutzung jetzt
gehe ich weiter
in der beruflichen Nutzung und da haben wir in Unternehmen
natürlich leider die Situation
dass wir es mit sehr sehr vielen Akteuren zu tun
haben wenn ich jetzt eben in einem Unternehmen eine KI
als Hilfsmittel einführen möchte
dann
ja und wenn wir jetzt von Copilot ausgehen welches für
ja alle
Mitarbeiter im Unternehmen zuständig
hilfreich ist und nutzbar ist
dann haben wir immer IT
Abteilung Betriebsräte Schwerbehindertenvertretung
Datenschutzbeauftragte möglicherweise n KI-Beauftragten
mit im Boot
die entscheiden müssen und zustimmen müssen dass diese KI
ja eingeführt wird
dann haben wir bei Hilfsmitteln auch noch
möglicherweise n Kostenträger
n technischer Beratungsdienst der da auch noch
mit sozusagen berät
und alle diese Akteure müssen
ja KI-Kompetenzen haben müssen
ja informiert bewerten können was diese KI
kann wo möglicherweise Risiken liegen und
da zum Thema KI-Kompetenzen komm ich gleich noch mal
aber wir sehen hier anhand dieser Liste von Akteuren das
natürlich deutlich komplexer
is als wenn ich als privater Nutzer selbst entscheide
was ich nutzen möchte
im unternehmenskontext greift auch noch mal viel stärker
die europäische
KI-Verordnung
die ja ausgerichtet ist dass oder
sicherstellen soll dass KI
Systeme in Unternehmen
ja sicher sind Grundrechte respektieren
transparent und vertrauenswürdig sind und bleiben
das heißt es muss auch dort immer wieder
ja geprüft und
bewertet werden
verantwortlich dafür
für diese Prüfung und Bewertung sind die
KI-Anbieter und
die KI-Betreiber gegebenenfalls
die Arbeitgeber wenn eben eine KI
auf einem Unternehmensserver oder
ja im Auftrag eines Arbeitgebers betrieben wird
und
die Nutzerinnen die sind aber da nicht ganz außen vor
die sind verpflichtet diese KI
Systeme in Unternehmen dann so zu nutzen
wie es die Anleitung sagt oder wie es möglicherweise die KI
Richtlinie des
Unternehmens vorgibt
also auch da
gibt es eine Verantwortung der Nutzerinnen
jetzt komm ich noch mal kurz zu den KI-Kompetenzen
das
KI-Kompetenzen in Unternehmen bedeutet nicht dass man
irgendwie eine Schulung anbietet für alle Mitarbeiter
und dann sind die KI kompetent
sondern es ist ein
fortlaufender Prozess und vor allem ist es auch
rollenspezifisch und
anwendungsspezifisch das bedeutet dass ein
IT-Beauftragter
andere Kompetenzen benötigt im Kontext auf zu KI
als ein Sachbearbeiter oder ein
Datenschutzbeauftragter das heißt alle
diese Personen müssen entsprechend
ihrer Rolle halt eben geschult werden und Kompetenz
mitbringen wenn KI
eingesetzt wird
es gibt bei der Regulierung
auch das Urheberrecht das immer wieder
ja genannt wird im Kontext KI
meistens wird es genannt wenn
Daten wenn KI-Modelle trainiert werden
aber es spielt auch ne Rolle bei der Nutzung von KI
System das
heißt wenn ich
urheberrechtlich geschützte
Werke habe dann darf ich die nich einfach in eine KI
in ChatGPT oder so laden ohne das Einverständnis des
Urhebers und
wenn wir uns jetzt Hilfsmittel als Nachteilsausgleich
anschauen dann gibt es aber den schönen
Paragrafen 45a im Urheberrechtsgesetz
auch das ist wieder keine Rechtsberatung aber
dieser Paragraph sagt dass Menschen mit Behinderung
ja ja urheberrechtlich geschützte
Werke in barrierefreie Formate umwandeln dürfen
wenn es eben aufgrund ihrer Behinderung notwendig ist
und da kann man natürlich oder könnte man natürlich
dann auch ja
das so auslegen
dass KI-Systeme da auch verwendet werden dürfen
und dann braucht es nicht die Zustimmung des
Urhebers wenn ich als einzelne Person
das machen möchte für mich persönlich ich darf's nicht für
für viele Menschen machen
weil dann ist es wieder ne Vervielfältigung
und ich muss auch den Urheber nicht vergüten
allerdings
ist da auch sicher nicht so dass man da einfach jetzt
im großen Stil einfach alles reinpacken darf bei jeder KI
die man ja
gerne nutzen möchte sondern
man sollte schon auch ne informierte Entscheidung
treffen welche KI man nutzt
wenn man die Wahl hat ein lokales KI-Modell
zu nutzen für seine
vor so für so eine
Datenverarbeitung so dass eben diese Daten dann nicht
weiter verwendet werden für ein KI
Training dann sollte man das tun
das heißt es ist
man und soll man ist schon als Anwender auch angewiesen
ja verantwortlich mit den Daten der Urheber
dann umzugehen
und nich sozusagen für jegliche Verwendung dann
freizugeben
das als kleiner Hinweis zum Thema Urheberrecht und
barrierefreie Formate
die technischen Rahmenbedingungen
sind ja auch günstig im Moment
aber eben auch in Unternehmen
häufiger häufig komplexer als bei privaten Nutzer
nutzungen
weil häufig dann ja unternehmensinterne Daten
noch verbunden werden mit mit KI-Systemen
die aufgrund der DSGVO dann
möglicherweise europäische Server eben
oder lokale KI-Systeme betrieben werden müssen
und wenn das so nicht möglich ist dann müssten
zusätzliche Vereinbarung mit den
KI-Anbietern vertraglich ja
abgeschlossen werden
so dass es eben ja DSGVO-konform
eine KI genutzt werden kann
leider kann man heute bei Hilfsmitteln
häufig nicht auswählen welches KI
Modell man nutzen möchte und wo dieses KI
Modell betrieben werden soll
und wenn heute hier irgendwelche KI
Anbieter und Hersteller von Hilfsmitteln zuhören
dann ist auf jeden Fall ein Appell sozusagen an die KI
Anbieter und Hersteller dass sie
das ermöglichen in Zukunft
denn nur so ist KI
in Unternehmen als Hilfsmittel auch nutzbar wenn man eben
dies auch DSGVO konform betreiben kann
und das sehen wir häufig
leider nicht dass da
ja das so ohne weiteres möglich ist
sondern dass einfach
pauschal ja viele günstige
ausländische Modelle verwendet werden
anstatt ja mit ein wenig mehr Kosten dann europäische
Cloud-Produkte
benutzt werden und damit gebe ich weiter an Holger Ross
ja
hallo also mein Name ist Oliver Dietrich
eine Frage ist ja was ich schon in den Vorträgen
vorher gehört hab ist dass zum Beispiel
Meta nur noch bis Ende des Monats Zeit gibt um eben
um zu sagen zu können meine Daten die ich bis jetzt
über die Meta KI genutzt hab
dass sie die nicht weiter benutzen sollen da gibt's wohl
ne Frist das find ich natürlich
auch bedenklich wenn dann die Daten
schutzverordnung von Europa so damit umgangen wird
die zweite Sache ist natürlich
sollten die Hilfsmittelanbieter vielleicht dafür sorgen
dass dann vielleicht alle mit
Mistral arbeiten weil das ne europäische
KI ist oder ist das da schon
bin ich damit zu meiner Frage schon zu weit irgendwie
na ja also die Frage ist ob die Leistung von Mistral
also es wär sicherlich wahrscheinlich qualitativ
n n Rückschritt aber
ich denke in die Richtung
sollte es in Zukunft auf jeden Fall gehen
also Mistral ist sicherlich jetzt heute schon auf dem Stand
auf dem OpenAI
zu Beginn dieser ganzen ChatGPT Geschichte war
teilweise mit vielen
vielen mehr Funktionen als ChatGPT im Jahr 2023
da wird sich ja
viel Entwicklung auch noch passieren
aber in die Richtung ja sollte es auf jeden Fall gehen
wenn wir ja Hilfsmittel in ja sowohl privat
als auch oder überhaupt KI
DSGVO-konform in
im privaten und im Unternehmen auch nutzen wollen
das seh ich auf jeden Fall so ja ja
ja vielen Dank herzlich willkommen auch von meiner Seite
Mein Name ist Holger Ross ich bin
technischer Berater im Technischen Beratungsdienst
des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe in Münster
was machen Technische Beratungsdienste
wir gehen an die Arbeitsplätze wo schwerbehinderte Menschen
arbeiten und versuchen
durch technische Maßnahmen Handicaps
oder Auswirkungen des Handicaps auszugleichen das geht
bis zu nem gewissen Grade geht das
es bleiben natürlich manchmal auch Lücken aber wir
wir tun unser Bestes
dass im Prinzip Auswirkungen die durch Behinderung
am Arbeitsplatz entstehen
und es geht hier um um wirklich um Arbeit
ausgeglichen werden können
ja die Technischen Beratungsdienste sind
in ganz Deutschland vertreten
ich bin jetzt aus Westfalen-Lippe
aber es gibt sie
überall in jedem Bundesland auch in Ihren Bundesländern
wo Sie wo Sie leben und arbeiten
und können
auf sehr niederschwelligem Wege auch eingeschaltet werden
wir als
Dachvereinigung
der unter anderem Technischen
Beratungsdienste fungiert die
BIH das hatte
der Michael grad schon angekündigt die BIH ist Teil
des Beirats des Projektes dieses tollen Projektes
KI-Kompass Inklusiv
von der wir als technischer Berater
oder als Technische Beratungsdienste auch sehr profitieren
ja ich möchte heute einfach mal so aus der Praxis berichten
wo KI
schon am Arbeitsplatz vorhanden ist wo wir drin waren
als Berater wo wir
Ideen hatten wo wir Lösungen
vielleicht vorschlagen
konnten und der erste Fall den ich mitgebracht hab ist
n spannender Fall von nem
sehbehinderten Tischler der ungefähr noch bei 10 Prozent
Visus war als ich ihn das war mein Fall gewesen so sogar
als ich ihn getroffen hab und wo der
Betriebsarzt schon klar
angekündigt hat der kann eigentlich nicht mehr
an der Maschine arbeiten der muss halt an
an der Säge an der Formatkreissäge arbeiten und
ja Betriebsarzt hat er eigentlich schon gesagt geht nicht
Arbeitgeber wollte aber unbedingt
guter Mitarbeiter
lange dabei wollte dass der weiter arbeitet
und und der der Mensch mit der
Sehbehinderung auch er war wirklich engagiert und wollte
irgendwie n Weg
finden und da haben wir zusammen überlegt und
ja sind auf die Idee gekommen da gibt's ne Säge
wenn wir die Säge jetzt mit ner zusätzlichen Schutzfunktion
ausstatten würden
dann wär vielleicht ne Möglichkeit
und diese Schutzfunktion die wird
über KI realisiert
tschuldigung das ist im Prinzip ne neue
neuartige Säge von der Firma aus
aus der Region
aus der wir auch kommen
die es aber mittlerweile auch überall gibt
und diese KI-Funktion
erkennt Finger
also im Prinzip wenn Finger
durch n Kamerasystem
Finger erkannt werden dann kann diese Säge
Finger von allen möglichen anderen Gegenständen
sozusagen unterscheiden und das Sägeblatt wegklappen
und das war so die Idee können wir vielleicht mit der Säge
den Menschen befähigen dass er weiterhin
an seinem Arbeitsplatz verbleiben kann da wurde
dann auch weil der Arbeitgeber
im Prinzip natürlich auch Sorge
hatte bezüglich versicherungsrechtlicher Bedingungen
die Berufsgenossenschaft mit ins Boot genommen und im
Endeffekt konnte mit der Beschaffung und der
Förderung dieser neuen Säge
der Arbeitsplatz gesichert werden
also ganz schönes Beispiel danke
das nächste Beispiel was wir hatten
war ne blinde Bürokauffrau die so im Posteingang sortieren
Rechnungen zuordnen
in Fächer verteilen im Prinzip Sortieraufgaben
und mit Suchaufgaben erledigen musste und
der traditionelle Weg
heute ist ja dass man Sachen einscannt dass man mit JAWS
wenn man blind ist also mit nem Screenreader
sich die Sachen vorlesen lässt und dann zuordnet
das hat aber zu lang gedauert
also im Prinzip war da die Aufgabe
ne effektive Lösung zu finden so dass sie
relativ zügig auch diesen diese Arbeitsschritte
erledigen kann ja
ja und die Idee oder die
die Situation die Technik die wir da empfehlen konnten
war dann Seeing AI
mit mit nem iPad also n iPad mit Standsystem
mit der App so dass sie schnell Dinge zuordnen kann Seeing AI
ist ja schon mehrmals genannt worden heute
kann relativ zügig
Text erkennen Text vorlesen so dass man auch ohne
ausreichendes Sehvermögen diese Texte
oder Gedrucktes zuordnen kann
n drittes Beispiel
nicht aus dem Bereich
Sehbehinderung aber vielleicht auch interessant heute
ist n Werbetexter
der leider mit
Lese-Rechtschreib-Schwäche
aufgetaucht ist
das ist auch n konkreter Fall bei uns gewesen
das war n Kollege von mir
der Werbetexter ja
sehr kompetent
hat die Aufgabe
Broschüren Werbetexte Marketingmaterial und so weiter
zu erstellen
aber mit ner Lese-Rechtschreib-Schwäche natürlich schwierig klar
er kann super sprechen
es war so die Antwort
er spricht wie gedruckt war im Prinzip so
der Originalton aber
er kann natürlich nicht vernünftig fehlerfrei
formulieren und vor allem auch nicht kontrollieren
was er formuliert und da wurde
das ist jetzt n Fall der ist schon etwas älter ChatGPT
empfohlen auch implementiert
mittlerweile ChatGPT und
als Modell ist in der Marketingbranche
im Prinzip gesetzt aber damals war es noch ne Neuheit also
da haben wir die KI
genutzt um oder die KI wurde genutzt um
überhaupt was möglich zu machen um ne grundlegende
Kulturtechnik wie Lesen Schreiben
zu kompensieren
was ist für Technische Beratungsdienste
die Herausforderung so in den Situationen
wenn wir am Arbeitsplatz sind oder bei Arbeitgebern sind
wir hätten schon ganz gerne
mal so ne Teststellung also dass man
in der Beratung
vielleicht Ideen entwickeln kann und dann
Dinge ausprobieren kann so dass man vielleicht
auch für ne gewisse Zeit
ne ne Leihmöglichkeit hätte von nem KI-System
was immer wichtig ist
an der Stelle ist die technische Kompetenz auch des
des Menschen der es nutzt die
zu berücksichtigen und zu schauen
was funktioniert
und was funktioniert vielleicht auch nich wo gibt's Grenzen
Datenschutz und
alle Fragestellungen
rund um Datenschutz hatten wir schon erwähnt
das natürlich entscheidend ob man Lösung
implementieren kann und ob
auch Organisation Sachen unterstützen können
auch da die Abstufung dass man
auf in bei öffentlichen Arbeitgebern
oft noch größere Probleme hat in
Firmen die vielleicht schon
Dinge nutzen wie 365 wie
Copilot so dass man einfach auf bestehende Infrastruktur
da auch zurückgreifen kann
ja ganz wichtig Barrierefreiheit die Tools die KI
Tools die wir nutzen wollen müssen natürlich auch
barrierefrei sein das heißt
sie müssen auch mit Screenreadern
kompatibel sein sie müssen auch mit mit anderer
Software mit Hilfsmittel
Software einfach zusammenspielen können ja
im Prinzip zur finanziellen
Rahmenbedingung vielleicht noch mal zur Förderung
für uns ist KI
nichts anderes als auch n weiteres
Hilfsmittel im im
Werkzeugkasten das heißt es wird für
uns gesehen von den technischen Beratern
von den Inklusionsämtern die
häufig Kostenträger sind neben den Reha-Trägern
also die großen Reha-Träger
Rentenversicherung
Agentur für Arbeit und Berufsgenossenschaften
oder die Inklusionsämter
sind am Arbeitsplatz präsent und fördern
wir sehen das als normales
Hilfsmittel es kann gefördert werden
wie alle anderen Hilfsmittel auch
bei sogenannten
Abomodellen wir haben ja häufig Abomodelle
dann macht man im Prinzip ne
Förderung über n gewissen
Zeitraum so dass man für zwei Jahre zum Beispiel
die die Technologie die KI
das KI-Produkt dann fördern kann
ja
zukünftig
können natürlich auch noch mal verbrauchsabhängige
Kosten kommen
das heißt wenn man dann Pay per Use das heißt wenn
Sachen genutzt werden zahlt man
statt des Abo-Modells dann eher den den Gebrauch
aber auch das wird man sicherlich
abdecken können über
über unsere Fördermöglichkeiten
im Arbeitsleben im Arbeitsleben muss man generell sagen
ist es vielleicht n bisschen einfacher
beziehungsweise n bisschen flexibler als wenn man
über die Krankenkassen oder im Privatbereich
Hilfsmittel benötigt weil einfach
da die die Gelder die man auch
sozusagen dafür verwenden kann von Arbeitgebern
kommen über die Ausgleichsabgabe
und über das System der Ausgleichsabgabe und da
entsprechend von uns
aus den Inklusionsämtern
wiederum dafür genutzt werden können
danke wir hoffen der Vortrag hat Ihnen gefallen
mehr Informationen finden Sie unter sightcity.net/F031010
vielen Dank und bis zur nächsten SightCity