SightCity Podcast (DE)

Der deutschsprachige Teil unseres zweisprachigen Messe-Podcasts mit Fachvorträgen, Interviews und Innovationen für mehr Inklusion.

SightCity Forum 2026: Digitalexperten der PRO RETINA stellen ihre Hilfsmittel vor (F031008)

01.09.2026 24 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

 Zwei Digitalexperten der PRO RETINA zeigen auf der SightCity 2026, welche Hilfsmittel sie tatsächlich täglich nutzen. Markus Bernrieder erledigt 95 Prozent seiner digitalen Aufgaben über das iPhone und führt durch seine wichtigsten Apps – bis hin zu KI-Brillen, die inzwischen einen fortlaufenden Videostream beschreiben können. Steffen Beck erzählt anschließend seinen Weg vom Sehverlust zurück in die Selbstständigkeit und warnt vor blindem Vertrauen in ChatGPT. Aufgezeichnet am 27. Mai 2026. 

Die Digitalexperten der PRO RETINA (00:00:00)
Die Digitalexperten der PRO RETINA sind in der Regel auch Hilfsmittelberater – weil das digitale Thema in den letzten Jahren so stark in den Vordergrund gerückt ist, gab es dafür eine eigene Ausbildung.

Das iPhone als Schweizer Taschenmesser (00:01:12)
Markus Bernrieder erledigt nach eigener Aussage rund 95 Prozent seiner digitalen Aufgaben über das iPhone: Bankgeschäfte, E-Mail-Verkehr, Briefe schreiben, Verbindungen suchen, Zugtickets buchen, Schriftstücke vorlesen lassen.
Sein Plädoyer für den Screenreader (VoiceOver beim iPhone, TalkBack bei Android): Wer sich die Mühe macht, ihn zu lernen, kann das Gerät deutlich tiefer und vor allem sicherer bedienen als über Sprachassistenten allein.
Für Menschen mit Sehrest gibt es zusätzlich: eingebaute Lupen-Apps, Vorlese-Apps, die ohne Screenreader funktionieren, und Bildschirmvergrößerung. Der einfachste Trick von allen: ein Foto machen und es groß ziehen – damit lassen sich Speisekarte oder Fahrplan lesen. Ein Tablet dient ihm nur noch dazu, Fotos auf großer Fläche zu betrachten.

Alternative für Smartphone-Skeptiker (00:04:03)
Für alle, denen die Gestensteuerung zu umständlich ist: ein Gerät auf Smartphone-Basis mit drei großen, gummierten Tasten am unteren Bildschirmrand (vorwärts, rückwärts, Enter) und einem ansonsten unempfindlichen Bildschirm. Alle Funktionen lassen sich darüber bedienen, KI-Funktionen sind bereits an Bord. Das Gerät wird im Vortrag als Foxy Vision genannt und ist auf der Messe vertreten.

Die wichtigsten Apps im Überblick (00:05:16)
  • Seeing AI (Microsoft) – vorlesen, Bilder beschreiben, Produkte und Geldscheine erkennen; die „eierlegende Wollmilchsau"
  • Be My Eyes – sehende Hilfe per Videoanruf, plus die KI-Bilderkennung Be My AI
  • PiccyBot – beschreibt auch Videos, etwa die per WhatsApp zugeschickten
  • Orion – Gegenstände wiederfinden und den Weg finden; später auch auf der KI-Brille
  • ScribeMe – liest PDFs inklusive der enthaltenen Abbildungen aus, etwa Display-Skizzen in Betriebsanleitungen
  • Live Read – kleine App, die nur eine Sache macht: vorlesen, was vor die Kamera kommt
  • Voice Dream Scanner – interessant für Sehrestler, weil das Original sichtbar bleibt, während der Text vorgelesen wird
  • NaviLens – zum Beschriften
  • die SightCity-Messe-App
KI-Brillen: die Hände frei haben (00:09:01)
Keine dieser Brillen kann mehr als ein Handy – Smartphones können in der Regel deutlich mehr. Der entscheidende Vorteil: freie Hände. Aktueller Vorreiter ist Meta mit den Brillenherstellern Ray-Ban und Oakley; Google und Apple stehen in den Startlöchern, weitere KI-Brillen sind für den Herbst angekündigt.
Bemerkenswert findet der Referent, dass diese Brillen gar nicht als Hilfsmittel konstruiert wurden, sondern für Menschen, die YouTube-Videos machen und auf Instagram posten – und trotzdem so hilfreich sind. Das erspart den üblichen Hilfsmittelweg über hohe Preise und Kostenübernahme durch die Kasse.
Der Funktionsstand: Fragen wie „Was habe ich in der Hand?", „Lies mir das Schild vor", „Was steht auf der Speisekarte?" funktionieren zuverlässig – bislang aber statisch, also auf Basis eines Einzelfotos.

Vom Einzelbild zum Videostream (00:11:38)
Der neue Schritt: Die App Orion hat es als erste Drittanbieter-App auf die Meta-Brille geschafft und beschreibt einen fortlaufenden Videostream. Man vergibt einen Auftrag („Achte darauf, ob der Weg vor mir frei ist", „Ich suche einen Papierkorb / eine Bank / ein bestimmtes Gleis"), der dann laufend ausgeführt wird.
Zwei mitgeschnittene Tonbeispiele im Vortrag zeigen das: die Beschreibung eines Bürgersteigs mit Metallzaun, geparkten Autos und Fahrrad – und die Suche nach Gleis 15 im Bahnhof, bei der die Brille sich über die Anzeigetafeln 12, 13 und 14 zum richtigen Schild vorarbeitet.
Einschränkungen, die der Referent klar benennt: Rechts-links-Probleme, Verzug je nach Netzqualität (also langsam bewegen und stehen bleiben), Umgebungsgeräusche – und vor allem: sich nie blind darauf verlassen, den Langstock immer mitführen.

Frage aus dem Publikum: iPhone oder Android? (00:16:34)
Klare Empfehlung mit Begründung: Wer technisch erfahren ist und sich gerne selbst einarbeitet, ist mit Android gut aufgehoben. Wer auf Hilfe angewiesen ist, sollte zum iPhone greifen – der Pool an Helfenden ist ungleich größer. Zum Vergleich nennt der Referent zwei WhatsApp-Gruppen: 150 Mitglieder in der VoiceOver-Gruppe, 20 in der Android-Gruppe (Interessierte sind eingeladen).
Weitere Gründe: Bei Android unterscheidet sich vieles je nach Hersteller und Software-Variante, bei Apple ist es durchgehend gleich – ein iPhone 4 und ein iPhone 17 bedienen sich gleich. Und weil der Nutzerkreis bei Apple größer ist, entwickeln kleine App-Anbieter zuerst dort; eine Android-Umsetzung folgt vielleicht, vielleicht auch nicht.

Erfahrungsbericht: Vom Sehverlust zur digitalen Selbstständigkeit (00:18:36)
Steffen Becks Weg: pathologische Myopie, links frühgeburtlich erblindet, rechts alle Grade der Sehbehinderung durchlaufen – Netzhautablösung 2003, 2010 eine CNV, vergleichbar mit der Makuladegeneration. Für die Arbeit gab es eine Anpassung der Arbeitsmittel (Topolino, Bildschirmlesegerät, ein Nokia N86 mit KNFB Reader).
Entscheidend war die Selbstorganisation: 2010 Anschluss an die PRO RETINA Regionalgruppe Dresden, 2011 über das Universitätsklinikum Tübingen die Teilnahme an einer Studie zum Umgang mit synthetischer Sprache – was ihm half, Bücher und Zeitschriften zu lesen und rechtzeitig auf PDFs umzusteigen. 2013 der Umbruch: das geerbte iPhone 4s seines Sohnes und der konsequente Umstieg auf Apple.
Heute: iPhone 15 Plus und MacBook, Bücher- und Lese-Apps, Voice Dream Reader und Scanner, Navigations-App – und KI wie ChatGPT und Copilot, im Umgang mit Texten „fast unschlagbar".
Zwei Warnungen aus eigener Erfahrung: ChatGPT erklärte ihm einen Weg zu einem Menü, das es gar nicht gab, und gestand erst auf mehrfaches Nachfragen kleinlaut ein, nicht helfen zu können. Und eine erbetene Buchzusammenfassung war wunderbar formuliert – nur zu einem imaginären Buch. Sein Rat: konkrete Fragen, Quellenangaben, nachhaken.
Sein Schlussappell: „Seid mutig, verbindet euch, verknüpft euch, nutzt Selbsthilfegruppen oder Berater wie uns, um nicht aufzugeben" – und euch mit der Technik den Alltag und die Teilhabe zurückzuerobern.

Kontakt und Links

Über die SightCity
Die SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net

SightCity Kontakt (Allgemein)
E-Mail: info@sightcity.net
Website: https://www.sightcity.net
Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp 

Transkript

herzlich willkommen zum Mitschnitt des Forums vom 27.05.2026 Digitalexperten der PRO RETINA stellen ihre Hilfsmittel vor Referenten Markus Bernrieder und Steffen Beck viel Freude beim Zuschauen ja hallo in die Runde wir freuen uns dass wir hier sein dürfen mein Name ist Markus Bernrieder und der Kollege Steffen Beck ist mit dabei der dann den zweiten Teil von unserem kleinen Vortrag gestalten wird ja das Thema ist das Thema ist die Digitalexperten der PRO RETINA stellen ihre Hilfsmittel vor die Digitalexperten sind in der PRO RETINA in der Regel auch Hilfsmittelberater aber in den letzten Jahren hat sich halt das digitale Thema sehr stark nach vorne gedrängt und so hatten wir da auch einiges an Ausbildung und die Leute die sich da besonders dafür interessieren beraten eben auch im Bereich digitales ja es ist die Frage die Experten stellen ihre Hilfsmittel vor das wäre bei mir sehr schnell abgehandelt da würde ich sagen das ist mein iPhone und das erledigt sozusagen 95 Prozent meiner digitalen Aufgaben die ich zu tun habe ich bin zum Glück nicht mehr berufstätig muss also nicht zwingend mit dem PC arbeiten und habe alles ausgelagert auf mein iPhone was ich so tagtäglich zu tun habe das heißt meine Bankgeschäfte meinen E-Mail-Verkehr auch die Briefe die ich noch zu schreiben habe meine üblichen Verbindungen rauszusuchen Zugtickets zu buchen mir Briefe oder andere Schriftstücke vorlesen zu lassen all dieses ist mittlerweile ganz problemlos mit so einem Smartphone möglich vor allem ist es sehr gut möglich wenn man sich die Mühe macht sich den Screenreader anzueignen beim iPhone wäre es jetzt VoiceOver bei den Android-Geräten TalkBack mit der Funktion oder wenn man sich diese Funktion aneignet hat man doch noch viel bessere Möglichkeiten in der Tiefe des Geräts zu bedienen als nur die Assistenten zu benutzen die Assistenten ja ich denke weithin bekannt die Siri das sind die Sprachassistenten und ja das eine oder andere können die ganz gut erledigen aber oftmals denkt man rauft man sich die Haare und denkt Gott bewahre was erzählst du mir oder was machst du also wenn man sein Gerät sicher und vor allem ohne Fehler zu machen ohne aus Versehen irgendwo falsch zu tippen oder so weiter bedienen möchte dann sollte man sich so einen Screenreader eben aneignen ich selber habe noch einen Sehrest zur Verfügung zum Glück und somit habe ich mich auch ein bisschen fokussiert auf die Personen denen es auch so geht also die nicht vollständig blind sind sondern ihre Geräte auch noch mit Sehrest sprich optisch benutzen auch in dem Bereich gibt es nämlich jede Menge Hilfsmittel es gibt eingebaute Lupen Apps es gibt auch Vorlese-Apps die funktionieren ohne einen Screenreader zu benutzen man kann sich den Bildschirm vergrößern und ich denke das allereinfachste Hilfsmittel das die meisten sicherlich tagtäglich benutzen ist ich mache einfach ein Foto und dann schaue ich mir das Foto an und ziehe mir das groß und dann schon kann ich meine Speisekarte oder meinen Zugfahrplan oder dergleichen ablesen dadurch dass ich eben noch den Sehrest benutze habe ich auch zusätzlich noch ein Tablet im Betrieb das aber tatsächlich für mich nur noch dazu dient meine Fotos zu vergrößern auszusortieren zu schauen wie sind die Gesichtsausdrücke oder so dort kann ich's halt einfach noch mal auf ner größeren Fläche riesig machen ansonsten wie gesagt funktioniert bei mir eigentlich alles was ich brauche auf dem iPhone ja wie der Dario schon immer gesagt hat das Schweizer Taschenmesser unter den Hilfsmitteln jetzt gibt es aber viele Leute die sagen ja okay das ist mir alles zu umständlich das ist so viel zu lernen die vielen Gesten die man da können muss und ich will doch eigentlich nur meine Zeitschriftenartikel lesen meine Produkte im Kühlschrank schauen was ist das Notizen machen oder eben schnell eine Lupe verwenden und da gibt es jetzt seit ein paar Jahren auch ein ganz tolles Hilfsmittel von dem ich sehr begeistert bin und dass ich immer in dem Fall eben empfehle wenn jemand sagt ich möchte nicht mehr mich befassen mit so einem modernen Smartphone und mir das alles aneignen das na hier sind wir noch bei den Apps da komm ich gleich noch dazu dieses Gerät ist im Prinzip auch auf Smartphone- Basis hat aber am unteren Bildschirmende einfach nur drei große Tasten die sind so gummiert die kann man fühlen und der restliche Bildschirm ist unempfindlich das heißt ich kann mit diesen Tasten vorwärts rückwärts oder eben Enter also okay drücken und kann so alle Funktionen die das Gerät bietet benutzen also auch für Leute die eben sagen ich Sie möchten nicht so ein Smartphone erlernen gibt's mittlerweile tolle Lösungen und auch hier sind schon KI-Funktionen mit an Bord und so dass man wirklich auch da die neueste Technologie sehr gut schon nutzen kann ich hab jetzt hier meinen Ausschnitt gezeigt meine wichtigsten Apps die ich so verwende und das ist ich gehe einfach mal durch besonders damit sie so n Einblick haben weil das das Gerät allein ist natürlich schön und iPhones können auch schon viel was direkt an Bord dabei ist aber natürlich sind dann die die wahren Helfer sind auch die Apps die man sich dann drauf lädt ich denke auf jedes Smartphone sollte die App Seeing AI von Microsoft installiert sein das ist wirklich so ne App die sag ich mal alles kann die kann vorlesen die kann Bilder beschreiben die kann Produkte erkennen Geldscheine erkennen und so weiter also das ist so eine eierlegende Wollmilchsau dann das nächste ist die Be My Eyes App finde ich eine ganz wunderbare Geschichte zum einen kann man sich über diese App sehende Hilfe dazu holen die dann über die Smartphone Kamera blicken kann und uns sozusagen Anweisungen geben kann was zu tun ist eine Displayablesung oder wenn man sich verlaufen hat oder wie auch immer mit an Bord ist aber seit einigen Jahren auch die Funktion Be My AI und da geht's um eine KI Bilderkennung die wie ich finde immer noch sehr sehr leistungsfähig ist und mit der ich also jederzeit ein Foto machen kann und mir das dann ganz ausführlich beschreiben lassen kann was alles auf diesem Foto zu sehen ist und man muss ganz ehrlich sagen ich hab selten einen Sehenden getroffen der es mir besser hätte erklären können als diese KI das dann berichtet ja das nächste in der Reihe heißt PiccyBot die macht im Prinzip nichts anderes die beschreibt allerdings auch Videos sehr schön also man kann wenn man so kurze Videos hat vielfach wird uns das ja zugeschickt über WhatsApp und dergleichen und wir können dann oft ja gar nichts damit anfangen aber das wäre eine App die kann dann dieses Video erklären was da passiert dann habe ich die App Orion noch auf meiner ersten Seite die ist sehr hilfreich wenn's drum geht Gegenstände wiederzufinden oder auch meinen Weg zu finden und am Ende von meinem Vortrag komme ich da auch noch mal drauf zurück die ist nämlich auch jetzt sehr hilfreich was diese KI-Brillen betrifft ja bitte danke also das sind jetzt Apps die auf meinem iPhone sind das Gerät das ich vorhin beschrieben habe heißt Foxy Vision und ist hier auch in der Halle vertreten ach so wenn sie noch Fragen haben wir sind an unserem Stand von der PRO RETINA hier in der ersten Etage direkt gegenüber den Rolltreppen N 05 sagt der Steffen gerade vertreten und wir sind auch dort vor Ort wir beiden und sind ansprechbar wenn Sie noch Fragen zu den einzelnen Themen haben wir haben jetzt leider ein bisschen Zeitdruck und deswegen versuchen wir möglichst durchzukommen aber wie gesagt wir sind im Anschluss dann an unserem Stand für Sie ansprechbar ja also das sind eben Apps die jetzt sich auf meinem iPhone befinden ScribeMe ist ja hier in der Mitte das ist eine App die sehr gut PDFs auslesen kann und zwar inklusive der Bilder also angenommen ich habe eine Betriebsanleitung von meinem Backofen dann würden die auch die Skizzen die da oftmals drinnen sind von den Displays und so weiter wird er das auch erzählen die nächste Live Read eine ganz kleine App die nichts anderes macht als einfach nur vorzulesen was vor die Kamera kommt und ich bin großer Fan von Apps die nur eine Sache können der ist aber richtig gut das wäre diese Live Read dann habe ich noch den Voice Dream Scanner einfach ein Scanner der gerade für Sehrestler sehr interessant ist weil ich auch das das Original noch sehen kann obwohl mir dann der Text vorgelesen wird am Schluss noch NaviLens da kann man beschriften damit gehe ich jetzt auch nicht tiefer drauf ein und natürlich die SightCity-Messe-App muss hier natürlich dabei sein ganz klar ja jetzt haben wir schon gehört dass viele Apps dann auf künstliche Intelligenz zurückgreifen um eben Bilder zu beschreiben das funktioniert auch schon seit n paar Jahren sehr sehr gut denke ich ist mittlerweile wirklich richtig gut ausgereift und das nächste was jetzt kommt oder was stark im Kommen ist sind diese KI-Brillen also Brillen mit einer Kamera an Bord die dann mittels künstlicher Intelligenz uns erzählen können was sie sehen und der Unterschied also keine von diesen Brillen kann mehr als ein Handy im Gegenteil die Smartphones können in der Regel deutlich mehr aber der Riesenunterschied ist wir haben die Hände frei das heißt wenn wir so ne Brille auf der Nase haben dann haben wir die Hände frei um andere Dinge zu tun auch die App Be My Eyes ist zum Beispiel verknüpft und gerade da kann es hilfreich sein wenn ich eben meinem sehenden Helfer mit freien Händen zeigen kann oder sagen kann was ich eben tun möchte aktuell ist da noch eine Firma Vorreiter sage ich mal das ist die Firma Meta mit den Brillenherstellern Ray- Ban und Oakley gibt's verschiedene Modelle auch mit verschiedenen Leistungsfähigkeiten aber der Herbst soll auch weitere KI-Brillen bringen deswegen wenn sich jemand das überlegt denk ich man macht momentan nichts falsch sich so n Gerät zuzulegen also die Leistungsfähigkeit ist gut aber wenn jemand sagt ich will mal sehen was da noch so kommt also Google und Apple stehen da in den Startlöchern und wir sind eigentlich hochgespannt was da draus wird wie gut das funktionieren wird vor allem wie gut die Leistung sein wird für uns als blinde und Sehbehinderte weil das ist eine Besonderheit was mir auch besonders gut gefällt diese Brillen sind nicht als Hilfsmittel gedacht und konstruiert sondern die sind gebaut für Leute die YouTube Videos machen die Instagram posten also für den Personenkreis wurden die entwickelt gibt es tatsächlich auch schon relativ lang jetzt ist seit eineinhalb zwei Jahren in den USA bereits diese KI drauf gekommen und seit letztem Jahr auch bei uns in Deutschland ich hatte letztes Jahr hier auf der Messe schon so ein Modell auf der Nase da war's noch sehr rudimentär man musste alles in Englisch machen und es hat mal funktioniert mal nicht mittlerweile funktioniert es wirklich ganz toll also man kann sich sagen lassen oder ich kann fragen was hab ich in der Hand lies mir das vor lies mir das Schild vor was steht auf der Speisekarte was steht auf dem Wegweiser und so weiter das funktioniert alles sehr gut und und aber wie gesagt noch statisch das heißt es wird ein Foto gemacht und dann wird das Foto analysiert und mir wird erzählt was dort zu sehen ist der nächste große Schritt ist gerade erst passiert und zwar hier kommt die App Orion wieder ins Spiel die sind tatsächlich hier die 1. die das geschafft haben auf die Brille zu kommen als Drittanbieter App und mit dieser Orion-App auf der Meta-Brille habe ich jetzt erstmals die Möglichkeit wirklich auch sozusagen einen Videostream beschrieben zu bekommen ich kann nen Auftrag vergeben und kann sagen achte darauf ob der Weg vor mir frei ist und dann kriege ich immer wieder erzählt ja der Weg ist frei rechts liegt ein E-Roller links stehen Autos oder ich kann sagen ich suche einen Papierkorb am Bahnhof oder oder eine Bank oder ein bestimmtes Gleis also ich kann den Auftrag vergeben und der wird dann fortwährend ausgeführt auf Basis eines Videos beziehungsweise viele einzelne Bilder die hintereinander gemacht werden auch das funktioniert schon ganz ordentlich noch nicht hundertprozentig fehlerfrei es gibt noch rechts links Probleme und bei all diesen KI- Dingens ist es natürlich so man darf sich da nie blind drauf verlassen im wahrsten Sinne des Wortes sondern man sollte natürlich immer seinen Langstock mitführen und das überprüfen was da gesagt wird aber es ist wirklich erstaunlich was da schon erledigt wird und ja ich wollte da noch mal drauf zurückkommen eben dieses diese Brillen sind nicht für uns gemacht und trotzdem so hilfreich und das finde ich richtig richtig cool muss ich sagen weil wir kennen ja alle das Thema mit den Hilfsmitteln wie erstens mal sind sie in der Regel sehr sehr teuer wir müssen schauen dass wir die von der Kasse kriegen dass wir entsprechend eben auch vielleicht schlecht genug sehen um die zu kriegen es ist alles immer mit viel Aufwand verbunden und ich persönlich würde mir wünschen dass alle Gegenstände des Alltags für uns einfach nutzbar sind und im Idealfall noch so hilfreich sind wie eben aktuell diese KI- Brillen ich habe jetzt noch zwei Beispiele mitgebracht leider kann ich meinen Ton hier nicht auf den Bildschirm legen deswegen lass ich meinen Ton jetzt hier über das Mikro laufen das wird schon gehen Entschuldigung und dann könnt ihr einfach mal hören wie hört sich das an und wer's noch sehen kann kann auch sehen ich habe das Bild mit einem zweiten Handy mitgefilmt ich habe das heute erst gemacht ich bin immer ein Fan davon das immer ganz zeitnah zu machen beziehungsweise ich bin einfach immer spät dran mit allem ehrlicherweise aber ich zeige euch jetzt diese zwei Schnipsel noch um einen Eindruck zu haben Eindruck zu haben wie muss ich mir das Agieren mit so einer KI-Brille vorstellen und dann werde ich auch schon an den Steffen übergeben im Anschluss Entschuldigung ja noch eine kurze Sekunde Zoom fragt wie hieß die App die PDF liest ScribeMe ScribeMe ScribeMe ScribeMe S C R I ScribeMe alles klar wir schreiben ScribeMe jawohl alles klar danke schön gut dann schauen wir mal ob der Ton an ist der ist frei du gehst auf einem Bürgersteig der links von einem Metallzaun und rechts von einer Reihe geparkter Autos ist beschreibe meine Umgebung Metallzaun links Bürgersteig Schatten eines Zauns auf dem Bürgersteig Bürgersteig Fahrrad auf dem Bürgersteig rotes Gebäude mit vielen Fenstern weißes Gebäude rechts blauer Himmel schwarze Straßenlaterne links ja der Weg vor dir ich sehe die Gleise 12 und 13 auf den Anzeigetafeln über dir aber Gleis 15 ist nicht direkt in deinem Blickfeld ich sehe kein Gleis 15 direkt vor dir ist ein blaues Schild mit der Nummer 13 ich sehe ein Schild mit der Nummer 14 auf der linken Seite Gleis 15 ist nicht direkt vor Ihnen ja Gleis 15 ist direkt vor Ihnen auf der linken Seite zu sehen ich sehe ein blaues Schild mit der weißen Zahl 15 darauf das Gleis 15 anzeigt ja so also ihr habt es ja so ein bisschen hören können wie man sich das vorstellen muss natürlich muss man schauen mit Umgebungsgeräuschen und man merkt auch je nachdem wie gut das Netz gerade ist kann es auch einen Verzug geben das heißt ich kriege eventuell erst was angesagt wenn ich schon daran vorbeigelaufen bin also ich sollte mich damit relativ langsam bewegen vielleicht immer mal wieder auch stehen bleiben aber es kann durchaus eben schon eine Hilfe leisten die ich ich glaub eigentlich letztes Jahr noch gar nicht für möglich gehalten hätte und damit würde ich meinen Teil auch schon beenden und an den Steffen übergeben und sag vielen Dank für die Aufmerksamkeit ja die Frage war zu Android das ist tatsächlich ein schwieriges Thema sage ich mal also ich würde sagen ganz kurz gesagt jeder der Lust hat selber sich damit zu befassen sich da wirklich reinzuknien nachzugoogeln zu schauen auszuprobieren zu spielen wer technisch erfahren ist für den der ist mit Android sehr gut aufgehoben auch der wird das meiste davon schaffen wenn jemand auf Hilfe angewiesen ist und sagt wie geht das wie mache ich das wie komme ich dorthin wie komme ich dahin wie geht das mit dem Screenreader welche Gesten brauche ich würde ich dringend zu einem iPhone raten weil der Pool an Leuten die helfen können ist riesengroß und bei Android ist er das nicht also ich habe eine Gruppe da sind Leute drin die sich eben für VoiceOver interessieren da sind 150 Leute drin und dann gibt's noch eine für Leute mit Android da seid ihr auch eingeladen mitzumachen wer da reinkommen möchte sind WhatsApp-Gruppen da sind halt 20 Leute drin bei Android so kann man sich den Unterschied etwas vorstellen das ist der eine Punkt also wie gesagt es gehört viel Eigeninitiative bei Android dazu weil auch die es ist je nach Handyhersteller und je nach Software-Variante kann sich sehr viel unterscheiden und bei Apple ist durchgehend alles gleich also ich kann ein iPhone 4 in die Hand nehmen und ein iPhone 17 in die Hand nehmen und ich kann es einfach bedienen bei Android muss man sich anpassen sag ich mal und der letzte Grund den ich noch anführen kann ist es gibt natürlich dadurch dass der Nutzerkreis für Apple sehr groß ist wenn es da junge App- Entwickler gibt die sich was überlegen und was ausprobieren wie die Live Read die ich jetzt gerade gezeigt habe dann tun die das erstmal für die Apple Plattform weil dort die Nutzer halt sind dann kann man Glück haben dass es noch umgesetzt wird für Android oder es bleibt dabei dass es diese App dann nur für Apple gibt also das kann durchaus passieren die großen Hersteller Microsoft und so weiter die machen natürlich für alle Plattformen stellen ihre Apps zur Verfügung das ist ganz klar genau wie gesagt weitere Fragen wir sind dann bei unserem Stand damit wir hier die Zeit gut kurz halten danke danke ja ne ne jetzt bitte bitte die Zeit einhalten weil alle anderen nachher nach dem Abendessen hier sein müssen sonst gut ich werde mich auch kurz fassen mein Bericht ist eigentlich eher ein Erfahrungsbericht aus meiner eigenen Sicht um den Leuten vielleicht Mut zu machen oder anzuregen nicht aufzugeben also es ist bei mir eigentlich relativ so dass ich eine Augenerkrankung hatte eine pathologische Myopie frühgeburtlich erblindet bin links und rechts alle Grade der Sehbehinderung durchgemacht habe da Kurzsichtigkeit mit dem verlängerten Auge bis hin zur Netzhautablösung 2003 und weil das nicht gereicht hat 2010 eine CNV vergleichbar mit der Makuladegeneration ja was macht man nun ich war zu dem Zeitpunkt auswärts gearbeitet das Sehvermögen ließ drastisch nach was macht man nun ja für die Arbeit hab ich praktisch eine Anpassung von Arbeitsmitteln beim BEV bekommen damals mit Topolino gearbeitet mit Bildschirmlesegerät und noch mit einem Nokia N86 mit gigantischen 8 Megapixel Bildkamera aber schon mit KNFB Reader selbst habe ich mich aber selbst organisiert es war praktisch so dass ich 2010 Anschluss an die PRO RETINA Regionalgruppe Dresden gefunden habe dort Ermutigung gefunden habe und man muss sagen die Selbsthilfegruppen sind eben eine große Chance gemeinsam nach Lösungen zu suchen oder Hilfe zu finden oder auch Hinweise zu bekommen auf Studien aller Art so gelangte ich 2011 über eine Uni über das Universitätsklinikum Tübingen zu einer Studie die untersuchte wie blinde oder Sehbehinderte Menschen mit synthetischer Sprache zurechtkommen das hat mir stark geholfen gerade mit dieser Sprache klarzukommen Bücher zu lesen Zeitschriften zu lesen rechtzeitig auf PDFs umzusteigen und das hat mir praktisch das Leben erleichtert Technik ist eben wirklich ein Schritt auch zur Selbstständigkeit oder zumindest den Alltag zu meistern und damit umzugehen 2013 kam für mich der große Umbruch mein Sohn vererbte mir sein iPhone 4s das war ein Quantensprung schon allein die VoiceOver- Technologie und ich bin konsequent auf Apple Technologie umgestiegen ich nutze seitdem also ein iPhone derzeit ein iPhone 15 Plus da Markus hat schon einige Apps geschildert die genutzt werden ich nutze sehr viel Bücher-Apps Lese- Apps einen KNFB Reader zum Beispiel den nutzt man kaum noch den Voice Dream Reader der verbunden worden ist mit dem Voice Dream Scanner mit dem man eben Bücher oder Dokumente aller Art lesen kann die Navigations-App und ich möchte aber auch sagen dass die Beschäftigung mit dem iPhone trotzdem Herausforderung bleibt man muss wie Markus schon richtig sagt immer spielbereit sein und das nutzen ich bin inzwischen verrentet und weil das Sehvermögen so schlecht geworden ist dass es für die Arbeit nicht mehr reicht bin ich voll in die Ehrenamtstätigkeit bei der PRO RETINA und im örtlichen Blindenverband eingestiegen und meine hauptsächlichen Hilfsmittel sind das iPhone und das MacBook mit beiden komme ich sehr gut zurecht beim MacBook nutze ich ebenso wie auf dem iPhone inzwischen die KI Möglichkeiten wie zum Beispiel ChatGPT oder Copilot diese beiden Technologien sind sehr gut und vor allen Dingen im Umgang mit Texten sind sie eigentlich fast unschlagbar aber Vorsicht man sollte diesem ChatGPT nicht so sehr vertrauen also zwei kleine Beispiele wer schon längere Zeit ein iPhone nutzt da war es so dass 2023 ein Problem gab mit der Software beim Vorlesen immer bei Großbuchstaben Homograf angesagt wurde nichts liegt näher als dass ich mal ChatGPT frage wie ich mir das beheben kann und die zeigt mir einen Weg zu einem Menü zu dem ich hin sollte und einen Punkt ausschalten sollte alles gut und schön erklärt das Problem war nur das Menü gab es gar nicht auf mehrfaches Nachfragen hat es mir dann ChatGPT kleinlaut gestanden nein ich kann nicht helfen also nicht nur Augen auf beim Eierkauf sondern auch im Umgang mit diesen KIs konkrete Fragen Quellenangaben helfen da weiter ein zweites kleines Beispiel ich will dann abschließen eine Buchzusammenfassung wollte ich erreichen über Chat- GPT hat eine wunderbare Buchzusammenfassung kreiert das Programm allerdings nicht zu dem Buch sondern zu einem imaginären Buch was es gar nicht gab aber auch dort hilft ebenso konkret fragen vielleicht nach dem Vorwort fragen und wo kriegt man seine Antwort im Großen und Ganzen ich möchte das jetzt mal abkürzen möchte ich euch ermutigen seid mutig verbindet euch verknüpft euch nutzt Selbsthilfegruppen oder Berater wie uns um nicht aufzugeben und sich dann immer praktisch auch mit der Technik seinen Alltag zurückzuerobern Teilhabe zurückzuerobern und praktisch Detailarbeit am Leben damit ende ich schon und möchte euch Mut machen danke wir hoffen der Vortrag hat Ihnen gefallen mehr Informationen finden Sie unter sightcity.net/F031008 vielen Dank und bis zur nächsten SightCity