SightCity Forum 2026 - Ersetzt Artificial Intelligence (AI) alle Hilfsmittel? (F031002)
20.08.2026 32 min
Video zur Episode
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Zusammenfassung & Show Notes
Ersetzt künstliche Intelligenz in 20 Jahren alle Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen? Prof. Norbert Schrage geht in seinem Forumsbeitrag auf der SightCity 2026 das gesamte Hilfsmittelspektrum durch und fragt bei jedem Gerät: Was bleibt, was fällt weg? Der Vortrag mündet in eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum über Datenschutz, neue Abhängigkeiten von Netz und Anbietern und die Frage, ob behinderte Menschen ihre Daten zurückhalten oder gerade einbringen sollten. Aufgezeichnet am 27. Mai 2026.
KI drängt in unser Leben (00:00:00)
Jede Google-Abfrage, jede Wortvorhersage in WhatsApp, jede Suchmaschinenanfrage ist heute KI-gestützt – man muss sie aktiv abschalten, wenn man sie nicht will. Auf der Messe prallen nach Schrages Beobachtung zwei Welten aufeinander: der klassische Ersatz verlorener Sehleistung durch taktile und audiovisuelle Hilfsmittel und die vollständige Verbalisierung der Umwelt durch Artificial Intelligence. Seine Leitfrage: Werden wir in 20 Jahren noch eine SightCity brauchen, oder sitzen wir alle allein vor unseren Computern?
Ersatz ausgefallener Körperfunktionen: direkte und indirekte Kopplung (00:02:42)
Der medizinische Weg ist die direkte Ankopplung an den Körper – die Prothese nutzt denselben neuronalen Pfad. Beispiel: das Argus II, bei dem ein Elektroden-Array auf der Netzhaut die Nerven direkt elektrisch anspricht. Ein zerebrales Implantat wurde fünfmal implantiert; alle fünf Patienten starben langfristig an einer Enzephalitis – Proof of Principle, aber keine gute Idee. Der Hilfsmittelweg ist die indirekte Kopplung: vom Sehen auf Audio oder auf Taktiles umsteigen. Das muss adaptiert und gelernt werden, ein langer und zum Teil schmerzhafter Prozess. Neu hinzugekommen ist die AI-gestützte Bild-, Personen-, Text- und Kontexterkennung – für Schrage deshalb besonders spannend, weil daraus für viele Patienten unmittelbar eine Versorgung entsteht.
Erwähnte App: Microsoft Seeing AI – kostenfrei, mit Audiodeskription von Situationen und Bildern, Geldschein-Erkennung und Textvorlesefunktion.
Hilfsmittel heute: Orientierung, Körperpflege, Ernährung (00:05:14)
Ein Durchgang durch das reale Sortiment: Langstock, Taststock und Stützstock, Armbinden und Plaketten, reflektierende Klickbänder. Dosierhilfen für Shampoo und Flüssigseife, sprechende Personenwaage, sprechendes Fieberthermometer, Bügel- und Ärmelbügelhilfe, Wäschefaltbrett und das sprechende Farberkennungsgerät Colorino. In der Küche: sprechende Küchenwaage, Messlöffel-Set, akustische Füllstandsanzeige, Handfolienschneider, Kontrastschälchen, sichere Schneidbretter – und der Zwiebelhalter, den Schrage als „albern" bezeichnet und trotzdem für ein wertvolles Gerät hält, weil man beim Schälen sonst leicht abrutscht.
Texterkennung, Bild- und Farberkennung – und das Ende des Papiers (00:07:22)
Handleuchtlupen, Standlupen, Lupenleuchten, Teleskope, Einschlaglupen, elektronische Lupen, Bildschirmlesegeräte und Vorlesegeräte, dazu Schreib- und Unterschriftsschablonen, Linienpapier und Stifte in unterschiedlicher Dicke. Schrages These: Weil sich die gesamte Schriftkommunikation ins Digitale verlagert, entfällt langfristig mehr als die Hälfte dieser Geräte. Die digitale Unterschrift hat für blinde und sehbehinderte Menschen sogar einen eigenen Wert – man muss sich beim Schreiben nicht mehr exponieren.
Erwähnte App: Be My Eyes – hilft in Situationen, in denen man sich verlaufen hat, über das Smartphone schnell wieder Orientierung zu finden.
Mobilität: Der Traum vom selbstfahrenden Auto (00:09:13)
Schrages großer Traum: dass ein blinder oder sehbehinderter Mensch selbstständig sagen kann „ich möchte von A nach B", sich ein selbstfahrendes Auto holt, aussteigt und angekommen ist – wie jeder andere auch. Dazu sprechende und taktile Uhren, Vibrationsuhr, Timer mit Piepton. Für den Nahverkehr die App Abfahrt, die ansagt, welcher Zug oder Bus in der Nähe gerade losfährt und wie man dorthin kommt. Google Maps hat brauchbare Sprachausgaben, ist aber nach Schrages Einschätzung weniger sensitiv als Komoot. Beim Neubau seiner Klinik ist die Wegeführung vom Eingang bis zur Behandlung ein großes Thema – Leittechnik und Bodenleitsysteme.
Was Hilfsmittel können, was KI nicht kann – und umgekehrt (00:10:59)
Der Langstock bleibt: Er erkennt akut kleine Bodenwellen und Hindernisse, die auf keiner Karte der Welt verzeichnet sind, und verhindert Stürze. Reflektoren und Warnmittel, die den Mitmenschen signalisieren, dass hier jemand nicht gut sieht, bleiben ebenso entscheidend – wie auch Faltbügel, Dosierspender, Handarbeit und der Füllstandsanzeiger, denn den Finger in kochende Flüssigkeit zu halten ist keine gute Idee. Umgekehrt kann KI vorlesen, Kontext erkennen und Kontext ergänzen.
Die Grenzen: Bei Stromausfall oder ohne Internet ist man abgehängt. Auf dem Land funktioniert das Hilfsmittel plötzlich nicht mehr. Man braucht ein tragfähiges GPS-Signal – ein anderes System gibt es dafür bislang nicht. In Gebäuden hilft nur RFID-Technik und Gebäudeleittechnik.
Neue Abhängigkeiten: Datenschutz und Privatsphäre (00:13:49)
Wer diese Software nutzt, erlaubt den Herstellern tiefe Einblicke in sein Leben. Schrage verweist auf die Diskussion um OrCam, bei der die Daten auf israelische Server gingen und das Leben der Nutzenden faktisch mitgeschnitten wurde.
Aus dem Publikum und von der Moderation kommen mehrere Beiträge:
- Der Preis der Nutzung ist derzeit die Aufgabe sämtlicher Privatsphäre. Wer sich einen Arztbrief oder einen Befund vorlesen lässt, gibt ihn an den Anbieter weiter. Gefordert werden Wahlmöglichkeit und privatsphärefreundliche Alternativen.
- Ein Mitglied im Fachausschuss Informationstechnologie des DBSV berichtet von einem Papier zu KI und verweist auf die Entwicklung Richtung Edge – einfache Verarbeitung auf dem eigenen Gerät statt in der Cloud. Zentrale Forderung: ein spezieller Datenschutz für behinderte Menschen, weil sie sich anhand ihrer Daten besonders leicht wiedererkennen lassen.
- Ein Beitrag fordert, dass man bei ChatGPT und Google Gemini kontrollieren und selbstständig löschen können muss, welche Daten gespeichert sind.
- Schrage weist auf die Widerspruchsfrist bei Meta hin (31.05. des Jahres) und darauf, dass sich das entsprechende Formular gut versteckt findet.
- Als datenschutzfreundliche Alternative wird Foxy Vision von Hy-Tech genannt, das ohne Internetverbindung arbeitet.
- Schrages historische Einordnung: So sei es mit neuen Technologien immer gegangen – die ersten Autos dachten, sie hätten Vorfahrt vor jeder Kutsche, bis man sich auf Verkehrsregeln geeinigt hat. Wir sind Teil dieses Aushandlungsprozesses.
Zukunftsvision und Diskussion (00:19:16)
Schrages Vision für die nächsten 20 Jahre: eigenständige Mobilität durch autonomes Fahren im Individualverkehr, KI-gestützte Arbeitsassistenz statt flächendeckender persönlicher Assistenz und dadurch mehr Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt.
Ausgewählte Fragen und Beiträge aus dem Publikum:
- Gefahr der Vereinsamung: Wenn alles allein und mit KI funktioniert, geht die gemeinsame Lösungssuche verloren. Schrage empfiehlt dazu die Erzählung „The Machine Stops" von E. M. Forster, die den plötzlichen Abbruch eines internetartigen Systems beschreibt.
- Meta-Brille und Datenlöschung: Muss man das Unternehmen in den USA direkt und auf Englisch anschreiben? Schrage verweist auf das Widerspruchsformular bei WhatsApp und Instagram.
- Berufsbilder: Welches Berufsbild würde man einem 20-jährigen Patienten heute raten? Schrage verweist auf die Berufsbildungs- und Berufsförderungswerke – mahnt aber an, dass sich die Berufsbilder gerade wieder verändern. Von Besenbinder, Bürstenmacher und Korbflechter ging es über Brailleschrift und Assistenz ins Büromanagement, und genau dieser Bereich wird jetzt durch Artificial Intelligence streitig gemacht.
- Gegenposition: Ein Beitrag fordert das Gegenteil – möglichst viel KI nutzen und Daten einbringen, weil behinderte Menschen in den Weltmodellen sonst gar nicht vorkommen. Als Beispiel wird genannt, dass ChatGPT sich geweigert habe, ein Bild einer Person zu erzeugen, die beim Lesen ganz nah herangeht. Flankierend brauche es Sanktionen bei Missbrauch, ähnlich wie beim Vaterschaftstest im genetischen Bereich.
- Vermittelnde Position: Modelle sollen den Fakt „jemand ist behindert" lernen, aber nicht auf das Individuum heruntergebrochen werden – anonyme Daten statt persönlich identifizierender Merkmale.
- Abfrage im Raum: Fast alle Anwesenden besitzen und nutzen ein Smartphone. Niemand hält es für möglich, mit KI auf den Blindenlangstock zu verzichten. Auch die Brailleschrift, so das Fazit, wird nicht verschwinden.
Kontakt und Links
- Vortragsseite: https://sightcity.net/F031002
- SightCity: https://sightcity.net
Über die SightCity
Die SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net
SightCity Kontakt (Allgemein)
E-Mail: info@sightcity.net
Website: https://www.sightcity.net
Social Media: Facebook, Instagram, YouTube, Threads, TikTok, WhatsApp
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Transkript
Mitschnitt des Forums vom 27.05.2026
Ersetzt Artificial Intelligence (AI) alle Hilfsmittel
wie sieht die Rehabilitation einer
Sehbehinderung in 20 Jahren aus
Referent Professor Norbert Schrage
viel Spaß mit dem Vortrag
ich möchte Sie
kurz einführen in eine Sache die für uns alle eigentlich
die Jahre jetzt schon
sich abzeichnet Sie alle wenn Sie ein Handy benutzen
wenn Sie merken AI
drängt mit Macht in unser Leben hinein
jede Google-Abfrage die Sie im Augenblick tätigen
ist KI-unterstützt
viele
wenn Sie ich weiß nicht als Suchmaschine Bing und Ähnliches
benutzen kommen Sie an KI gar nicht vorbei
Sie müssen das aktiv
ausschalten wenn Sie es nicht haben wollen aber
inzwischen läuft das so wenn Sie über WhatsApp
kommunizieren
wenn Sie irgendwelche
Nachrichten absetzen der
Vervollständigungsassistent
schlägt Ihnen das nächstwahrscheinliche Wort vor
korrigiert Ihre Eingaben all das ist
nicht mehr programmiert sondern
das ist alles Artificial Intelligence
und wenn wir uns jetzt auf der Messe hier umschauen dann
sehen wir eigentlich zwei große Welten aufeinanderprallen
die bisherige geprägt von dem Ersatz
der verloren gegangenen Sehleistung durch taktile
audiovisuelle
und andere Hilfsmittel und dann auf der anderen Seite
die komplette Audiodeskription und die
Verbalisierung meiner Umwelt durch Artificial Intelligence
und die Frage
die ich mir gestellt habe
werden wir in 20 Jahren noch so was wie SightCity
hier brauchen
werden wir hier noch sitzen oder kann es sein
dass wir alle nur noch zu Hause vor unseren Computern
sitzen und uns das über
Artificial Intelligence das Leben an uns vorbeizieht
und irgendwo dazwischen
wird die Wahrheit liegen wie bei jeder
die bahnbrechende Innovation
verändert sich das Leben gewaltig
aber wir müssen uns überlegen wie wir damit umgehen
und ich habe jetzt mal
ganz grob gegliedert
in Text ich lese das alles vor braucht keiner mitschreiben
und vor allem braucht keiner lesen und wir können
fehlende ausgefallene
Körperfunktionen ersetzen und zwar im direkten
Ersatz das ist so ein bisschen das Thema der Medizin
und über Hilfsmittel der Unterschied der Prothese
die Sie als Hüftprothese kennen
oder auch als Sehprothese
ist die direkte Ankopplung an den Körper
und man benutzt den gleichen neuronalen Weg
man integriert es
in den Körper und man hat also dann die
sensorische Ankopplung das ist zum Beispiel das
Argus II gewesen
wo ein Elektroden-
Array auf der Netzhaut platziert wird
und die Nerven direkt elektrisch angesprochen werden
und daraus Bilder entstehen
oder sogar die vorbewusste Ankopplung
es hat dieses
zerebrale Implantat gegeben
das insgesamt fünfmal implantiert worden ist
alle fünf Patienten sind langfristig an einer
Enzephalitis gestorben
wo man dann sagen muss
keine besonders gute Idee gewesen
aber Proof of Principle ja das geht man kann das
und da gibt es die Hilfsmittel
die indirekte Kopplung
das heißt es wird ein anderer neuronaler Kanal benutzt
also vom Sehen
auf Audio oder vom Sehen auf
Taktiles umgestiegen
das muss man adaptieren
da muss man das muss man lernen das ist ein langer und
zum Teil auch schmerzhafter Prozess und
man hat dann die
Verbalisierung die Audiodeskription die wir beim Fußball
inzwischen bei großen Spielen regelmäßig haben
dass wirklich die Audiodeskription mitläuft
und wir haben dann
inzwischen die Artificial-Intelligence-unterstützte
selektive Mitteilung von Inhalten
also AI-gestützte Bild- Personen- Text- und Kontexterkennung
und das ist neu für mich
sehr spannend weil es Hilfsmittel sehr schnell
verfügbar macht und für viele Patienten unmittelbar
für mich eine Versorgung resultiert
ich mache ein bisschen Werbung für Microsoft Seeing AI
eine App die Sie kostenfrei runterladen können wo man
wirklich ganz hervorragend
ich sage mal das alltägliche Leben
mit bewerkstelligen kann mit Audiodeskription
von Situationen
von Bildern bis hin zu Geldschein-Erkennung
und Textvorlesen und ähnlichen Dingen
so welche Hilfsmittel benutzen wir nun
zurzeit und ich habe das mal gegliedert in Orientierung
Körperpflege Ernährung Kochen
Texterkennung Bild- und Farberkennung und Mobilität
ja bei der Orientierung haben wir die verschiedenen
Langstöcke den Taststock die Stützstöcke
und da muss man sehr oft genau gucken was geht
was braucht der Betroffene
und für welche Situation die entsprechenden
Mittel geeignet ja
Armbinden Plaketten
um sich zu identifizieren und
sozusagen den Mitmenschen zu signalisieren
hier ich kann das nicht gut sehen bitte gebt acht auf mich
Kugeln und reflektierende Klickbänder
zwei bei der Körperpflege
Dosierhilfen zum Beispiel Shampoo oder Flüssigseifen
sprechende Personenwaagen
Fingernagelfeilen spezielle
sprechendes Fieberthermometer und zur Kleiderpflege gibt es
einige Dinge wie Bügelhilfe Ärmelbügelhilfe Wäschefaltbrett
und sprechendes Farberkennungsgerät Colorino
damit man nicht rumläuft wie der sprichwörtliche bunte Hund
all solche Geräte sind nicht unbedingt durch AI zu ersetzen
und dann in der Ernährung Kochen
sprechende Küchenwaage Messlöffel-Set
akustische Füllstandsanzeige das sind alles Geräte
die Sie hier auf der Seite sich angucken können
so Zwiebelhalter so wirklich
alberne Sachen
aber wenn man es nicht gut sieht
ist eine Zwiebel nicht ganz schwer
nicht ganz leicht zu schälen weil
man mit dem Messer da schnell abrutscht und deswegen
Zwiebelhalter
ist tatsächlich
ein wertvolles Gerät wenn man sich was Schmackhaftes
zubereiten will
ein Handfolienschneider
Silikondeckel rund und
eckig und solche Sachen Kontrastschälchen
verschiedene Küchenmesser und der Sparschäler gehört
natürlich dazu und spezielle
sichere Schneidbretter das sind alles Dinge
die man braucht
um als Blinder und Sehbehinderter
sich ein ordentliches Essen zubereiten zu können
so dann kommt die Texterkennung
Handleuchtlupen Zubehör Tischklemmen Standlupen
Lupenleuchten Teleskope
Einschlaglupen
elektronische Lupen Bildschirmlesegerät und Vorlesegeräte
ja spezielle Beleuchtung
Schreibschablonen Unterschriftsschablonen Linienpapier
verschiedene Stifte in unterschiedlicher Dicke
wenn wir uns das angucken
dann fragt man sich
was davon werden wir in 20 Jahren noch brauchen
lehren und den Patienten mitgeben müssen danke ja
denn zunehmend verlagert sich unsere gesamte
Schriftkommunikation
auf digitale Inhalte das heißt wir haben
kaum noch Papier
so ein Katalog wie dieser hier der ja teuer bedruckt wird ja
der ist ja tatsächlich was Haptisches
aber im Endeffekt langfristig
glaube ich nicht dass wir noch auf Papier Gedrucktes
haben und langfristig haben werden
damit entfallen aber von den Geräten die wir hier haben
praktisch mehr als die Hälfte
eine Unterschriftsschablone ja
aber auch da gibt es inzwischen digitale Unterschriften
und die sind für einen Blinden und Sehbehinderten durchaus
ein wichtiges Mittel
eben nicht mehr sich beim Schreiben exponieren zu müssen
so Bild- und Farberkennung
da kommen wir jetzt in die Audiodeskription
in ein sehr schönes Hilfsmittel Be My Eyes das einen in Situationen
wo man sich mal verlaufen hat sich nicht wiederfindet
dann über ein Smartphone
schnell wieder
einfangen lässt und die App wie zum Beispiel Seeing AI
aber dann natürlich auch wieder
Handleuchtlupen Standlupen und Teleskope
hier vorne in Benutzung schön zu sehen
elektronische Lupen Bildschirmlesegeräte und Vorlesegeräte
und nicht zuletzt Mobilität
hier ist ja für mich der große Traum
den ich schon länger
träume und der sich vielleicht auch abzeichnet
nämlich dass man
als Blinder und Sehbehinderter
vielleicht doch ganz selbstständig
sagen kann ich möchte jetzt von A nach B
und ich hole mir
mein selbstfahrendes Auto
und das fährt mich
von A nach B und ich steige aus und bin da wo ich hin will
wie jeder normale Mensch der
heute ins Auto steigt und sagt ich fahre jetzt von A nach B
das ist
ein schwieriges Thema aber ich hoffe dass es kommt
Be My Eyes hatten wir schon Seeing AI
da kommen jetzt bei Mobilität Dinge wie sprechende
und taktile Uhren Vibrationsuhr Timer mit Piepton und
die Teleskope gerade bei der Orientierung bei
Bahnen bei Fahrplänen und Ähnlichem
da gibt es eine sehr nette App die heißt Abfahrt da kann man
sehr schön sich orientieren
wird einem angesagt welcher Zug oder Bus in der
Nähe gerade losfährt wo der hinfährt wie man dahin kommt
ja im Augenblick bauen wir eine neue Klinik
da ist ein ganz großes Thema
wie kommt denn ein Blinder und Sehbehinderter
von unserem Eingang
bis zu unseren Punkten wo wir jetzt
ihn behandeln müssen
diagnostizieren müssen mit ihm reden müssen
ja und Leittechnik Bodenleitsysteme
die Sie hier ja auf der Messe auch vielfach sehen
dann Google Maps hat durchaus auch für Blinde und Sehbehinderte
Sprachausgaben die durchaus funktionieren
nicht ganz so
sensitiv sind wie die App Komoot und ja und dann
muss man sich die Frage stellen was können diese
Hilfsmittel was AI nicht kann
und ich glaube sich
auf diese Frage zu konzentrieren hilft uns ein bisschen
in die Richtung zu denken
was fällt nicht weg
danke ja der Langstock
glaube ich wird ein Mittel bleiben sich in mäßig
bekannter Umgebung zu orientieren und zwar akut
um Stürze zu vermeiden die man taktil voraussehen
und vorausfühlen kann die man eben nicht
in der App erfahren kann insbesondere kleine Bodenwellen
insbesondere kleine Hindernisse die auf keiner Karte
dieser Welt verzeichnet sind
sind damit identifizierbar und
die Warnfunktion im Sinne von
Reflektoren und
Mitteln die unseren Mitmenschen signalisieren hier ist
jemand der nicht gut schauen kann die sind
absolut entscheidend die praktischen Hilfen
Faltbügel Dosierspender und Ähnliches wird die AI
sicher nicht ersetzen
und die Handarbeit ebenso nicht
und wenn Sie sich ein Glas eingießen
dann brauchen Sie einen Füllstandsanzeiger oder
Sie halten Ihren Finger
rein was bei kochenden Flüssigkeiten keine gute Idee ist
deswegen Füllstandsanzeiger
manchmal die bessere Lösung danke
ja aber was kann AI was diese Hilfsmittel nicht können
und das muss ich sagen ist im Augenblick faszinierend
vorlesen
Kontext erkennen und gegebenenfalls Kontext mit dazugeben
und kennen Sie die App Seeing AI ja
ja da hinten wird das also
ich empfehle sie deswegen
weil sie kostenfrei ist und man sie einfach
vorlesen lassen kann ich wollte Ihnen das
und wenn wir
unseren Stromausfall haben und ihr Internet nicht
natürlich
völlig aufgeschmissen weil Sie schlicht
an der Stelle abgehängt sind Sie brauchen einen
Mobilfunkvertrag in der Stadt
ist das meistens gut da haben Sie eine gute Internetabdeckung
aber wenn Sie irgendwo auf dem Land unterwegs sind
ist Ihr Hilfsmittel auf einmal
nicht mehr vorhanden funktioniert einfach nicht mehr
Sie brauchen das GPS-Signal um sich orientieren zu können
und das muss so gut sein dass es
dass Sie sich wirklich sicher orientieren können
noch gibt es kein anderes System dafür
in Gebäuden sind Sie
sehr oft schnell orientierungslos es sei denn es gibt
RFID-Technik und andere Hilfsmittel die Gebäudeleittechnik
Sie Sie Sie schmunzeln da
erzählen Sie gibt es was Spezielles was Sie
da sehen ne okay
ja Sie haben Abhängigkeiten von Software und Apps und
dass Sie den
Herstellern die diese Software und Apps
anbieten natürlich tiefe Einblicke in Ihr Leben erlauben
also die Frage
die bei der OrCam diskutiert worden ist und die ich
wirklich für
problematisch halte nämlich dass die Daten tatsächlich
alle an den israelischen Server gegangen sind
und sozusagen das
Leben der entsprechenden Menschen
quasi mitgeschnitten worden ist
ist keine gute Nachricht für Menschen die
Hilfsmittel benutzen
ich habe Sie gesehen ja
ich wollte
gerne in eine größere Diskussion einsteigen ja also genau
das ist eigentlich der Punkt der mich auch am meisten
ich sage mal so
also das was Sie schildern die ganzen positiven Sachen
an der KI
ist alles komplett akkurat
was mir wirklich Sorgen
macht ist dass wir das alles nur benutzen können
unter Aufgabe sämtlicher Privatsphäre momentan
und da gehört halt beispielsweise eben Seeing AI auch dazu
wenn man sich also dort was weiß
ich einen Arztbrief vorlesen lässt oder irgendwas vom Anwalt
oder sonst irgendeinen Befund
dann gebe ich das alles an Microsoft weiter und die
machen damit eben dann auch irgendwas und
das sind so Punkte denke ich wo wir als Betroffene
zumindest entscheiden können sollten ob wir das
wollen oder nicht und es müsste eben auch Alternativen geben
wo ich das privatsphärefreundlich nutzen kann finde ich
bin ich total dafür deswegen
habe ich ans Ende auch die neuen
Abhängigkeiten gesetzt weil das ist ein richtiges Thema
was man auf dem Schirm haben muss wir haben schöne neue
Welt ja aber George Orwell
beschreibt in der schönen neuen Welt
auch all das was so richtig toll ist und dann
kommt aber am Ende
im Endeffekt die völlige Aufgabe der persönlichen Freiheit
können Sie es ein bisschen runterregeln weil jetzt
wird es ein bisschen danke schön
ja bitte ja hier Hans
Mehrlich ich bin im Fachausschuss Informationstechnologie
des Dachverbandes hallo Herr Mehrlich
ich bin im Fachausschuss Informationstechnologie
des DBSV des Dachverbandes wir machen gerade ein Papier zu KI
und da spielt eben diese Privatsphäre eine große Rolle
andererseits ist die Entwicklung auch gerade in die Richtung
das heißt Edge also dass man die Dinge
auf dem eigenen Gerät machen kann
das ist
absehbar dass einfache Dinge auf dem Gerät zu machen sind
ohne dass es irgendwo in die große
Wolke geht oder zu einem großen Anbieter
und es wird einer
der Punkte von Apple sein der dann hoffentlich in den nächsten
Tagen kommt
dass sie eben diese
Möglichkeit des Datenschutzes gewähren
aber nochmals also wir sind da sehr stark dahinterher
dass es nicht nur geht also
nicht nur mit den Daten zahlen
und ich vertrete auch wir brauchen
speziellen Datenschutz für behinderte Menschen
weil wir einfach sehr viel einfacher
wiederzuerkennen sind also das Bewusstsein ist da
ob wir gehört werden hoffen wir ja
ich halte das für sinnvoll ich danke Herr Mehrlich das ist ein
total wichtiges Thema weil es wird einem immer klarer
je mehr man
die Software benutzt dass natürlich
alles was kostenfrei zur Verfügung gestellt wird einen
anderen Zweck noch mitverfolgt der nicht offenbart wird
ja deswegen die Vorsicht ich sehe auf der anderen Seite
die schlichte Notwendigkeit manche Dinge
manche Dinge zu lösen und
führt ja dazu
dass solche Lösungen angestrebt werden
und auch erst mal entwickelt werden und
der gesellschaftliche Kontext und da ist die
SightCity finde ich ein ganz hervorragendes Forum für
es ist ja jetzt zu klären und auszuhandeln was ist opportun
und was ist nicht
opportun so ist das mit neuen Technologien immer gegangen
die ersten Autos sind gefahren und dachten sie hätten
Vorfahrt vor jeder Kutsche
bis man irgendwann dann sich
auf Verkehrsregeln geeinigt hat die dann für alle gelten
Geschwindigkeitsregelungen hat man auch erst
eingeführt als man so schnell fahren konnte
das heißt
wir sind jetzt Teil dieses Aushandlungsprozesses den
tatsächlich Artificial Intelligence jetzt in Gang setzt
was ich hier auch schon sehe eine
Dame sitzt hier mit Kopfhörer das diskrete
sich die Sachen
vorlesen lassen ist natürlich
ganz wunderbar möglich mit den Apps die man übers Telefon
also übers mobile Endgerät sich
vorlesen lässt es kriegt niemand mit
es ist heute kein besonderes
Kennzeichen mehr dass man mit Kopfhörer herumläuft
insofern glaube ich wir haben
neben den neuen Abhängigkeiten
sehr diskrete Möglichkeiten
inzwischen mit Sehbehinderung und Blindheit umzugehen
und neue Wege da einzuschlagen
ich habe mehr
nicht vorbereitet ich würde mich freuen
auf eine Diskussion mit Ihnen
ich glaube dass wir in 20 Jahren
und das ist meine Zukunftsvision
ich hoffe
für Blinde und Sehbehinderte die Möglichkeit haben
eigenständig mobil
zu sein das ist meine große Hoffnung dass wir
autonomes Fahren für Blinde und Sehbehinderte
herbekommen im Individualverkehr
und ich hoffe dass Arbeitsassistenz
sich in dem Maße realisieren lässt dass wir
aufwendige persönliche Assistenz in
speziellen Fällen brauchen aber nicht mehr
flächendeckend wie dies in vielen Fällen ist
und da hoffe ich dass diese
künstliche Intelligenz uns weiterhilft
die Arbeitswelt
und die Teilhabe an
am ersten Arbeitsmarkt für Blinde und Sehbehinderte
zu verbessern
und eine größere Chancengleichheit herzustellen
ich danke für die Aufmerksamkeit und
freue mich auf eine Diskussion
stehe sturmbereit für Ihre Fragen danke ja
wir haben Sie gesehen
hier links vorn hinten ist eine Wortmeldung
ja wir kommen einen nach dem anderen ab ja danke danke
ja zum Thema künstliche Intelligenz
wollte ich nur mal kurz was sagen das ist und zwar
ich sage mal
ich sage mal so zum
einen möchte ich gerne sagen was ich
was ich ja mache ich benutze auch Google Gemini
zum Beispiel das das
das hilft mir beim Einkaufen auch zum Beispiel
oder ich nutze auch
oder ich nutze auch ChatGPT für Kochrezepte
also da muss wie gesagt auch geregelt werden erst mal
Quellenangaben das ist wie
das ist wie gesagt auch wichtig
und mein Vorschlag wäre für die Zukunft man müsste
wenn man sich jetzt bei
ChatGPT angemeldet hat zum Beispiel und hat ein Abo
man müsste
kontrollieren
können welche Daten sind gespeichert und man müsste
die selbstständig löschen können wieder
hinterher das
das wäre eine Maßnahme für die Zukunft oder bei Google Gemini
genauso na gut ich kann zwar
meinen Verlauf löschen aber ich weiß nicht
sind meine Daten dann wirklich weg aber das wäre es
das wäre das wo
man drauf hinarbeiten müsste zum Beispiel
das als kurzer Hinweis bei Meta
müssen Sie aktuell widersprechen
dass Ihre Daten
dass Ihre Daten zum Lernen und Anlernen der AI
benutzt werden das müssen Sie jetzt noch tun
dann werden alle Daten gelöscht demnächst nur noch das
was Sie sozusagen aktuell eingeben
ja hier links vorne
und dann sind Sie wieder dran es gibt auch das Foxy Vision
mit bitte das Foxy Vision gibt es von
Hy-Tech zum Beispiel gibt es
wo man wirklich ohne Internet
und ohne sich preiszugeben wirklich
auch so Sachen
finden kann Sachen beschrieben bekommt
wo der Datenschutz gewährleistet ist weil man
weil man nicht zwischen ja das ist wirklich schlimm
danke dann hier vorne der
und hier hinten haben wir Sie auch gesehen ja
bitte bisschen Geduld wir kommen zu Ihnen danke ja so
ich fange mal ganz kurz noch mal mit dieser
Privatsphäre-Geschichte also es ist jetzt nicht
vergleichbar damit wir könnten
irgendwann so schnell
fahren und dann Geschwindigkeitsbegrenzung
sondern wenn wir jetzt nicht
auf unsere Daten aufpassen sind die bei den Anbietern
und es gibt
nämlich also aus meiner Sicht keine Möglichkeit
nur du einmal in irgendwie
der Umgebung rum gehst und vom rausziehen das war
nur als
noch mal zwischendurch
was mir noch wichtig ist finde
ich finde wir müssen halt auch als Gesellschaft
abwägen und auch als Betroffene abwägen
ob es uns wirklich wichtig ist die Dinge
immer selbstständig lösen
zu müssen und zu können
letztlich gehört für uns als Betroffene
auch die Kompetenz dazu
mit anzusprechen
beziehungsweise auch gemeinsam
mit anderen Menschen irgendwie Lösungen zu entwickeln also
und der Punkt dass alles allein funktionieren
wird und alles mit
KI funktionieren wird
kann potenziell auch zur
Vereinsamung führen
die wir denke ich verhindern sollten
ganz ohne Frage
ich möchte Sie ermuntern
ein Buch zu lesen
kleines kurzes Buch von Forster 1916 geschrieben
das heißt The Machine Stops
und er beschreibt den
sozusagen plötzlichen Abbruch
dessen was wir heute als Internet
bezeichnen würden
wo alle isoliert in ihrer
kleinen in ihrem kleinen Zimmer
sitzen und langsam das zusammenbricht
fantastisches visionäres Buch 1916 geschrieben Forster
also The Machine Stops und es gibt es auf Deutsch das heißt
ich glaube
ich weiß nicht mehr die Maschine hält an ich habe keine Ahnung
so da hinten kommt Herr Mering ich habe Sie auch gesehen
ja ich finde es schlimm dass man jetzt bei Meta
AI nur die einzige Firma ist von
der ich sprechen kann ich habe ja die Meta-Brille
und das heißt also ich muss also da jetzt an
Meta direkt anschreiben muss man
dass die meine Daten dann löschen
die ich nutze
das heißt ich muss die Firma
dann in Amerika direkt anschreiben
auf Englisch oder wie läuft das dann genau ab es gibt
ein verstecktes Formular
ja ja bei also bei WhatsApp glaube ich
bei Instagram ich weiß nicht was noch dazugehört
können Sie das aufrufen
und dann
müssen Sie widersprechen dass Ihre
bisherigen und zukünftigen Daten nicht für die Schulung
der AI benutzt werden dürfen
zumindest ich erzähle es weil es einen
Countdown hat das muss bis zum 31.05. dieses Jahres
erfolgen toll weil
danach können Sie nur noch
den zukünftigen
Daten aber nicht den bisherigen Daten widersprechen
ach das ist doch nicht zu fassen also ja ich habe es
im Rahmen meiner Recherche hier auch gehört und
war auch etwas erstaunt dass das mit so einem Datum ist
letztendlich
ist das Problem der
das Problem der Entwickler ist
die haben natürlich die Sachen benutzt
und deswegen versuchen sie natürlich ihren Hals aus der
juristischen Schlinge der
der Datenschutzgrundverordnung
und der EU-Datenschutzverordnung zu ziehen
indem sie jetzt den Nutzern ein Zeitfenster stellen
nächste Frage ich hätte eine Frage an Sie Sie hatten
ja angesprochen dass sich die Berufswelt für Blinde
und Sehbehinderte Menschen
verändert wenn jetzt zu Ihnen ein Patient
von mir aus 20 Jahre alt kommt
und Sie fragt welches Berufsbild
würden Sie ihm raten welche Antwort würden Sie da geben
da würde ich sagen da gibt es Spezialisten die sich darauf
wirklich
spezialisiert haben ich bin als Arzt tatsächlich dazu
dazu nicht in der Lage das ist genau deswegen bin ich so
froh dass es die Berufsbildungs- und Berufsförderungswerke
gibt
aber die müssen sich auf diese Lage einstellen ja
dass sich tatsächlich die Berufsbilder
gerade wieder verändern
und dass Dinge die als sicher geglaubt waren
sich wieder verändern ich meine
das haben wir erlebt wenn man
Anfang des
20. Jahrhunderts guckt dann ist gesagt worden ja
Besenbinder Bürstenmacher und Korbflechter
ja nur um mal in die Geschichte zu gucken
dann ist man irgendwann
mit Brailleschrift und mit Assistenz in den Bereich des Büro-
managements vorgedrungen und dieser
Punkt wird jetzt tatsächlich
ganz allgemein im Arbeitsmarkt streitig gemacht ja durch
Artificial Intelligence
das muss man sich klarmachen und wir müssen intelligente
Antworten haben
wo brauchen wir Menschen wir bauen
gerade ein riesiges neues Krankenhaus nur um Ihnen zu sagen
was da gerade passiert
eine der Fragen die gestellt wird ist müssen wir wirklich
Menschen damit beschäftigen
unsere Klamotten von A nach B zu schleppen ja
und zwar zur Tageszeit
wo wir sie eigentlich gar nicht in diesem Betrieb
gebrauchen können
weil eigentlich wollen wir da Patienten in die Aufzüge
schieben um sie von der Station
zum Operationssaal und wieder zurück ja
und gleichzeitig muss
tagsüber die Wäsche
transportiert werden und so weiter
oder kann das nicht nachts eine Maschine machen
ja das Krankenhaus
die Universitätsklinik in Aachen
hat das 1970 gelöst mit einem automatischen Waren-
transport der separat
angelegt worden ist eine der teuersten Lösungen überhaupt
aber
sie fährt nachts
ja und solche Sachen werden zurzeit überlegt
und bislang sind das Berufe für Menschen ja
so Herr Mering danke
ja ich darf doch noch mal eine ganz andere Position vertreten
ich möchte Sie auffordern möglichst viel KI zu nutzen
Daten so viel wie möglich in die KI zu geben warum ja weil
wir kommen als behinderte Menschen in diesem Weltbild
wenig vor und ja also so hat sich ChatGPT geweigert
ein Bild von mir zu machen wo ich ganz nah drangehe
beim Lesen da
sagt es nein das kann ich aus moralischen Gründen nicht machen
ja das heißt die Weltmodelle
werden ohne uns
entwickelt wenn Sie Ihre Daten da nicht reingeben
was man konträr noch dazu bräuchte ähnlich wie im
genetischen Bereich
Sie können heute keinen Vaterschaftstest
einfach mal so machen
Sie kriegen gewaltig eine auf die Finger
und so gehört es
für den Datenschutz für behinderte Menschen bei KI genauso
wenn das missbräuchlich
gegen mich genutzt wird
dann muss das auch sanktioniert werden
aber den Datenschutz
bitte nicht übertreiben
dann kommen Sie nämlich in der KI als behinderter Mensch
nicht vor
auch ein wichtiger Aspekt
die Modelle sind immer nur so gut wie sie trainiert werden
das heißt die Anforderungen die
gestellt werden und die Daten die reinkommen
müssen natürlich
auch vorkommen
wenn sie nicht
vorkommen sind sie statistisch nicht berücksichtigt ja
letztendlich ist Artificial Intelligence
der großen Sprachmodelle Large Language Models
eigentlich nichts anderes als ein statistisches
Zusammenfassen
von Dingen die diese
Sprachmodelle
in sprachlicher Form präsentiert bekommen haben wenn
tatsächlich wenn sie nicht vorkommen dann ist es ein Problem
weil das einfach in der Statistik
dann nachher nicht ausgewertet wird bitte schön
ja also Hans Mering und ich wir
diskutieren da immer mal schon länger drüber
ich bin also nicht der Meinung
dass Sie unbedingt alle Ihre Daten freigeben sollten
ich finde Modelle sollten auch
anhand des Fakts trainiert werden dass
dass jemand behindert ist
aber es muss nicht auf mich als Individuum
runtergebrochen werden
das heißt wenn ich anonyme
Daten zur Verfügung stellen kann
ich bin blind und ich kann mich dann
da nicht so gut orientieren oder sonst irgendwas
ist das ein ganz anderer Fakt
entscheiden Sie das für sich persönlich
und ich finde man muss
heutzutage wirklich gut drüber nachdenken
weil die Daten die irgendwo liegen
können auch ständig von irgendjemandem
missbraucht werden
und dann wollen Sie eben vielleicht nicht dass irgendjemand
direkt Sie als Individuum als behindert
identifizieren kann also das
bitte ich immer in dem Zusammenhang mit zu berücksichtigen
ich finde es gut
sind zwar zwei sehr unterschiedliche Positionen in der Sache
sind sie sich sehr ähnlich
weil Sie sagen die KI muss schon richtig trainiert werden
aber bitte nicht mit den persönlichkeitsidentifizierenden
Merkmalen
ich möchte ganz kurz mal eine Abfrage in diesem Raum machen
wer hat ein
Handy das mehr kann also ein Smartphone hier
können Sie mal aufzeigen bitte ja
wer besitzt ein Smartphone und benutzt das
ja also es sind fast alle ja okay Blindenlangstock ja ja
aber das ist eine ganze Menge ja
hat irgendjemand die Meinung dass er
auf den Blindenlangstock verzichten kann mit einer KI ja
gar nicht gar nicht
okay gut also einfach nur
mir geht es einfach drum ich möchte so grob mal wissen
Brailleschrift haben wir eben auch festgestellt
wird nicht verschwinden ne das
Herr Mering haben Sie da eine Meinung zu nein ja
Sie nutzen sie nicht okay ja gut okay danke
wir hoffen der Vortrag hat Ihnen gefallen
mehr Informationen finden Sie unter sightcity.net/F031002
vielen Dank und bis zur nächsten SightCity