SightCity Forum 2026: Netzwerk berufliche Teilhabe - arbeitsmarktnah und innovativ: Besser BBW# - Perspektiven in der beruflichen Rehabilitation
02.10.2026 49 min
Video zur Episode
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Zusammenfassung & Show Notes
Die drei auf Blindheit und Sehbehinderung spezialisierten Berufsbildungswerke aus Chemnitz, Soest und Stuttgart stellen ihre gemeinsame Arbeit vor. Es geht um die blindentechnische Grundausbildung, um Umschulung und beruflichen Wiedereinstieg nach Sehverlust und um Freizeit als Ort für Teilhabe. Mit dabei ist Fabio Bergfort, der nach seiner Erblindung zurück an seinen Arbeitsplatz gefunden hat. Ein Forumsbeitrag von der SightCity 2026.
Netzwerk berufliche Teilhabe – arbeitsmarktnah und innovativ: Besser BBW# – Perspektiven in der beruflichen Rehabilitation Forumsbeitrag | SightCity 2026 | aufgezeichnet am 29. Mai 2026 Eine Veranstaltung der Berufsbildungswerke Chemnitz, Soest und Stuttgart Es sprechen: Franziska von Geldern (BBW Stuttgart, Nikolauspflege), Désirée Reiß (LWL-Berufsbildungswerk Soest), Christopher Mevius und Matthias Keusen (SFZ Förderzentrum Chemnitz), Gast: Fabio Bergfort Begrüßung: Drei Berufsbildungswerke, eine Quali-Gemeinschaft (00:00:00) Von 51 Berufsbildungswerken in Deutschland sind nur drei auf Blindheit und Sehbehinderung spezialisiert. Sie arbeiten als Quali-Gemeinschaft zusammen: - Gemeinsame Angebote: Arbeitserprobung und Eignungsabklärung, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Ausbildungen bis zum Kammerabschluss, verzahnte Ausbildung, Wohnbereich - Chemnitz und Stuttgart haben außerdem Angebote für Menschen mit Hörsehbehinderung - Gemeinsamer Auditkatalog mit Qualitätsstandards, unter anderem zu Sehen und visuellen Bedingungen, lebenspraktischen Fertigkeiten, Hilfsmitteln, Selbst- und Sozialkompetenz, Diagnostik und Methodik - Die drei Häuser auditieren sich gegenseitig, um gemeinsam bei Digitalisierung, KI und neuer Technik am Ball zu bleiben Soest: Die blindentechnische Grundausbildung (00:06:30) Die BTG am LWL-Berufsbildungswerk Soest richtet sich an Menschen in der Erblindungsphase, an Späterblindete und an Geburtsblinde. - Kern: blindentechnisches Arbeiten am PC (Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Webbrowser) - Brailleschrift bis Kurzschrift und Computerbraille, Zehnfingertastschreiben - Orientierung und Mobilität, Ziel ist der eigenständige Weg mit Bus und Bahn - Lebenspraktische Fertigkeiten im Wohnbereich: Wäsche, Kochen, Umgang mit Geld - Betriebliche Praktika für den Übergang in eine Anschlussperspektive - Dauer: zwölf Monate, in der Regel ohne Verlängerung durch den Kostenträger Video: Fabio Bergforts Weg zurück in den Beruf (00:13:15) Fabio Bergfort ist nach einer Operation erblindet und hat über einen Messestand auf der SightCity zum BBW Soest gefunden. Im Film erzählt er von der BTG, von seiner Braillezeile und von seiner Rückkehr zur Feuerwehr, jetzt im Bereich Technik. Seine Haltung: „Ich muss meine Grenzen austesten – man muss es probieren, man muss sich trauen.“ Fabio Bergfort live auf dem Podium (00:17:04) Fabio Bergfort ist spontan auf die Bühne gekommen. Er hat inzwischen eine Blindenführhündin, ein eigenes Büro in der Technikabteilung der Feuerwehr – und für die Hündin eine Hundewiese. Stuttgart: Berufliche Reha, Umschulung und Wiedereinstieg (00:20:54) Das Berufsbildungswerk Stuttgart der Nikolauspflege begleitet Menschen, die ihren bisherigen Beruf wegen einer Sehbehinderung nicht mehr ausüben können. - Am Anfang stehen eine fundierte Diagnostik und Beratung, auch durch den „Dschungel“ von Arbeitsagentur und Rentenversicherung - Assessment und Arbeitserprobung von drei Tagen bis drei Wochen - Umschulungen in Wirtschaft und Verwaltung, IT, Metall, Garten, Küche und Hauswirtschaft - Hilfsmittelerprobung im herstellerunabhängigen Reha-Fachgeschäft - Maßnahmen wie FIT (Förderung, Integration und Teilhabe), Reha-Vorbereitungslehrgang, EDV-Schulungen am Arbeitsplatz und individuelle Anpassungsqualifikation - UBSm (Unterstützung blinder und sehbehinderter Menschen modular): Unterstützung auch am Heimatort - Abgestufte Wohnkonzepte und ein multiprofessionelles Team mit Case-Management, Orthoptik, psychologischem und neuropsychologischem Dienst - Qualifizierte Begleitung auch für psychisch belastete Menschen Chemnitz: Teilhabe leben (00:32:54) Christopher Mevius vom SFZ Förderzentrum Chemnitz beschreibt die Arbeit als Beziehungsarbeit: „Wir machen nicht bloß Bildung, sondern wir machen Leben.“ Der Einstieg läuft immer über das Case-Management. Freizeit ist für ihn ein zentraler Teil der Bildung, gerade weil die digitale Welt auch zur Vereinsamung führen kann. Freizeit als Lernort: Segeln, Tandem, Theater (00:37:24) Matthias Keusen stellt das Motto vor: „Wir lassen uns nicht von Problemen definieren, sondern von den Lösungen, die wir gemeinsam entwickeln.“ Drei Beispiele zeigt er: - Jährlicher Segelurlaub mit blinden und sehenden Menschen an Bord - Tandemtour über Himmelfahrt - Ein inklusives Stationentheater mit der Stadt Chemnitz, bei dem alle auch Kostüme und Bühnenbild gestalten Außerdem gibt es Blindenfußball, Goalball und Sport live mit Audiodeskription. Fragen: Begleitung nach dem Berufseinstieg (00:43:00) Ein Arbeitgeber fragt, ob Menschen auch nach der Einstellung weiter begleitet werden, besonders bei psychischen Belastungen. Die Antworten: - Nach dem Berufseinstieg gibt es mindestens sechs Monate Nachbetreuung, wenn die Person einverstanden ist - Ehemalige Teilnehmende können sich jederzeit wieder melden - Es braucht oft Beharrlichkeit der Betroffenen, ein tragendes Umfeld und einen Betrieb mit langem Atem – das Sozialleistungssystem allein reicht nicht Weitere Informationen und das vollständige Transkript: https://sightcity.net/f033001
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Die SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net
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Transkript
Herzlich willkommen zum
Mitschnitt des Forums vom 29.05.2026:
„Netzwerk berufliche Teilhabe –
arbeitsmarktnah und innovativ:
Besser BBW# –
Perspektiven in der beruflichen Rehabilitation“.
Referent: Christof Marquet. Viel Spaß mit dem Vortrag!
Hallo,
die drei Berufsbildungswerke, die sich in Deutschland
mit dem Thema
Sehbehinderung und Blindheit intensiv beschäftigen,
und ja, wir haben
die Freude, uns heute hier vorzustellen. Und unsere
Überschrift letztendlich über all dem
lautet: Zusammenarbeit ist der Schlüssel zur Qualität.
Da geh ich gleich näher drauf ein,
vorher möchte ich mich gern vorstellen.
Ich bin Franziska von
Geldern, ich leite das Berufsbildungswerk in Stuttgart,
und die Kollegen, die dann nacheinander
auch noch drankommen,
die stellen sich dann, glaub ich, selber vor.
Genau, Zusammenarbeit ist der Schlüssel zur Qualität.
Was bedeutet das?
Wir drei beschäftigen uns ja mit dem gleichen Thema,
bedeutet aber nicht, dass wir in Konkurrenz
zueinander stehen,
sondern letztendlich
unter dem Dach einer
Quali-Gemeinschaft – man kann's hier sehen –
zusammenarbeiten.
Und das erklär ich jetzt gleich,
was das genau bedeutet, was die Quali-Gemeinschaft ist,
und dann wird es
aus der BTG in Soest ein Best-Practice-Beispiel
geben, genau, inklusive eines beeindruckenden Videos.
Dann werde ich
die berufliche Reha in Stuttgart vorstellen,
und dann folgt das SFZ Chemnitz mit dem Freizeitprogramm.
Genau, ich hab's grad eben schon erwähnt:
51 Berufsbildungswerke gibt es in Deutschland,
und nur wir drei beschäftigen uns mit dem Thema
Sehbehinderung, Blindheit.
Das ist nicht so viel.
Wir sind aber relativ gut verteilt
in Deutschland, wie man's auf der Karte sehen kann. Soest
ist eher so in der Mitte von Deutschland zu finden,
Chemnitz eher im Osten und Stuttgart im Süden.
Wir gehen nicht in Konkurrenz zueinander,
obwohl wir ähnliche Angebote natürlich haben,
aber wir unterscheiden uns auch durchaus
in vielen Punkten.
Und so ist es tatsächlich so, dass wir
gemeinsam schauen, dass für die Menschen,
die ein Berufsbildungswerk brauchen
und ein Berufsbildungswerk besuchen möchten
mit der spezifischen Blindheit,
dass das beste
Berufsbildungswerk natürlich zu finden ist.
Unsere Angebote, und die sind alle überall gleich,
sind Arbeitserprobung und Eignungsabklärung,
berufsvorbereitende
Bildungsmaßnahmen bieten wir alle drei an,
Berufsausbildungen bis hin zum Kammerabschluss. Das sind
häufig die gleichen Berufe,
aber, wie gesagt, auch durchaus Unterschiede
zu finden. Wir bieten die verzahnte Ausbildung an,
und natürlich,
weil wir alle ein großes
Einzugsgebiet haben,
auch natürlich einen großen Wohnbereich.
Ziel ist ganz klar die Teilhabe am Arbeitsmarkt.
Genau, Spezial-BBWs
gibt es auch noch für das Thema
Hören und Kommunikation.
Da gibt es ein paar Überschneidungen,
weil vor allem auch natürlich
das SFZ Chemnitz und Stuttgart sich mit dem Thema
Hörsehbehinderung auch beschäftigen.
Das bedeutet, dass wir auch
berufliche Bildungsangebote geschaffen haben
speziell für Menschen mit der doppelten
Sinnesbehinderung.
Was macht die Quali-Gemeinschaft aus?
Warum arbeiten wir zusammen?
Also unsere Klammer,
das, was uns zusammenhält, ist das gemeinsame
Thema: spezifisch.
Die Zielgruppe ist jetzt nicht
wahnsinnig groß,
deshalb ist
es besonders wichtig, dass wir uns hier mit dem Thema
spezifisch immer und ständig auseinandersetzen, uns
weiterentwickeln,
vor allem jetzt mit dem Thema Digitalisierung, KI
und neue Technik. Da ist das
so agil, dass man alleine
vielleicht gar nicht am Ball bleiben kann.
Zu dritt schaffen wir das schon eher.
Wir haben einen Auditkatalog
mit gemeinsamen Qualitätsstandards. Das bedeutet,
wir für uns,
die drei Berufsbildungswerke, haben einen gemeinsamen
Katalog erschaffen,
wo wir festgeschrieben haben:
Was ist uns besonders wichtig?
Wo legen wir einen Fokus drauf?
Und wir zertifizieren und auditieren
uns auch gegenseitig. Das heißt, Spezialisten,
Expertinnen aus Chemnitz und Soest
besuchen uns in Stuttgart und gucken
und fühlen uns auf – auf den –
Zahn, Zahn, genau, danke –
fühlen uns auf den Zahn:
Macht ihr das wirklich, was ihr sagt?
Ist es wirklich so?
Und umgekehrt machen wir das genauso.
Und so können wir tatsächlich auch sicherstellen,
dass die Spezifik
und das, was wir als
Qualitätsstandard ganz festgeschrieben haben und uns
hoch aufhängen, dass das auch wirklich umgesetzt wird.
Wir lernen
voneinander, und wir entwickeln uns gemeinsam weiter,
und das hat 'ne Wirkung sowohl nach innen,
dass unsere Expertinnen
und Experten sich austauschen können,
aber auch nach außen:
Wir können uns
hier zu dritt hinstellen und zeigen, was wir können.
Wir haben hier drei Tage lang auf der Sight-
City gemeinsam nebeneinander gestanden
und unsere Angebote präsentiert.
Genau, hier sind mal so ein paar Punkte, was im
Auditkatalog spezifisch zu sehen ist oder zu finden ist,
welche Themen genau.
Es liegt für uns natürlich auf der Hand.
Ich möchte Sie jetzt gar nicht so mit vielen fachlichen
Inhalten nerven,
aber es geht natürlich
im Groben ums Thema Sehen und visuelle Bedingungen,
und, als Beispiel, lebenspraktische Fertigkeiten,
Hilfsmittel ganz klar,
Selbst- und Sozialkompetenz.
Und wir gucken uns
immer an: Wie läuft die Diagnostik in den einzelnen
BBWs? Wie läuft die Intervention und die Methodik
der Umsetzung von Lernen? Wie
weisen wir das nach?
Das hab ich ja grad auch schon ein bisschen erzählt.
Genau, und jetzt übergebe ich das Mikro an Frau Reiß
und das Berufsbildungswerk in Soest.
Ja, vielen lieben Dank.
Ja, hallo allerseits auch von meiner Warte.
Mein Name ist Désirée Reiß,
ich bin die Ausbildungsleiterin im Berufsbildungswerk
in Soest,
das in Trägerschaft des Landschaftsverbands Westfalen-
Lippe ist.
Genau, wir haben uns in Soest überlegt, dass wir heute
einen kleinen Einblick in die blindentechnische
Grundausbildung geben.
Das ist eine der Vormaßnahmen,
die an unseren Berufsbildungswerken durchgeführt wird.
Das ist 'ne Maßnahme speziell
für Teilnehmende, die
in der Erblindungsphase sind, später erblindet sind,
oder –
oder auch für Geburtsblinde ist es auch möglich,
dass die Maßnahme besucht wird.
Und das ist eine Maßnahme,
wo vollumfänglich auf eine berufliche Qualifizierung
vorbereitet wird,
aber auch auf ganz
individuelle Schritte, die man sich fürs Leben setzt.
Also da ist
die Teilnehmerschaft entsprechend auch
divers, und die Altersstreuung auch,
auch recht hoch,
ne? Also es gibt Personen, die dort
direkt nach dem Schulbesuch
mit ihrer Maßnahme beginnen,
aber, wie gesagt,
auch Personen, die in der Späterblindungsphase sind
und sich da mit den
blindentechnischen Arbeitsweisen am PC intensiv
auseinandersetzen
wollen, um die weiteren Schritte zu gehen,
oder auch Personen, die im Beruf standen
und aufgrund einer Sehverschlechterung oder Erblindung
in die blindentechnische
Arbeitsweise eingeführt werden müssen,
um einen alternativen Arbeitsplatz besetzen zu können.
Also Herzstück
der blindentechnischen Grundausbildung ist das
Erlernen der blindentechnischen Arbeitsweise am PC,
das Festigen von Mobilitätsfähigkeiten
und das zielgerichtete Erweitern
natürlich auch der Mobilität, sodass
Arbeitsplätze eigenständig auch erreicht werden können
mit der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs.
Flankierend zur Maßnahme werden Schulungen
im Bereich der lebenspraktischen
Fertigkeiten auch angeboten.
Meine Kollegin hat gerade schon gesagt, dass wir jetzt
als überregionale
Anbieter ja auch immer ein Wohnen haben,
und im Wohnen
wird vor allem das Thema lebenspraktische Fertigkeiten
maßgeblich
auch fortgeführt und in der Praxis umgesetzt,
also beispielsweise das eigenständige
Waschen der Kleidung, Speisenzubereitung,
Umgang mit Geld und viele weitere Themen.
Genau, die Maßnahme
bereitet umfänglich darauf vor,
Verantwortung für sich und die Lebensführung
ja übernehmen zu können und
entsprechend weiter selbstständig zu sein im Leben, ja.
Genau, wie gerade schon gesagt,
sind die blindentechnischen Arbeitstechniken stark im
Fokus, sowie auch das
Erlernen beziehungsweise Festigen der Brailleschrift.
Wir gehen da ganz
individuell auf die Teilnehmerschaft ein
und führen in die Brailleschrift ein,
gehen dann weiter
über die Kurzschrift und das Computerbraille.
Zudem wird das Zehnfingertastschreiben
erlernt und auch da gefestigt,
weil bei all diesen Techniken
ist natürlich die Geschwindigkeit auch eine
maßgebliche Komponente,
sodass hinterher auch ein konkurrenzfähiges Arbeiten
in einem Betrieb möglich ist.
Genau, die Blindentechnik
wird bei uns unterwiesen in den üblichen
Office-Anwendungen: Word, Excel, PowerPoint, Outlook
und die Nutzung des Webbrowsers.
Wie gerade schon gesagt, sind
Schulungen im Bereich Orientierung und Mobilität
und lebenspraktische Fertigkeiten durch unsere
Fachdienste
ebenfalls ein festes Angebot innerhalb der Maßnahme
und werden auch dort ganz individuell durchgeführt,
sodass im Idealfall innerhalb der Maßnahme
auch die Heimfahrten
eigenständig mit der Nutzung des öffentlichen Personen-
nahverkehrs stattfinden.
Was auch unser Herzensanliegen ist in der Maßnahme,
ist die Durchführung betrieblicher Praktika,
um auch dort
den späteren Übergang nach der Maßnahme
in eine passende
Anschlussperspektive auch schon zu ebnen
und auch eine Orientierung weiter voranzutreiben,
in welchem Bereich es dann hinterher ganz konkret geht,
sodass da auch der Anschluss nicht verpasst wird.
Genau, die Maßnahme dauert insgesamt zwölf Monate
und wird im Regelfall
vom Kostenträger auch nicht verlängert. Also da
muss man auch wirklich sagen, da sind zwölf Monate,
die man intensiv auch nutzen muss. Also die Inhalte,
die dort auf dem Programm stehen, sind
mitunter natürlich auch recht umfassend,
je nachdem, welche Ziele man sich auch setzt, und
genau, da ist es auch ganz,
ganz wichtig, dass die zwölf Monate möglichst auch
ohne Unterbrechung genutzt werden,
weil, wie gesagt,
im Regelfall eine Verlängerung durch den Kostenträger
auch nicht unbedingt
stattfindet ohne Weiteres.
Genau.
Ja, das so in aller Kürze.
Wir wollen heute als
Berufsbildungswerke
wirklich nur kurze Einblicke geben, so kurze
Blitzlichter geben in unsere Arbeit.
Und wie meine Kollegin gerade schon gesagt hat,
es ist ein ganz anschaulicher
und wirklich sehr schöner Film entstanden
von einem unserer Teilnehmer,
der die blindentechnische Grundausbildung
absolviert hat. Und ja, und da ist es
tatsächlich auch so, und das freut mich ganz besonders,
es geht da um den jungen Herrn Fabio Bergfort,
der seinen Weg ins Berufsbildungswerk über die Sight-
City gefunden hat.
Also er ist damals zu uns an den
Messestand gekommen und hat sich über
ja, Wege und Möglichkeiten informiert,
und ja, da
die Entscheidung auch recht schnell
getroffen, dass es so sein soll, ja, hat
auch recht schnell
mit der Arbeitsagentur Kontakt aufgenommen und den Weg
entsprechend in unser Haus geebnet, hat die
blindentechnische
Grundausbildung gemacht. Und ich möchte schon mal
vorwegnehmen: Ich zeige das Video jetzt,
und direkt im Anschluss –
Fabio Bergfort ist heute auch hier im Publikum
und
hat mir gesagt, dass er gerne auch bereit ist,
dann noch einmal kurz zu mir zu kommen, und dann wird er
auch noch gerne
ein paar Sätze sagen, wie es bei ihm weitergegangen ist.
Aber erst mal möchte ich das Video zeigen,
so wie das technisch
hoffentlich jetzt auch klappt. Ganz kleinen Moment.
Ich bin Fabio Bergfort, ich bin 29 Jahre alt,
ich komme aus Gelsenkirchen. Ja, ich bin jetzt seit
ungefähr anderthalb Jahren erblindet. Eigentlich
hat es so angefangen,
dass ich mit 'ner Freundin unterwegs war,
und ihr ist aufgefallen, dass ich schlechter sehe, und
sie hat dann gesagt, ich soll mal zum
Arzt gehen, und ich hab eigentlich gedacht,
das ist nichts, wie bildet
sich das ein, und ich bin dann zum Augenarzt gegangen,
und ja, die haben
dann festgestellt,
dass ich auf'm linken Auge fast nichts
sehe und das rechte Auge alles ausgleicht.
Haben mich dann ins MRT
geschickt, und da wurd dann festgestellt, dass ich 'ne
Zyste im Kopf hab, und die Ärzte haben dann gesagt,
dass das schnell operiert werden muss. Also ich hatte
zwischen Diagnose und OP,
ich glaub, 17 Tage,
und die Operation ging ungefähr anderthalb Stunden,
und als ich wach geworden bin, war ich blind.
Also die Unterstützung der Familie ist das Wichtigste
überhaupt.
Ohne meine Familie hätte ich das auch nicht geschafft.
Eigentlich vom ersten Tag an, wo ich wieder
ja, richtig ansprechbar war,
gesagt: Ich muss das jetzt so annehmen,
ich – ich mach mein Leben
genauso weiter, wie –
wie ich's mir vorgenommen
hab, und hab die
Sehkraft halt nicht mehr. Ich hab dann angefangen,
im Krankenhaus wieder,
ja, zu lernen, mich fortzubewegen. Also den –
Langstock bekommt man nicht sofort mit,
sondern man muss erst ein Mobilitätstraining machen.
Bei Fabio beeindruckend ist seine Lebensfreude.
Also der ist ja ein total
offener, herzlicher Mensch, der aber auch
inspirierend ist, so wie er mit seinem
Schicksal, sag ich mal, umgeht.
Also am meisten von den Hilfsmitteln nutze ich
in der Klasse
meine Braillezeile, wo ich ja eigentlich
alles, was ich schreib,
ablesen kann. Also eigentlich war's so,
dass ich unbedingt wieder ins Berufsleben zurück
wollte, und dann hab ich ja erfahren, dass ich diese
blindentechnische Grundausbildung brauch,
damit ich überhaupt wieder
arbeiten kann, und dann war eigentlich von vornherein
für mich klar:
Ich muss das machen, gibt keinen anderen Weg für mich.
Ja, die Sache muss ich –
in Angriff nehmen, das Jahr hier durchziehen, und dann
ja, kann ich, wenn alles gut läuft, wieder arbeiten gehen.
Ich würde es Fabio
hundertprozentig
zutrauen, dass er das schafft. Der hat das –
hier auch schon viele
Fortschritte gemacht. Die haben wir ja auch:
Mobilitätstraining und LPF,
wo es auch darum geht, so
im Haushalt und im Alltag zurechtzukommen, aber auch am
Computer, da hat er total viel
dazugelernt und super selbstständig und
kann das, denk ich, gut nutzen, auch in der Arbeit,
und das dann alles selbstständig
bewältigen zu können.
Beruflich kann ich jetzt zum Glück zu meinem
Arbeitgeber zurück,
also ich geh zur Feuerwehr zurück in anderer Funktion
und werd dann da
nach und nach wieder eingearbeitet und werd
dann so im Bereich Abteilung Technik arbeiten, also
Bestellungen für die Fahrzeuge,
für die Werkstätten, die wir da haben,
Teile beschaffen. Also das, was Fabio hat, ist schon
wirklich das Beste, was einem
passieren kann, auch weil der Betrieb total hinter ihm
stand, und der Schwerbehinderten-
vertreter
war oft da und hat sich interessiert, wie wir denn
hier arbeiten, hat sich das alles angeguckt. Und
viele von uns gehen nach der
blindentechnischen Grundausbildung
entweder in 'ne Ausbildung, auch hier bei uns,
wenn sie noch nicht ganz ausbildungsreif sind, wenn
wir irgendwie sagen: Gut, die brauchen noch mal ein Jahr,
ja, um irgendwie noch mal gewisse
Kompetenzen zu erlernen oder
Matheförderung
oder so zu haben, gehen die in die
Berufsvorbereitung und dann danach in die Ausbildung,
oder auch Schule könnte
auch 'ne Perspektive sein, dass man dann zurückgeht.
Und hier ist es natürlich
schön, sich dann auch mit Leuten auszutauschen
und von denen die Erfahrung zu hören, und
man kann sich gegenseitig unterstützen und helfen,
und ja, die Hilfen, die man hat, annehmen
und Sachen ausprobieren. Also ich sag immer:
Ich muss meine Grenzen austesten. Man merkt ganz,
ganz gut, was klappt und was nicht,
aber man muss das probieren, man muss sich trauen, ja.
Okay, das war der Film, wie gerade angekündigt,
und genau, wer sich jetzt schon ins Bild
geschlichen hat, ist Fabio,
live und ganz persönlich.
Und an der Stelle möchte ich mich noch mal bedanken.
Fabio, Sie sind jetzt ganz, ganz spontan
letztendlich hier, haha, genau, aufs
Podium gekommen, weil wir uns gestern zufällig auf der
SightCity begegnet sind, und Sie waren direkt bereit, ne,
ja, hier auch mit
hochzukommen und für ein paar Rückfragen
zur Verfügung zu stehen. Also, wie grade
in dem Video auch gezeigt wurde,
Sie haben die BTG bei uns
von 23 auf 24 gemacht, ne? Genau. Und dann
sind Sie dann ja auch zurück in Ihren Betrieb gegangen,
und wie in dem Film
ja auch anklang,
war der Betrieb auch ja recht offen dafür,
Ihnen einen neuen Einsatzort zur Verfügung zu stellen,
den Sie ja auch heute noch
besetzen. Und wie Sie mir gestern auch verraten haben,
ja, es ist sowohl dort sehr positiv weitergegangen
als auch ja in Ihrem privaten Bereich, in Ihrem
alltäglichen Bereich,
weil Sie sind heute nicht alleine hier, ne?
Sie haben noch jemanden mitgebracht, ne? Ich geb –
ich geb einmal das Mikro an Sie weiter.
Ja, genau, ich hab
privat jetzt meinen Blindenführhund bekommen.
Das hat relativ schnell geklappt, zum Glück.
Da muss ich sagen, dass ich eigentlich so in allen
Bereichen
ja viel Glück hatte und
die Sachen schnell gingen, natürlich
mit viel Unterstützung von meinen Eltern.
Ja, ich hab jetzt meinen Blindenführhund, ich bin
wieder bei der Feuerwehr am Arbeiten, da, wo ich hin
wollte,
hab da jetzt die ganze,
ja, Technikabteilung so quasi für mich alleine, hehe,
und ja, hab da mein Büro bekommen,
meine Führhündin hat 'ne Hundewiese bekommen. Also
ich kann mich nicht beschweren, es läuft alles super.
Ja, ist wirklich
ein ganz, ganz toller Verlauf
bei Ihnen gewesen. Aber was ich da absolut
betonen möchte:
Sie haben wirklich von Anfang an absolut
Durchhaltevermögen und Biss bewiesen,
und wie akribisch Sie
in der BTG
waren, die Inhalte
möglichst schnell zu erlernen, ne, um halt auch an einen
ja wieder
attraktiven Platz in Ihrem Unternehmen zu kommen.
Und das find ich einfach total beachtlich, und
nach wie vor jedes Mal, wenn ich Sie hier auf der Sight-
City sehe, weil genau das war bisher
jedes Jahr so –
ne, letztes Jahr konnten Sie, glaub ich, nicht auf der Sight-
City sein, ne?
Aber Sie sind eigentlich immer hier mit Ihrer
Familie, und das ist für mich immer total ergreifend,
Sie ja am Stand
zu sehen, ne, dass man sich begegnet
und einmal über die Zeit spricht, und
ja, freut mich einfach
total, wie positiv es bei Ihnen weitergegangen ist.
Klasse.
Ja.
Das wäre der Beitrag aus
Soest gewesen zur blindentechnischen Grundausbildung.
Würde jetzt an Frau von Geldern noch mal übergeben.
Genau, dankeschön.
Dankeschön. Jetzt brauchen wir mal ganz kurz
technische Unterstützung:
Wie komme ich wieder auf diesen Bildschirm
mit meiner Präsentation?
Du siehst aus –
Ja.
Okay, gut, bitte, danke.
Okay, vielen Dank. Das war ja wirklich
'ne ganz tolle Geschichte, und
das ist, glaub ich, gar nicht so einfach, jetzt
da dran anzuknüpfen. Ich versuch's trotzdem.
Genau.
Jetzt folgt letztendlich ein kleiner, kurzer Überblick
über Angebote im Berufsbildungswerk in Stuttgart.
Wir haben natürlich auch
Angebote der Erstausbildung, wir haben eine BTG
und, und vieles mehr.
Was mir heute ein Anliegen ist: Ich möchte gerne
zeigen, was wir im Bereich der beruflichen Bildung –
also das ist eine Übersicht der Geschäftsbereiche
der Nikolauspflege –,
was wir im Bereich der beruflichen Bildung für unsere
berufliche Rehabilitation, also sprich Umschüler
und Anpassungsqualifikationen, im Angebot haben.
Starten möchte ich – und das
schreibe ich mir nicht alleine auf die Fahnen,
das steht für uns alle drei BBWs, unsere Expertise –
am Anfang steht immer eine fundierte Diagnostik
des Sehens, der Wahrnehmung
und der Lernvoraussetzungen. Und auf der Basis
der Diagnostik
wird dann geguckt, was
denn für eine Möglichkeit in der beruflichen Bildung
überhaupt gegeben ist,
welche Ausbildungen
zur Verfügung stehen, ob vielleicht noch mal eine
BTG vorgeschaltet werden muss oder eine andere
Maßnahme der Vorbereitung.
Genau, und die
interdisziplinäre
Zusammenarbeit ist auch kein Fremdwort für
Chemnitz und für Soest,
wo einfach Psychologen, Mediziner,
Rehalehrende,
Mitarbeitende im Wohnen, besonders geschulte
Ausbildende und Lehrende
zusammenarbeiten,
Hand in Hand ein Reha-Team um den jeweiligen Teilnehmer
bilden.
Was wir tatsächlich auch für uns erprobt haben
und auch schon lange durchführen, ist ein
qualifizierter Umgang mit psychisch
belasteten und erkrankten Menschen.
Das geht manchmal natürlich einher
mit einer Sehbehinderung, mit einer Blindheit.
Das ist eine belastende Situation,
eine fortschreitende Erkrankung oder ein Unfall oder,
oder Ähnliches.
Aber auch Menschen, die keine Sehbehinderung haben,
eine psychische Belastung haben,
profitieren von unseren Angeboten
und können daher bei uns auch durchaus
eine Ausbildung oder eine Umschulung wahrnehmen.
Die berufliche Reha,
das ist häufig
tatsächlich die neue Perspektive. Wir haben's
gerade im Video gesehen, die neue Perspektive,
neue Wege in den Beruf, manchmal
im besten Fall zurück an den alten Arbeitsplatz,
aber ganz häufig
natürlich auch, eine neue Perspektive zu finden.
Wir haben häufig Menschen, die im Handwerk
unterwegs waren oder Busfahrer,
Lkw-Fahrer waren,
das nicht mehr ausüben können
aufgrund ihrer Sehbehinderung,
ihrer Erkrankung,
und dann natürlich vor einer Frage stehen:
Wie geht's für mich im Leben weiter?
Wo ist meine Perspektive, wo ist mein beruflicher Weg?
Und da gucken wir einfach gemeinsam drauf.
Wir unterstützen beim Sehverlust,
so wie wir es gerade eben gesehen haben,
und bei der beruflichen
Neuorientierung und haben da ganz viele Angebote,
die es möglich machen.
Am Anfang,
da steht immer die Beratung, ne?
Menschen kommen zu uns
und wissen nicht, wie geht's weiter,
und wir beraten, wir begleiten
auch durch den ganzen Dschungel, den's
mit der Agentur
oder mit der Rentenversicherung dann gibt.
Sie kennen das,
Sie nicken, genau.
Da beraten wir und begleiten wir natürlich auch.
Das ist ganz, ganz wichtig,
da nicht alleine gelassen zu werden.
Dann bieten wir Umschulungen, beruflichen
Wiedereinstieg,
da sind wir auch bei den Teilnehmern mit an der Seite.
Das bedeutet, Hilfsmittel zu integrieren.
Das ist manchmal gar nicht so einfach, 'ne Braillezeile
in ein bestehendes Firmennetzwerk zu integrieren
oder 'ne Sprachausgabe.
Firewalls – wir haben jetzt hier auch gerade
'ne kleine technische
Panne gehabt, ließ sich schnell lösen,
aber so was fit auf Dauer zu installieren,
in ein bestehendes,
manchmal auch hoch aufgerüstetes Sicherheitssystem
hineinzubringen, gar nicht so einfach.
Aber da sind wir da.
Und natürlich im Bereich Wohnen
haben wir ganz vielfältige, abgestufte Wohnkonzepte,
für jeden genau das, was er braucht.
Die berufliche Beratung:
Na klar, erst mal das Gespräch steht im
Vordergrund, aber dann bieten wir auch ein Assessment.
Das bedeutet, Personen können bei uns –
Menschen können zu uns kommen und auch sagen: Ich möchte
das mal ausprobieren,
ich möchte mal gucken, ob der kaufmännische
Bereich was für mich ist oder ob ich ITler
werden möchte
oder vielleicht doch Metaller.
Und das können wir einfach praktisch ausprobieren.
Dann kann man viel besser eine
fundierte Entscheidung für sich und sein Leben
auch treffen.
Die Dauer von so einem
Assessment, von so einer Erprobung,
kann ganz unterschiedlich sein, drei Tage
bis drei Wochen, und wenn's auch noch mal länger dauert und
der Leistungsträger mitspielt,
machen wir eigentlich alles möglich.
Unsere Umschulungen, die wir anbieten –
ich hab's grad schon ein bisschen anklingen lassen:
Wirtschaft und Verwaltung,
wir haben viele kaufmännische Berufe,
die wir im Angebot haben,
wir haben IT-Berufe im Portfolio, Metall,
Garten, Küche und Hauswirtschaft.
Die Umschulung dauert in der Regel
weniger lang als eine Ausbildung, eine Erstausbildung.
Kann aber auch sein, dass hier aufgrund von
Krankheitsphasen oder
anderen Dingen, die das Leben
so mit sich bringt, auch 'ne Verlängerung
passieren muss, aber das
klärt man dann im laufenden Verfahren.
Beruflicher Wiedereinstieg
kann total unterschiedlich sein, ist höchst individuell.
Genau: modulare Assessments nach Berufsfeld,
also orientiert, funktionelle
Belastungserprobung ist natürlich auch manchmal 'ne Frage:
Geht das überhaupt für mich? Krieg ich das
hin im Garten?
Kann ich die Platten tragen?
Kann ich überhaupt acht Stunden
arbeiten, oder ist für mich ein Halbtagsjob das Richtige?
Hilfsmittelerprobung:
Wir haben in Stuttgart ein ganz großes
Reha-Fachgeschäft, das herstellerunabhängig
alle Hilfsmittel entweder vor
Ort hat oder bestellen kann,
und hier können Sie tatsächlich alles ausprobieren,
was für Sie hilfreich sein könnte.
BTG, letztendlich das ähnliche Angebot wie in Soest auch.
FIT,
die Maßnahme heißt Förderung, Integration und Teilhabe,
ist von der Dauer her sehr individuell
und auch vom Inhalt sehr individuell,
kann alles Mögliche sein,
von der kleinen Anpassung –
wie geh ich mit 'nem Screenreader um –
bis hin zu: Ich muss irgendwie umfassend
mich noch mal
mit Bewerbungstraining und mit Mathematik
und so weiter auseinandersetzen.
Der Reha-Vorbereitungslehrgang ist ganz häufig
auch eine vorgeschaltete Maßnahme vor einer Umschulung,
weil
manchmal ist es doch schon etwas länger her,
dass man in der Schule saß und
Berufsschulunterricht hatte
oder sich mit Ausbildungsinhalten beschäftigt hat.
Um da langsam reinzukommen,
bieten wir gerne auch so einen Vorbereitungslehrgang an.
Kaufmännische Qualifikation,
und zwar, auch schon gesagt:
Oft ist es nicht mehr
im alten Beruf möglich zurückzukehren, dann
machen wir tatsächlich eine
direkte und konkrete Qualifizierung
im kaufmännischen Bereich.
EDV-Schulungen am Arbeitsplatz:
Auch hier machen wir die Menschen fit,
die es benötigen, und zwar ganz individuell,
genauso wie bei der
individuellen
Anpassungsqualifikation.
Hier haben wir alle Türen offen,
wir können letztendlich
in Absprache mit dem Leistungsträger
alle möglichen Maßnahmen treffen,
die die Person benötigt.
Und ganz zum Schluss:
UBSm, ganz sperriger Name, ich hirne
schon die ganze Zeit, wie man das irgendwie ein bisschen
attraktiver machen könnte,
bedeutet aber
Unterstützung
blinder und sehbehinderter Menschen modular.
Und das bedeutet, wir unterstützen Menschen
nicht nur, die
bei uns im Berufsbildungswerk
eine Ausbildung machen wollen oder eine Umschulung,
sondern auch an ihrem Heimatort, das kann
letztendlich überall sein,
und beinhaltet auch dort ganz individuell –
das zieht sich wie ein roter Faden bei uns durch –
alles das, was die Person
für ihre Umschulung benötigt.
Zu Hause sein – ich hab's heute schon mal gesagt:
Wir haben natürlich Teilnehmende aus ganz Deutschland,
die können nicht pendeln, ist klar.
Deshalb möchten wir gerne ein Zuhause bieten
für die Zeit, die die Maßnahme bei uns läuft:
abgestuftes Wohnkonzept,
aber auch, und das ist ganz wichtig –
wir sind mitten in Stuttgart –
sichere Begleitung in den
Wohngruppen und zu den
Wohngruppen und zu den Maßnahmen hin.
Das überfordert manchmal tatsächlich schon ziemlich,
wenn ich auf einmal
mich durch eine große Stadt bewegen muss.
Förderung
von selbstständiger Lebensführung und Alltagskompetenzen,
wie Frau Reiß vorhin auch schon sagte,
das ist natürlich ein ganz wichtiges Thema,
was unsere speziell ausgebildeten
Erzieherinnen und Erzieher
im Wohnbereich mit unterstützen.
Das läuft so nebenbei rein, manchmal
merkt man das gar nicht, dass hier grad 'ne Förderung
stattfindet, aber es passiert ständig.
Und Orientierung und Mobilität: Auch unsere
Mitarbeitenden im Wohnen wissen alle, was sie tun.
Das, was unsere
Rehalehrer mit den Teilnehmenden
üben und lernen und trainieren,
passiert dann im Doing, im Alltag,
mit den Mitarbeitenden im Wohnen immer weiter.
Auch wir haben natürlich ein Freizeitprogramm,
will ich aber gar nicht so viel drauf eingehen, weil
da kommt jetzt dann gleich von euch noch mal eine –
eine –
ja, eine Präsentation. Von daher:
Auch das Freizeitprogramm
kommt bei uns nicht zu kurz,
wir haben da ganz viele
tolle Angebote,
und für jeden ist was dabei, sei es Sport,
sei es Kultur oder
ja, Freizeiten, genau. Freizeiten sind sehr, sehr
beliebt bei uns.
Ich hab's vorhin schon kurz gesagt: begleitende
Dienste. Das ist unser multiprofessionelles
Team, was um den Teilnehmer herum wirksam wird. Das
Case-Management hab ich vorhin nicht eigens erwähnt,
ist aber natürlich besonders wichtig, weil die unsere
Teilnehmenden durch den Reha-Prozess durchbegleiten.
Berufspädagogische Angebote
sind letztendlich in der Ausbildung,
aber auch in der Berufsschule natürlich ein Ding.
Sozialdienst, den wir haben,
der auch vielleicht mal sozialrechtliche Themen
mitklären kann,
medizinischer und psychiatrischer Dienst
und psychologischer Dienst mit einem
Neuropsychologen, den wir vor Ort haben,
sonderpädagogischer Dienst, Orthoptik, ganz wichtig,
weil
hier ja häufig auch die Entscheidung getroffen wird:
Kann denn eine
Ausbildung im Gartenbereich
mit dem Sehvermögen zum Beispiel noch stattfinden,
oder geht das eben nicht?
Training in Orientierung und Mobilität
und lebenspraktischen Fertigkeiten
hatte ich auch schon erwähnt.
Zum Schluss möchte ich gern noch ein Zitat zeigen
beziehungsweise vortragen,
was ein Teilnehmer der beruflichen Reha-
Maßnahme uns dagelassen hat: „Die
Nikolauspflege hat mir geholfen, den Stein
wieder ins Rollen zu bringen, und ich wusste,
es wird weitergehen.“
Genau, und das ist genau das, was unser Ziel ist.
Und jetzt dankeschön.
Und jetzt
gebe ich gerne weiter an die Kollegen aus Chemnitz.
Ja, vielen Dank.
Ich muss mich jetzt ein bisschen umstellen, denn
natürlich, wir sind BBW
alle gemeinsam, und wir haben die Angebote, die
Förder-
maßnahmen, die
Fachdienste, die unterstützenden Dienste,
nur wir haben andere Abkürzungen,
hahaha.
Ja, aber ansonsten machen wir ja das Gleiche.
Wir sind im Osten, wir kommen aus Chemnitz,
inzwischen bisschen
bekannter, vergangenes Jahr ist ja Kulturhauptstadt Europas
gewesen, hey,
ist schon wieder vorbei, aber es hat etwas hinterlassen.
Genau, und hatten, glaub ich,
gute Anreise gehabt, freuen uns auch auf die Rückreise,
aber haben 'ne schöne Zeit
hier gehabt. Wir sind relativ jung,
man merkt's noch, und
wir durften ganz, ganz viel mitnehmen,
auch mit den Kollegen hier auf der SightCity,
auch mit all denen, die an unserem Stand
vorbeigekommen sind, und
wir haben die –
ehrlich, die Erfahrung gemacht,
wir verstehen inzwischen noch ein bisschen besser, ja,
was alles möglich ist, ja,
weil, wie Sie alle das mitbekommen haben,
diese Dienste sind so komplex,
da man hört zu und denkt: Aha, und okay, ja.
Aber es gibt immer diese
Ansprechpersonen, es gibt irgendwo immer diesen
Anfang, ja, das ist das
Case-Management,
ja, da ruft man an, sagt:
Hallo, ich – ich steh grad hier,
ja, ich hab – ich hab 'ne Idee, ja,
ich weiß noch
nicht genau, wo es hingeht, aber könnt ihr mir helfen?
So fängt's an, ja, und dann
baut sich dieses System dahinter,
ja, und ganz individuell und ganz angepasst,
so wie jeder das braucht.
Das ist großartig,
das ist was ganz Besonderes und Einzigartiges,
ja, dass es diese BBWs geben darf,
dass die so gut
und spezialisiert
ausgebildet sind, weil es genau den Mehrwert bringt, den
der Fabio uns heute gezeigt hat,
und diesen Mehrwert, den erleben wir jeden Tag.
Und genau, ich hab mich noch gar nicht vorgestellt,
ich bin, genau,
der Christopher Mevius, ich bin, genau,
an der Berufsfachschule in Chemnitz, das ist die
medizinische Berufsfachschule,
Physiotherapeuten, Masseure,
Krankenpflegehelfer,
dort als stellvertretender Schulleiter.
Und wir dürfen auch jedes Jahr,
wenn die Abschlussprüfungen durch sind und wir unsere
Absolventen verabschieden,
diese Erfahrung machen. Ja, dann sind die Tränen
in den Augen, und du hast Gänsehaut und denkst noch: Wow,
wie ihr das gemacht habt, gewaltig, gewaltig.
Und wir freuen uns, weil wir diesen
Weg so gemeinsam gehen.
Das ist nicht
irgendwie
30-Leute-Klasse, so, und dann einmal durchschieben,
sondern das ist Beziehungsarbeit, das ist echt Teilhabe.
Ich sag so: Kernkompetenz Teilhabe leben,
ja, weil es gehört so viel dazu.
Wir machen nicht bloß Bildung,
sondern wir machen halt Leben.
Und ja, sehr individuell.
Ja, so machen wir unsere Erfahrung, und
ich möchte jetzt nicht noch alles wiederholen,
das war so schön detailliert vorgetragen,
zeigt die Komplexität, zeigt die Möglichkeiten.
Und ein besonderer Bereich, ja, ist das Thema Freizeit.
Und ich hab mir eigentlich so gedacht, ja,
aus Bildungsperspektive, ja, ist ähnlich wie beim Training:
Die Freizeit ist
einfach für sich der wichtigste Teil der Bildung,
ja, je nachdem,
wie man sie führt.
Was mach ich in meiner Freizeit, wie nutz ich die, ja?
Motiviert mich das zu meiner Ausbildung?
Bin ich mit den Leuten zusammen, ja, mit
denen ich dann auch später mal
arbeiten will? Wir sind ja nicht mehr in der Schule, wir
machen jetzt das, was wir wollen,
ja, was wir uns im besten Fall raussuchen konnten,
und das hat ganz viel Kraft und ganz viel Power.
Stehen aber natürlich vor 'ner Realität,
'ner digitalen Realität heutzutage,
die Chancen
und, sagen wir mal, Herausforderungen mit sich bringt, ja.
Handy, Smartphone et cetera, ja, es geht viel mit KI
und hin und her, und es kann uns einiges erleichtern,
aber es führt zur Vereinsamung, ja.
Leute zu motivieren, rauszukommen, wieder miteinander,
ja, was zu machen,
Erfahrungen zusammen, Dinge zu erleben,
das wird immer schwieriger, immer seltener. Haben wir
so oft festgestellt. Ich weiß nicht, wie es euch geht in den
anderen BBWs? Hm, nicken, ja.
Genau, da wollen wir ran,
und da geb ich mal weiter an meinen Kollegen,
der sein Geld mit Freizeit verdient, ja:
Matthias Keusen.
Ja, servus, hauen wir 'ne Runde.
Ich bin der
Matthias Keusen, also nämlich liebevoll Matze,
ob meine Eltern oder Lehrer,
es war schon immer so, also gerne einfach Matze.
Chris, da hast du mir schon die Worte
so bisschen aus dem –
aus dem Mund genommen.
Welchen Stellenwert hat Freizeit und
beziehungsweise
Freizeitgestaltung, ob
jetzt über Kultur oder über Sport
oder generell über Freizeit? Und ich glaube, dass es ein
ganz, ganz wichtiger Aspekt ist.
Wir kommen zusammen über Gemeinsamkeiten, wir können
halt Gespräche
führen, und wir fühlen uns sozial aufgehoben,
wir fühlen uns zur Zeit total angekommen.
Und ich glaube, dass das eben
irgendwo auf 'ne gewisse Art
und Weise über WhatsApp
und Social Media auch geht, aber ich glaube,
echtes Leben ist immer noch echter und am Ende
einfach besser.
Und wir haben gesagt, am BBW
kennen wir jetzt, dass
die Freizeitgestaltung
für uns deswegen sehr, sehr wichtig ist,
dass wir nicht nur sagen: Hey, wir machen
Freizeitangebote,
dass die Leute
dorthin kommen und sagen: Wir machen bisschen Sport,
sondern dass eben genau über diese Aspekte,
die ich gerade gesagt hab, dass wir eben zusammenkommen.
Und wir haben ein Motto, das ist
tatsächlich die zweite Folie, die wir mitgebracht haben:
„Wir lassen uns nicht von Problemen
definieren, sondern von den Lösungen,
die wir gemeinsam entwickeln.“
Was meinen wir damit?
Freizeitangebot ist vielleicht nicht
direkt Freizeitangebot. Was wir sagen, ist, dass die
Teilnehmer, Menschen zu uns kommen
und wir die Wünsche über die Freizeit erfüllen.
Ist natürlich einfacher, wenn jemand
zu uns kommt und sagt: Ich möcht gern Blinden-
fußball spielen,
dann können wir sagen: Hey,
das haben wir schon, das Angebot,
da sind schon Leute. Oder Goalball
oder was wir auch alles haben.
Aber egal, welches Freizeitangebot oder welche –
welche Idee, die
über die Freizeitgestaltung kommt, sagen wir: Okay,
das möchten wir gemeinsam machen.
Ich hab mir
sagen lassen – ich bin erst seit 1.10. da –,
von Autofahren über Panzerfahren, über alles, was da
schon mal irgendwie passiert ist, ist –
angenommen worden.
Man hat sich gemeinsam hingesetzt
und hat gesagt: Okay, wenn du es machen möchtest,
wie machen wir es zusammen?
Und ich glaube, es ist ganz, ganz besonders,
wie wir eben
nach dem Unterricht, nach 16 Uhr,
sagen können: Okay, dort kommen wir eben zusammen.
Ich hab auch drei Beispiele mitgebracht, wie wir zusammen
Freizeiten gestalten.
Das erste, das ist das Segeln.
Wir machen jedes Jahr einmal
einen Segelurlaub, wo wir zusammen auf einem Boot,
blinde Menschen, sehende Menschen, zusammenfahren.
Jeder kriegt Aufgaben,
jeder ist wichtig, jeder ist Teil von etwas,
was am Ende
eigentlich sozusagen auch
die Definition von Inklusion ist,
wie man zusammen übers Meer tuckert
und wilde Fahrten hat, anscheinend.
Aufregend. Ja, das Zweite sind die Tandemfahrten.
Wir fahren
immer über Himmelfahrt mit Fahrrädern weg,
Tandem, aufs Bike, los geht's, Luft, Natur genießen.
Auch da wieder über –
über genau dieses Gemeinsame,
über das gemeinsame Machen zusammenkommen
und 'ne schöne Zeit haben.
Und das dann irgendwie auch
sehr Schöne ist:
Nicht nur die Zeit selber, wo man zusammenkommt, sondern
man kommt danach auch zusammen,
man redet darüber, über die Erlebnisse. Ich glaube,
das Schönste, was man machen kann, ist,
gemeinsam Erfahrungen schaffen, und
dass man danach in den Mittagspausen
immer noch darüber lacht, wie jemand vielleicht
durch 'ne Pfütze gefahren ist oder wie jemand irgendwie
beim Abendessen was Witziges gemacht hat,
weil das uns am Ende,
uns Menschen, irgendwie so bisschen ausmacht. Und
das Letzte, was ich mitgebracht hab, ist Theater.
In der Vergangenheit schon
Theaterprojekte gemacht, und in der Zukunft wird es auch
mit der Stadt
Chemnitz und mit
ENSA – ist ein Jugendprogramm aus Chemnitz – ein großes
Theaterprojekt geben,
inklusiv gestaltet.
Es soll ein On-Point-
Theater werden, das heißt, es gibt mehrere
Orte in Chemnitz, wo ein Theaterstück aufgeführt wird.
So, die Grundidee ist
anscheinend: Man setzt sich in einen Bus,
das sind die Zuschauerinnen, und fährt dann
quasi von Ort zu Ort zu Ort,
und dort wird immer ein ganz,
ganz kleines Theaterstück aufgeführt.
Die Idee ist aber eben nicht nur, einfach
Theater zu machen,
sondern alles dafür
zusammen zu machen:
Nähen, Kostümgestaltung, Bühnengestaltung,
und da wieder eben Orte zu schaffen, wo wir
alle zusammenkommen. Und da
wird das SFZ 'ne sehr, sehr große Rolle
spielen, wo wir eben Orte zusammen
verfügbar machen, Materialien verfügbar machen. Und
ich könnt jetzt hier
wahrscheinlich
'ne Stunde erzählen, was wir alles für Angebote haben,
ja, die –
die tolle Kooperation mit den Niners, die wir haben,
Audiodeskription,
wo blinde Menschen einfach auch live
Sport erleben können, wo sie hinkommen
und genauso mitfiebern können wie andere.
Ich würde aber
da stattdessen einfach einladen: Kommt nach
Chemnitz, guckt's euch selber an,
und oder nach
Soest, genau, oder nach Stuttgart natürlich.
Aber ja, genau, das zum Schluss: Über den
Sport, über die Kultur,
über die Freizeit kommen wir zusammen,
und am Ende irgendwie auch weg von
Endgeräten und Bildschirm, und das ist irgendwie cool.
Dankeschön.
Ach ja, die dritte Folie:
der QR-Code, hehehe.
Scannt ihn mal, schaut mal bei uns vorbei,
und ja, ansonsten
wünsch ich euch jetzt noch allen viel Spaß auf der
SightCity.
Ich bin zum ersten Mal hier, ich find's sehr bewegend,
viele tolle Gespräche,
führt sie auch selber, holt euch Inspiration,
so kommen wir alle weiter.
Tschö!
Ja, das war's.
Mehr Abschlussworte find ich nicht mehr.
Okay, ja, vielen herzlichen Dank.
Ja, haben wir im Chat Fragen?
Hallo? Machen wir es im Chat? Ja.
Und wir können kurz in die Live- … erleben oder, oder?
Ach so.
Okay, also das
war keine inhaltliche Frage, das war 'ne technische Frage.
Dann darf ich an Sie weitergeben.
Einen wunderschönen Tag,
[Name], mein Name, ich komm aus Essen,
ich bin Arbeitgeber und kenn das BBW
aus verschiedenen Sachen, hauptsächlich das aus Soest.
Wir haben sehr, sehr gute Erfahrungen mit den dortigen
Auszubildenden gemacht als Praktikanten.
Ich frage mich, wie es nach
einer eventuellen Einstellung weitergeht.
Gibt es noch Betreuung
im Arbeitsleben während dieser Zeit,
wenn Probleme auftreten? Wir hatten auch
Leute mit psychischem Hintergrund,
die länger bei uns gearbeitet haben, auch mehrere Jahre,
und wenn dann zu Hause wieder ein großes Problem war,
dass die Welt zusammenbrach,
ist alles zusammengebrochen, und, und sie
sind heute auch nicht mehr
arbeitsfähig. Und ich denke, wenn damals eine Hilfe
da gewesen wäre,
würde unsere [Name] heute noch ein zufriedenes Leben
führen.
Gibt es da was?
Ich antworte
mir jetzt mal stellvertretend aus Stuttgart,
ne? Also wir
generell begleiten die Menschen, die in Arbeit gehen,
mindestens sechs Monate danach,
vorausgesetzt, sie sind einverstanden, das ist immer
das – das – das Problem.
Aber sechs Monate danach
sind wir immer
mit an der Seite für alle möglichen Fragen,
was auch immer.
Und das, was Sie
jetzt aber bewegt, ist ja nach den sechs Monaten passiert, ne?
Ja, genau, und das ist ja das Leben,
was immer und immer wieder passiert. Und wir BBWs –
und ich sprech jetzt tatsächlich, weil ich's
genau für – für unser Haus weiß –
sind immer ansprechbar für alle
ehemaligen Teilnehmenden, die bei uns jemals waren,
wenn da Hilfe benötigt wird, sei es
Klärung am Arbeitsplatz, sei es
veränderte Arbeitsbedingungen, sei es veränderte
Voraussetzungen, was auch immer.
Also wir haben ganz häufig wieder Anfragen
und stehen dann auch wieder da.
Das ist auch das, was ich vorhin mit diesen –
sehr ausführlich mit diesen
individuellen Maßnahmen, die wir so haben –,
ne, wir haben da ganz viel Beinfreiheit,
verschiedene Dinge dann auch wieder zu stricken
und zu gucken: Was braucht denn die Person
in dieser Situation dann auch
und dann unter diesen veränderten Bedingungen?
Und da sind wir alle bereit.
Also unser Ziel ist lebenslanges Lernen,
ne, und
das Problem bei der ganzen Geschichte ist, dass häufig
das natürlich nicht vom Leistungsträger
sofort so gesehen wird, und jeder Leistungsträger
„hurra“ schreit,
wenn da jemand wiederkommt und sagt: Ich brauch
noch mal was, ne?
Das – das – das passiert häufig nicht,
aber deshalb haben wir ganz viele
unterschiedliche individuelle
Maßnahmen, wo wir da drauf einzahlen können.
Also das würde mich mal echt
interessieren: Hat denn die Dame –
haben Sie dann mit der Dame
das mal auch kommuniziert, dass es
da eventuell 'ne Möglichkeit gibt, sich noch mal an das
BBW zu wenden? Ja?
Die Dame damals kam nicht über ein BBW,
sondern über den Integrationsfachdienst zu uns.
Da gab's sehr, sehr viele Fragen im Nachhinein,
wieso sich keiner um sie gekümmert hat
und auch um uns als Betrieb nicht,
weil 'ne Hilfe wär echt wichtig gewesen.
Sie ist dann mit dem Leben
nicht mehr klar-
gekommen. Wir haben mit ihr Haushaltsbücher geführt, wie –
wie führe ich einen Haushalt,
überhaupt, wie lebe ich alleine
und so was, das war alles okay,
bis dann irgendwann familiäre Hintergründe wieder
eingegriffen haben, die wieder
alles zum Zusammenbrechen brachten,
und weder Versicherungsträger,
Rentenversicherung, Krankenkasse oder sonst irgendwer –
und auch vom –
vom – vom –
Integrationsfachdienst
war dann nichts mehr zu erfahren, war
nur 'ne sehr, sehr
oberflächliche Antwort immer zu kriegen.
Es ist jetzt ein paar Jahre her,
ich weiß nicht, wie die Situation heute ist.
Ich weiß aber, dass gerade psychisch Kranke häufig
vor Wände laufen und auch nicht die Energie haben,
sich durchzusetzen gegenüber den Ämtern und Behörden,
und da müsste es eigentlich
dringend mehr Unterstützung geben.
Kann da jemand drauf antworten?
Weil ich find das jetzt selber sehr bewegend.
Ja, also ich hab auch die Erfahrung gemacht,
dass es dann die Beharrlichkeit von den Betroffenen
auch braucht, also, ne,
ohne – sich einfach auf das System verlassen und auf,
ja, den Ansprechpartner, den man jetzt gerade
ne vielleicht hat,
wo man auch noch Kontaktdaten hat,
dass das darüber dann ohne Weiteres
sofort zum Selbstläufer wird, das ist, glaub ich,
in vielen Fällen dann auch ein Wunschdenken. Also
wenn's klappt, super, ne, und so sollte es auch sein.
Aber ich glaube, die Erfahrung hat auch Herr
Bergfort gemacht, ne, sodass man teilweise
wirklich einfach nicht
müde werden darf und immer wieder
anklopfen muss und vielleicht auch über
mehrere Wege
ja sein Anliegen noch mal deutlich macht und
für sich einsteht.
Und ich geb
Ihnen vollkommen recht,
also grade wenn man von 'ner
psychischen Beeinträchtigung betroffen ist
und da grade in 'nem Loch
ne vielleicht auch feststeckt,
ist das natürlich
die große Schwierigkeit und auch die Hürde,
da wieder auf die Beine zu kommen, ne?
Da braucht es einfach ein tragendes Umfeld, und wenn das
gegeben
ist, da kann natürlich der Betrieb auch was zu
beitragen, ne, da auch stützen
und auch ja einen langen Atem beweisen. Aber
das alles zusammen braucht es, glaub ich, einfach.
Also alleine das System, das Sozialleistungssystem,
kann nur eine Säule sein, also diverse weitere
müssen einfach da auch wie Zahnräder ineinandergreifen.
Wir hoffen, der Vortrag hat Ihnen gefallen.
Mehr Informationen finden Sie unter
sightcity.net/F033001.
Vielen Dank und bis zur nächsten SightCity!