SightCity Forum 2026: Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Sehbehinderung: Erkenntnisse und Herausforderungen
21.09.2026 30 min
Video zur Episode
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Zusammenfassung & Show Notes
Sonja Gerth von der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs stellt beim SightCity Forum die Arbeit der Kommission vor und erklärt anhand aktueller Studienzahlen, warum blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche einem erhöhten Risiko sexueller Gewalt ausgesetzt sind. Ein Forumsbeitrag von der SightCity 2026.
Begrüßung & Vorstellung: Sonja Gerth und die Unabhängige Kommission
Sonja Gerth arbeitet im Büro der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs. Die Kommission besteht aus sieben ehrenamtlichen Mitgliedern, darunter Stefan Rixen (Professor für öffentliches Recht), Barbara Kavemann (Professorin für Sozialwissenschaften), Rieke Hoffmann (Professorin, ehemalige Kinderkrankenschwester), Julia Gebrande (Vorsitzende, Professorin für Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Menschen mit Behinderungen), Matthias Katsch (Philosoph, Berater und selbst Betroffener), sowie eine Traumatherapeutin und der Sozialpsychologe Heiner Kolb. Im Büro arbeiten 10 Personen, bundesweit kommen 20 Anhörungsbeauftragte hinzu.
Sonja Gerth arbeitet im Büro der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs. Die Kommission besteht aus sieben ehrenamtlichen Mitgliedern, darunter Stefan Rixen (Professor für öffentliches Recht), Barbara Kavemann (Professorin für Sozialwissenschaften), Rieke Hoffmann (Professorin, ehemalige Kinderkrankenschwester), Julia Gebrande (Vorsitzende, Professorin für Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Menschen mit Behinderungen), Matthias Katsch (Philosoph, Berater und selbst Betroffener), sowie eine Traumatherapeutin und der Sozialpsychologe Heiner Kolb. Im Büro arbeiten 10 Personen, bundesweit kommen 20 Anhörungsbeauftragte hinzu.
Ziele und Arbeitsweise der Aufarbeitungskommission
Die Kommission untersucht Ausmaß, Art und Folgen sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche seit 1945 in der DDR und der Bundesrepublik, in allen gesellschaftlichen Bereichen. Ziel ist es, Strukturen zu identifizieren, die Missbrauch, Ausbleiben von Hilfe und Vertuschung ermöglicht haben, erwachsenen Betroffenen das Sprechen jenseits von Gerichtssälen und Therapieräumen zu ermöglichen, gesellschaftliche Anerkennung für erlittenes Unrecht zu schaffen, Aufarbeitungsprozesse zu unterstützen und zu kontrollieren sowie Forschung zu initiieren. Betroffene können sich für eine rund zweistündige vertrauliche Anhörung melden oder einen schriftlichen Bericht einreichen; die Kommission führt außerdem Gespräche mit Zeitzeug:innen und Fachkräften, veranstaltet öffentliche Hearings und betreibt ein Geschichtenportal mit über 140 veröffentlichten Berichten. Menschen mit Behinderungen sind seit 2021 ein Schwerpunkt der Kommissionsarbeit; Angebote in Leichter Sprache und Deutscher Gebärdensprache werden kontinuierlich ausgebaut.
Die Kommission untersucht Ausmaß, Art und Folgen sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche seit 1945 in der DDR und der Bundesrepublik, in allen gesellschaftlichen Bereichen. Ziel ist es, Strukturen zu identifizieren, die Missbrauch, Ausbleiben von Hilfe und Vertuschung ermöglicht haben, erwachsenen Betroffenen das Sprechen jenseits von Gerichtssälen und Therapieräumen zu ermöglichen, gesellschaftliche Anerkennung für erlittenes Unrecht zu schaffen, Aufarbeitungsprozesse zu unterstützen und zu kontrollieren sowie Forschung zu initiieren. Betroffene können sich für eine rund zweistündige vertrauliche Anhörung melden oder einen schriftlichen Bericht einreichen; die Kommission führt außerdem Gespräche mit Zeitzeug:innen und Fachkräften, veranstaltet öffentliche Hearings und betreibt ein Geschichtenportal mit über 140 veröffentlichten Berichten. Menschen mit Behinderungen sind seit 2021 ein Schwerpunkt der Kommissionsarbeit; Angebote in Leichter Sprache und Deutscher Gebärdensprache werden kontinuierlich ausgebaut.
Zahlen und Fakten: Sexuelle Gewalt gegen Menschen mit Behinderung
Seit 2016 hat die Kommission 2.259 vertrauliche Anhörungen und 6 öffentliche Hearings durchgeführt sowie 859 schriftliche Berichte erhalten. Laut einer vom Bundessozialministerium in Auftrag gegebenen Studie hat jede zweite bis vierte Frau mit Behinderung sexuelle Übergriffe in Kindheit und Jugend erlebt; 20 bis 34 Prozent erlebten sexuellen Missbrauch durch Erwachsene – 2- bis 3-mal häufiger als im Bevölkerungsdurchschnitt. Blinde Frauen sind mit 40 Prozent die am zweithäufigsten betroffene Gruppe nach gehörlosen Frauen. Bei 21 bis 43 Prozent setzten sich die Übergriffe im Erwachsenenleben fort. Zur Betroffenheit von Männern mit Behinderung ist die Datenlage bislang unzureichend; die Kommission geht jedoch von einem deutlich erhöhten Risiko aus.
Seit 2016 hat die Kommission 2.259 vertrauliche Anhörungen und 6 öffentliche Hearings durchgeführt sowie 859 schriftliche Berichte erhalten. Laut einer vom Bundessozialministerium in Auftrag gegebenen Studie hat jede zweite bis vierte Frau mit Behinderung sexuelle Übergriffe in Kindheit und Jugend erlebt; 20 bis 34 Prozent erlebten sexuellen Missbrauch durch Erwachsene – 2- bis 3-mal häufiger als im Bevölkerungsdurchschnitt. Blinde Frauen sind mit 40 Prozent die am zweithäufigsten betroffene Gruppe nach gehörlosen Frauen. Bei 21 bis 43 Prozent setzten sich die Übergriffe im Erwachsenenleben fort. Zur Betroffenheit von Männern mit Behinderung ist die Datenlage bislang unzureichend; die Kommission geht jedoch von einem deutlich erhöhten Risiko aus.
Begriffsklärungen und Triggerwarnung
Vor der Begriffsklärung spricht Gerth eine Triggerwarnung aus und verweist auf die Möglichkeit, den Raum zu verlassen oder eine Pause einzulegen, sowie auf das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch. Sie erläutert, warum in der Fachwelt zunehmend von „sexualisierter Gewalt" statt „sexuellem Missbrauch" gesprochen wird (Machtausübung statt sexuellem Interesse als Kern des Phänomens), grenzt Belästigung, Nötigung und Vergewaltigung ab, erklärt das Konzept der Intersektionalität anhand sich überschneidender Diskriminierungsmerkmale sowie den Begriff Paternalismus (Bevormundung aus vermeintlicher Fürsorge).
Vor der Begriffsklärung spricht Gerth eine Triggerwarnung aus und verweist auf die Möglichkeit, den Raum zu verlassen oder eine Pause einzulegen, sowie auf das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch. Sie erläutert, warum in der Fachwelt zunehmend von „sexualisierter Gewalt" statt „sexuellem Missbrauch" gesprochen wird (Machtausübung statt sexuellem Interesse als Kern des Phänomens), grenzt Belästigung, Nötigung und Vergewaltigung ab, erklärt das Konzept der Intersektionalität anhand sich überschneidender Diskriminierungsmerkmale sowie den Begriff Paternalismus (Bevormundung aus vermeintlicher Fürsorge).
Publikumsabstimmung: Drei Fragen zum Mitdenken
Mit Handzeichen beantwortet das Publikum drei Fragen: ob ein erhöhtes Risiko für blinde/sehbehinderte Menschen bekannt ist, wer schon einmal miterlebt hat, dass eine blinde Person gegen ihren Willen angefasst wurde, und ein hypothetisches Schulszenario (eine junge Schülerin verschwindet mit einem deutlich älteren Jugendlichen auf der Schultoilette) – auf das am Ende des Vortrags noch einmal zurückgekommen wird.
Mit Handzeichen beantwortet das Publikum drei Fragen: ob ein erhöhtes Risiko für blinde/sehbehinderte Menschen bekannt ist, wer schon einmal miterlebt hat, dass eine blinde Person gegen ihren Willen angefasst wurde, und ein hypothetisches Schulszenario (eine junge Schülerin verschwindet mit einem deutlich älteren Jugendlichen auf der Schultoilette) – auf das am Ende des Vortrags noch einmal zurückgekommen wird.
Warum das Risiko für blinde und sehbehinderte Kinder erhöht ist
Genannte strukturelle Faktoren: Abhängigkeit von körpernaher Assistenz (z. B. beim Führen), die schwer von Übergriffen abzugrenzen ist; die Unmöglichkeit, Blicke des Gegenübers zu kontrollieren; Abhängigkeit vom Wohlwollen von Bezugspersonen und der daraus entstehende Loyalitätskonflikt; ein durch ständige Fremdversorgung des Körpers erschwertes Körperbewusstsein; erschwerter Zugang zu Aufklärung über Körper und Sexualität; erschwerte Abwehr und Verteidigung; angezweifelte Glaubwürdigkeit vor Gericht und Behörden; sowie ein Mangel an barrierefreien Hilfe- und Beschwerdeangeboten.
Genannte strukturelle Faktoren: Abhängigkeit von körpernaher Assistenz (z. B. beim Führen), die schwer von Übergriffen abzugrenzen ist; die Unmöglichkeit, Blicke des Gegenübers zu kontrollieren; Abhängigkeit vom Wohlwollen von Bezugspersonen und der daraus entstehende Loyalitätskonflikt; ein durch ständige Fremdversorgung des Körpers erschwertes Körperbewusstsein; erschwerter Zugang zu Aufklärung über Körper und Sexualität; erschwerte Abwehr und Verteidigung; angezweifelte Glaubwürdigkeit vor Gericht und Behörden; sowie ein Mangel an barrierefreien Hilfe- und Beschwerdeangeboten.
Publikumsfragen: Justiz, Polizei und Therapie während laufender Verfahren
Themen der Fragerunde: der Wunsch nach einer gesellschaftlichen Instanz, die unabhängig von individueller Anklage urteilt, sowie aktuelle Fortschritte bei kindgerechter Justiz (Childhood-Häuser, in denen Polizei, Sozialarbeit und Therapie ein Kind gemeinsam statt mehrfach befragen); die historisch mangelhafte Schulung von Polizei und Jugendamt im Umgang mit behinderten Betroffenen; sowie die Frage, ob während eines laufenden Strafverfahrens therapeutische Hilfe in Anspruch genommen werden darf (die Kommission empfiehlt meist, den Strafprozess abzuwarten, verweist aber auf ein zunehmendes Umdenken der Gerichte in dieser Frage).
Themen der Fragerunde: der Wunsch nach einer gesellschaftlichen Instanz, die unabhängig von individueller Anklage urteilt, sowie aktuelle Fortschritte bei kindgerechter Justiz (Childhood-Häuser, in denen Polizei, Sozialarbeit und Therapie ein Kind gemeinsam statt mehrfach befragen); die historisch mangelhafte Schulung von Polizei und Jugendamt im Umgang mit behinderten Betroffenen; sowie die Frage, ob während eines laufenden Strafverfahrens therapeutische Hilfe in Anspruch genommen werden darf (die Kommission empfiehlt meist, den Strafprozess abzuwarten, verweist aber auf ein zunehmendes Umdenken der Gerichte in dieser Frage).
Der Fall SOS-Kinderdorf, Valerias Geschichte und Appell zum Schluss
Auf eine Publikumsfrage zu Vorwürfen gegen SOS-Kinderdorf bestätigt Gerth, dass dort nach ihrer Einschätzung systematischer Missbrauch stattgefunden hat, und ordnet dies in die Arbeit der Kommission ein. Zum Abschluss löst sie das eingangs gestellte Schulszenario auf: Es handelt sich um die reale Geschichte der blinden Betroffenen Valeria, deren Schulleiter trotz Beobachtung nichts unternahm. Gerth ruft dazu auf, sich nicht von dem Bild täuschen zu lassen, in Einrichtungen für behinderte Menschen gehe es grundsätzlich sicher zu, und wirbt für die Mitarbeit an einer ab September geplanten Aufklärungskampagne der Kommission, die sich gezielt an Menschen mit Behinderungen richtet.
Auf eine Publikumsfrage zu Vorwürfen gegen SOS-Kinderdorf bestätigt Gerth, dass dort nach ihrer Einschätzung systematischer Missbrauch stattgefunden hat, und ordnet dies in die Arbeit der Kommission ein. Zum Abschluss löst sie das eingangs gestellte Schulszenario auf: Es handelt sich um die reale Geschichte der blinden Betroffenen Valeria, deren Schulleiter trotz Beobachtung nichts unternahm. Gerth ruft dazu auf, sich nicht von dem Bild täuschen zu lassen, in Einrichtungen für behinderte Menschen gehe es grundsätzlich sicher zu, und wirbt für die Mitarbeit an einer ab September geplanten Aufklärungskampagne der Kommission, die sich gezielt an Menschen mit Behinderungen richtet.
Bei eigener Betroffenheit: Hilfetelefon Sexueller Missbrauch, bundesweit, kostenfrei, anonym: 0800 22 55 530 (auch online über schreib-ollie.de).
Über die SightCity
Die SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net
SightCity Kontakt (Allgemein)
E-Mail: info@sightcity.net
Website: https://www.sightcity.net
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Transkript
herzlich willkommen
zum Mitschnitt des Forums vom 28.05.2026
Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit
Sehbehinderung
Erkenntnisse und Herausforderung
Referentin: Sonja Gerth. Viel Spaß mit dem Vortrag.
hallo
schön dass sie da geblieben sind
ich kann Mir schon denken dass der Pfleger
wahrscheinlich n bisschen
attraktiver war für das Publikum
aber ich freue mich über alle die hier sind
und auch über diejenigen die den
Vortrag vielleicht noch nachschauen
Mein Name ist Sonja Gerth ich arbeite im Büro der
unabhängigen Kommission des Bundes
zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
und werd Ihnen mal ganz kurz vorstellen
was heute so Mein Plan
is was ich Ihnen vorstellen will einmal
stell ich Ihnen natürlich die Aufarbeitungskommission
vor falls sie von der
noch nichts gehört haben
und dann werde ich Ihnen über
die Erkenntnisse die die Aufarbeitungskommission zu
sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit
sehbehinderungen hat berichten
und ich hab ihnen auch eine Geschichte von einer
Blinden Betroffenen mitgebracht
und falls sie sich danach fragen
was sie selbst auch tun können
dann hab ich Ihnen am Ende noch
ein paar Hinweise mit ins Gepäck gepackt, danke
ja fangen wir mal an mit der unabhängigen Kommission
das hier ist ein Foto der Kommission, auf der
7 ältere Herrschaften
dargestellt auf dem 7 ältere Herrschaften
dargestellt sind die freundlich in die Kamera
lächeln das sind die ehrenamtlichen Mitglieder
der Aufarbeitungskommission
und zwar ist das Stefan Rixen er ist
Professor für öffentliches recht an der Uni zu Köln
Barbara
kavemann sie ist Professorin für Sozialwissenschaften
Rieke Hoffmann sie ist
auch Professorin
für Sozialwissenschaften
und sie arbeitet auch als
sie hat als Kinderkrankenschwester
angefangen zu arbeiten und ist eine
Uniklinik Ulm
im Zentrum sehen wir Julia Gebrande
das ist die Vorsitzende der Aufarbeitungskommission
sie ist Professorin für soziale Arbeit in Esslingen
und sie hat auch den Schwerpunkt
Menschen mit Behinderungen also
sexuelle Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen
und dann sind außerdem noch Mitglied Matthias
katch er ist Philosoph und Berater und auch selbst
Betroffener
eine weitere Person sie ist Traumatherapeutin und Heiner
Kolb ist Sozialpsychologe danke
und wichtig ist vielleicht noch zu wissen
dass bei uns im Büro
10 Personen der Kommission zu arbeiten
und dass wir aber im bundesgebiet in ganz Deutschland
insgesamt mit 20
anhörungsbeauftragten zusammenarbeiten
die also deutschlandweit
vertrauliche Gespräche für die Kommission durchführen
hallo was sind die Ziele der Aufarbeitungskommission
die Ausmaß Art
und folgen der sexuellen Gewalt
gegen Kinder und Jugendliche seit 1945
in der DDR und in der Bundesrepublik zu untersuchen
und zwar in Allen Bereichen
also ob das die Familie ist die Kirchen Sport Schule
es können alle
Bereiche sein in denen die Kommission tätig wird
wir wollen Strukturen identifizieren
die den Missbrauch
das Ausbleiben von Hilfe
und auch möglicherweise das vertuschen
ermöglicht haben
und wir wollen heute Erwachsenen
Betroffenen das sprechen ermöglichen
jenseits von Gerichtssälen und auch Therapieräumen
das ist für uns das Wichtigste Betroffene
stehen bei uns im Mittelpunkt unserer Arbeit danke
und wir wollen dafür sorgen
dass es eine gesellschaftliche
Anerkennung gibt für das Unrecht und das leid das
Betroffene von sexueller
Gewalt in Kindheit und Jugend erfahren mussten ja
außerdem unterstützen wir bei aufarbeitungsprozessen
und sollen künftig dass es
unsere Aufgabe
nach einem neuen Gesetz
dass es seit dem letzten Jahr gibt
sollen diese Prozesse auch kontrollieren
und wir initiieren auch Forschung ja
ja wie gehen wir vor ich hab ja
schon gesagt die Betroffenen
stehen im Zentrum unserer Arbeit
und deswegen hören wir ihnen als 1. zu also das heißt
Betroffene
können sich bei uns melden
und können einen Termin vereinbaren und können dann
bundesweit mehr oder weniger in der Nähe ihres wohnorts
eine vertrauliche Anhörung mit uns durchführen
das heißt uns
ungefähr 2 Stunden lang einmal
ihre komplette
missbrauchsgeschichte erzählen
ihre Lebensgeschichte und auch welche folgen
das für sie gehabt hat
außerdem
werten wir auch schriftliche
berichte aus sie können uns also auch
in einem ruhigen Moment eine E Mail schreiben und
uns alles aufschreiben
wir haben doch so n paar leitfragen falls sie
die benötigen zur Stütze sozusagen
auf unserer Webseite
und können uns eben einfach den
den Bericht zuschicken
und wenn sie damit
einverstanden sind wenn die Betroffenen damit
einverstanden sind
dann nutzen wir die Erkenntnisse die sie uns mitgeben
auch und
die Berichte fließen dann
in Fallstudien, die wir dann wiederum veröffentlichen
und an Politik und Gesellschaft
weiterreichen
außerdem machen wir Gespräche mit weiteren Zeitzeugen
Fachkräften beispielsweise Angehörigen
wir haben werkstattgespräche mit Experten
und wir führen auch öffentliche hearings durch
das heißt wir machen
ne große öffentliche Veranstaltung wo Betroffene
die Bühne erhalten
und in einem gesicherten Rahmen
über ihre eigene missbrauchsgeschichte sprechen können
und Institutionen verantwortliche
müssen dann eben zuhören mal
und müssen sich anhören
was mit den Betroffenen damals geschehen ist
außerdem initiieren wir wie ich schon gesagt hab
forschungsprojekte
Expertise und Fallstudien
und haben auch ein Geschichtenportal
das heißt wir haben eine
Webseite auf der wir mittlerweile über 140 Berichte
von Betroffenen gesammelt haben
und
und die kann man sich dadurch lesen und die
Berichte die dort zu lesen sind
sind auch aus den verschiedensten Bereichen
also Familie Kirche Sport
Schule und so weiter danke
ja wie denken wir Menschen mit Behinderungen mit
Menschen mit Behinderungen
sind auf jeden Fall seit 2021
spätestens ein Schwerpunkt
der Arbeit der Kommission
und wir bemühen uns ich sage nicht dass wir absolut
barrierefrei sind ich weiß nicht wer das für sich
einen Anspruch nehmen könnte
wir versuchen auf jeden Fall immer besser zu werden
unsere Webseite unsere Publikationen sind
soweit wie möglich barrierefrei
wir versuchen auch immer wieder
möglichst unsere leichte Sprache Angebote zu erweitern
und auch die deutsche Gebärdensprache anzubieten
wir haben beispielsweise auch die möglich wir bieten
die Möglichkeit dass man auch mit ner dolmetschung
uns berichten kann
und wir sind auf jeden Fall immer offen
für Anregung und Kritik
ich hab auch meine Visitenkarte dabei
also wenn sie auf unserer Webseite
waren und noch was zu
bemängeln haben dann können sie sich sehr gerne
bei Mir melden
ja, ich hab noch ein paar Zahlen mitgebracht
auf dieser Folie
und zwar hat die Kommission seit 2.016
seit es sie gibt 2.259
vertrauliche Anhörungen durchgeführt
überwiegend mit Betroffenen
auch mit ein paar Zeitzeuginnen
also Menschen die nicht selbst betroffen waren sondern
beispielsweise
Angehörige waren deren Kinder im Sportverein
das erlebt haben
wir haben 859 schriftliche berichte erhalten
und wir haben 6 öffentliche Rings durchgeführt das sind
Veranstaltungen die wirklich immer ungefähr 1 Jahr
vorbereitet werden
das ist unser Logo
und unser claim Geschichten die zählen
und deswegen kleine Pause weil ich jetzt übergehe
zu den Ergebnissen danke
sie haben eine Frage
können wir die Fragen vielleicht sammeln und ich habe
am Ende meines
Vortrags das hab ich eben auch vergessen zu sagen
auch für diejenigen die vielleicht im Chat
noch ne Frage haben
einen Raum für die Fragen
eingeräumt sozusagen und würde die dann gerne
gesammelt beantworten
wie konnte es soweit kommen
noch dazu in einer Einrichtung
bei der besonders zu
schützende Kinder und Jugendliche
aufgrund ihrer Schwerbehinderung untergebracht sind
fragt eine Betroffene
das ist eine Person die sich bei uns gemeldet hat
sein Zitat
sexuelle Übergriffe in Kindheit und Jugend
hat jede 2. bis 4. Frau mit Behinderung erlebt
sexuelle Missbrauch in Kindheit und Jugend
durch Erwachsene haben 20
bis 34 Prozent der Frauen mit Behinderung erlebt
sie waren damit
2 bis dreimal häufiger
betroffen als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt
blinde Frauen waren mit 40 Prozent
besonders häufig betroffen die
am zweithäufigsten
Betroffene Gruppe nach den Gehörlosen Frauen
und diese erzwungenen sexuellen Handlungen
haben sich dann häufig auch im
Erwachsenen Leben fortgesetzt
21 bis 43 Prozent haben
der Frauen mit Behinderung haben angegeben
dass sie das auch im Erwachsenen lebenden
erleben mussten diese Zahlen
beziehen sich hab ich aus einer Studie die vom
bundessozialministerium
in Auftrag gegeben worden is und
noch ein kurzer Kommentar
zu den Männern
wir haben leider eine sehr schlechte
Datenlage aber wir als Kommission
gehen davon Aus
dass das Risiko auch für
Männer mit Behinderung und auch für blinde Männer
deutlich erhöht ist
ich komme zu
begriffsklärungen wir haben jetzt hier so 4 Quadrate
wo ich ein paar Begriffe
drin habe und ich möchte dazu noch ne kurze
Warnung aussprechen
falls sie selbst
beispielsweise betroffen sind falls sie hier im
Saal sind haben sie natürlich
jederzeit die Möglichkeit auch den Raum zu verlassen
wenn sie sich nicht wohlfühlen
bei einer bestimmten Schilderung
und auch wenn sie am
Bildschirm sitzen und den Vortrag nachhören
dann bitte ich sie wenn sie sich nicht wohlfühlen
sehr gerne
eine Pause einlegen sich vielleicht jemanden Anders
noch dazu holen mit dem man sich vielleicht wohler
fühlt das durchzuhören oder eben auch abzubrechen
es gibt auch das Hilfetelefon sexueller Missbrauch
bei dem sie sich
an sehr vielen Wochentagen auch spontan
melden können
und das hat donnerstags beispielsweise heute
bei der SightCity ab 15 Uhr Sprechzeiten
ja also ich sag noch mal
kurz was zu den begriffen
sexueller Missbrauch ist wahrscheinlich jedem
ein Begriff
aber an diesem Begriff gibt es auch Kritik
weil gesagt wird
Missbrauch heißt das dass es auch einen richtigen G
brauch gibt von Kindern
und das ist ja vielleicht auch nicht
gerade die richtige Formulierung
deswegen wird in der Fachwelt sehr häufig
von sexueller Gewalt oder sexualisierter Gewalt
gesprochen
und ja Gewalt
da denken viele Menschen dass damit
eben auch physische Gewalt zusammenhängt
aber wir sprechen auch von sexualisierter
Gewalt wenn das Opfer beispielsweise erstarrt
und sich überhaupt nicht wehrt und
ja weiß ich nicht
manche Menschen
würden dann vielleicht sagen dass dann keine Gewalt
stattgefunden hat in dem Sinne ja
aber die fachszene hat die Erkenntnis gewonnen
dass diese Form der Gewalt eben häufig
gar nich aus sexuellen Interesse
stattfindet sondern vor allem aus macht ausgründen
sozusagen also es ist eine Form der Ausübung von macht
und deswegen gibt es dieses Wort
sexualisierte Gewalt
was eigentlich
andeuten soll dass
es eben eine machtausübung eine Gewaltausübung
in Form von sexuelle Gewalt ist danke
dann gibt es noch die
Wörter Belästigung Nötigung und Vergewaltigung
also Belästigung und Nötigung
das sind alle Formen von unerwünschten Berührungen
beispielsweise
dann verbale Belästigung also anzügliche Witze
zum Beispiel dann nonverbale Belästigung
das ist wichtig da komm ich auch gleich noch zu im
im Bereich Sehbehinderung
also beispielsweise anzügliche Blicke oder Gesten
ja und soweit zu den begriffen ja
dann möchte ich noch etwas sagen zum erhöhten
Risiko von sexualisierter
Gewalt hier haben wir eine Folie mit einer
Grafik wieder
und vorweg möchte ich sagen dass es
egal welche Person es trifft
sexualisierte Gewalt
ist immer schlimm und ist
immer eine Menschenrechtsverletzung
aber für manche Menschen ist das Risiko erhöht
Opfer von sexueller Gewalt zu werden
und zwar hängt das zusammen
damit dass sie vielleicht auch in anderen Bereichen
Diskriminierung erlebt haben beispielsweise
aufgrund ihres Alters aufgrund ihrer Herkunft
aufgrund ihrer sozialen Schicht
oder auch aufgrund ihrer Behinderung
und das macht diese Grafik deutlich
wo wir verschiedenfarbige
Linien haben, die jeweils für ein Merkmal
stehen also zum Beispiel Alter
oder Behinderung und diese Linien überschneiden sich
das nennt sich
das Modell nennt sich halt Intersektionalität
und das bedeutet zum Beispiel
ja ich ah geht wieder
danke schön das bedeutet
zusammenfasst gefasst
wenn ich eine blinde
schwarze Frau bin dann ist das Risiko
sexuelle Gewalt zu erleiden höher
als wenn ich
1
ich ein nicht behinderter weißer Mann bin
und vielleicht auch
sind meine Ressourcen
begrenzt da sag ich jetzt mal
diese sexuelle Gewalt zu bewältigen danke
diese Folie geht
und dieser Folie
geht es noch einmal um die gesellschaftlichen
Dimensionen
da will ich nur kurz dazu sagen dass die Kommission
Behinderung nicht als defizitäres Merkmal sieht
sondern sich da auch an der
selbsthilfebewegung orientiert
also wir sind nicht behindert wir werden behindert
und diese höhere Verletzlichkeit hat eben auch
was damit zu tun
dass die Gesellschaft es nicht schafft
Barrieren zu beseitigen
die Teilhabe ermöglichen
und dass die Gesellschaft in
dass es in der Gesellschaft Zuschreibung
gibt eben für Menschen mit Behinderung
die eben auch dazu beitragen dass
Menschen mit Behinderung
eine erhöhte Verletzlichkeit haben danke
so hier kommen wir noch mal zu dem Wort Paternalismus
das werden
vielleicht einige im Raum auch ganz gut Kennen
das leitet sich vom Wort paternalis
väterlich oder Vater Vater AB
und steht eigentlich für Bevormundung
ich weiß am besten was für dich gut ist
das heißt eine Person
die gegen den Willen aber auf das vermeintliche wohl
einer Person ausgerichtet etwas unternimmt also
wenn ich jetzt als
Angehörige oder Assistenz oder so irgendetwas
für eine Person tue die da vielleicht eigentlich
hm gar nicht so wirklich etwas möchte
aber die andere Person
in dem Fall ja vielleicht abhängig von Mir is
dann sprechen wir eben von Paternalismus ja
so diese Folie überspring ich jetzt mal
und komm jetzt mal
zu den Gründen für
eine erhöhte
Gefährdung von Blinden Kindern und Jugendlichen
und dazu
möchte ich sie gerne auffordern kurz mitzumachen und
in einer kleinen Abstimmung mit 3 Fragen
ja
und ich würde sie bitten
wenn sie möchten den
Arm kurz zu heben bei wenn sie der Meinung sind
dass die Antwort auf meine Frage ja lautet
glauben Sie dass
blinde und Sehbehinderte
Menschen ein erhöhtes Risiko haben
Opfer von sexueller Gewalt zu werden
das sind jetzt glaub ich alle im Raum
und meine 2. Frage wäre
wer hat schon einmal mitbekommen
dass eine blinde Person
gegen ihren Willen angefasst wurde also nicht sexuell
unbedingt sondern eher so übergriffig ja
gerade sind schon so 56 Personen
und die 3. Frage ist
stellen sie sich vor sie sind
Lehrkraft an einer Blindenschule
ein sehr junges Mädchen in der 7. Klasse
ist mit einem Achtzehnjährigen befreundet
beziehungsweise in einer Beziehung
sie bekommen mit wie die beiden
zusammen auf der Schultoilette verschwinden
wer hier im Saal hätte dabei ein komisches Bauchgefühl
und da heben doch wieder alle die Hand
ja vielen Dank fürs mitmachen
zu dieser Situation
werden wir am Ende meines Vortrags noch mal kommen
danke
was sind die Gründe
für eine erhöhte Gefährdung von blind und Jugendlichen
einmal
sie könnten beispielsweise auf Hilfestellungen
Assistenz angewiesen sein also Situationen
wie zum Beispiel das führen
haben ja mit Berührung und engen Körperkontakt zu tun
und könnten von Tätern oder Täterinnen für sexuelle
Übergriffe genutzt werden das ist
auch schwierig für die
Betroffenen zu erkennen was ist eine Hilfestellung
und was ist schon ein sexueller Übergriff
also wenn man beispielsweise oder
an der Brust entlang streicht ja
sie können im blicken des gegenüber
nicht ansehen ob sie sie
gerade gedanklich ausziehen
und sich dann auch schwerer schützen
zum Beispiel vor blicken unter den Rock
oder in den Ausschnitt danke sie können
abhängig sein vom Wohlwollen der Bezugsperson
da besteht dann auch immer so ein Konflikt
bei Kindern und Jugendlichen
Dankbarkeit und
Loyalität die Person hilft Mir ja oder assistiert Mir
und gleichzeitig
macht sie irgendwas mit Mir was ich nicht möchte
wie verhalt ich mich jetzt danke ja
dann gibt es die alltägliche Erfahrung
für viele dass andere den Körper
den Körper versorgen oder versorgen müssen
und die Folge kann sein dass es kein
ausgewogenes Körpergefühl gibt und die Person
nicht wissen Mein Körper gehört Mir
und ich kann selbst über mich bestimmen danke ja
und dann ist auch noch ein mögliches Problem
der Umgang is somit
Erotik und Optik
sozusagen kann ein fehlender positiver Zugang
zum eigenen Körper sein
die Tabuisierung von Sexualität
ein geringes Selbstwertgefühl
und Unsicherheiten mit der nonverbalen Kommunikation
also wie ich ja eben schon erwähnt habe
es gibt natürlich dann Menschen die nonverbal
sozusagen übergriffig Mir gegenüber werden indem sie
Mir irgendwo hingucken oder so und es
könnte sein dass ich das dann vielleicht nicht bemerke
ja ja dann gibt es oft zu wenig wissen
über den Körper und über die Sexualität
und natürlich auch eine Sehnsucht von Menschen nach
Zärtlichkeit und Sexualität das ausgenutzt werden kann
ja
im Allgemeinen kann man noch mal sagen dass eben
Mädchen und Jungen mit Behinderung
oder mit Beeinträchtigung
gefährdeter sein könnten
weil Abwehr und Widerstand nicht deutlich genug
sind nicht gemacht
werden können oder nicht kenntlich ist sie wirken
wehrloser sie können sich vielleicht schlechter
verteidigen wenn sie beispielsweise im Rollstuhl sitzen
wegrennen ist auch nicht immer eine
eine Möglichkeit beispielsweise
ja dann wird die Glaubwürdigkeit eher angezweifelt
beispielsweise das
Vorurteil dass Täter nicht zweifelsfrei
identifiziert werden können
das hat uns auch schon jemand
berichtet dass zum Beispiel
eine blinde Person von der
Polizei gefragt wurde ja du kannst ja gar nicht
zweifelsfrei sagen
dass der Mensch das war weil du kann
hast die Person ja nicht gesehen
dann gibt es nur wenige
barrierefreie
und leicht zugängliche hilfeangebote und Beschwerde
Management Scham und Schuldgefühle
und all das kann eben dazu führen dass die Menschen
dass die
Kinder und Jugendlichen nicht nur in ihrer Kindheit
das erleben sondern dass sie manchmal auch
eben solche toxischen
und schwierigen
Verhältnisse
eben zu anderen Personen auch im Erwachsenen Alter
erleben müssen danke
so jetzt bin ich bei den Fragen
und Anmerkungen angekommen
und würde fragen ob's
hier im Raum oder aus dem Chat noch Fragen gibt
erstmal vielen Dank Frau Gerth vielen Dank
gibt es Fragen von ihnen ja ich hab
mal ne Frage und zwar ist das ne juristische Frage
und wenn ich jetzt als Kind
missbraucht werde oder falsch angefasst
werde oder was auch immer
hab ich das Gefühl dass das Kind allein
in dem Moment alleine steht
weil es muss alleine anklagen es
muss alleine sagen
jawohl der hat mich angefasst der war's und und und
was mir ein bisschen fehlt bei der ganzen
Sache bei Kindesmissbrauch ist
wenn ich jetzt zum Beispiel an das
Märchen Hänsel und Gretel denke keiner kein Kind
ärgert sich darüber dass
Kekse verbrennt obwohl das natürlich schlimm ist
aber sie identifizieren sich mit ihren
ihres gleichen mit den anderen Kindern
und ich sag warum es gibt's da nicht eine
Instanz sag ich die sagt hören mal zu
es gibt eine Kinderwelt es gibt eine Erwachsenenwelt
und wenn ein Erwachsener in eine Kinderwelt einbricht
dann ist es so schlimm dann gehört es auf meine Sicht
schon verurteilt
ohne dass da das Kind oder sonst jemand ne Anklage
stellen muss
ich dachte das müsste eigentlich ne Sammelklage sein
ja na gut also das ist bei uns im
Strafsystem ich bin jetzt auch keine Juristin
aber im Strafsystem natürlich schon so dass
wir müssen tatsächlich in
individuelle Fälle da
behandelt werden müssen und man nich
einen großen Schirm über alles spannen kann aber
immerhin kann ich Ihnen
mitteilen dass es in den letzten Jahren schon einige
Fortschritte gegeben hat
zu dem was wir sozusagen kindgerechte Justiz nennen
das heißt dass beispielsweise
es in Deutschland jetzt auch mehr und mehr sogenannte
Childhood-Häuser gibt
das sind Häuser, wo beispielsweise, wenn ein Kind
aus einer
aus einer Familie
herausgeholt worden ist
und festgestellt
wo er der Verdacht besteht dass es dort Missbrauch gab
dann
könnte es in so ein Childhood-Haus gebracht werden
und dann sind dort alle Fachkräfte gemeinsam
also beispielsweise Polizei
Sozialarbeit Therapie
und die befragen
das Kind gemeinsam und entscheiden
gemeinsam darüber wie es weitergeht so dass das Kind
nicht erst zu der Institution gereicht
hingereicht wird dann zu der nächsten
Institution und jedes mal wieder
aussagen muss
und das würden wir uns natürlich
wünschen dass eben diese kindgerechte Justiz
auch weiter fortentwickelt wird
ja da hinten ist noch eine Frage
ja
ja also
ich kann auch
aus eigener Erfahrung und auch Aus
Erfahrung anderer sagen
dass oft die Polizei
oder auch das Jugendamt
bisher früher das
jetzt ist es schon besser geworden aber in den
Neunzigern waren die überhaupt nicht geschult
und haben auch behinderte Menschen oder behinderte
Jugendliche gar nicht für Ernst genommen ja
das haben wir auch
Gott sei Dank schon viel getan
aber es muss noch viel gemacht werden ja
dafür setzen wir uns auch ein
denn das haben uns auch viele Betroffene berichtet
dass sie nicht Ernst genommen wurden ja
hallo ich hab noch eine Frage aus dem Chat ja
okay und zwar
wenn man sich noch in einem Laufenden
juristischen Verfahren befindet wird einem ja strikt
untersagt sich in therapeutische Hilfe zu begeben
oder sich generell professionelle Hilfe zu suchen
darf man sie sich dennoch an sie wenden
oder soll bis zum verfahrensabschluss gewartet werden
tatsächlich
ist es so dass wir als Aufarbeitungskommission
häufig sagen warten sie erstmal den Strafprozess ab
bevor sie
sich sozusagen mit der Aufarbeitung befassen weil wir
sozusagen da erst
dahinter geschaltet sind sag ich jetzt mal so
ich kann ihnen aber sagen
dass im Bereich der Therapie
auch da gerade ein Umdenken stattfindet
früher war es so dass
die Gerichte gesagt haben
ach sie haben jetzt schon angefangen
also das Kind hat jetzt schon angefangen
Therapie zu machen da hat der im Therapeut
ihr doch bestimmt irgendwas eingeflüstert oder so
und deswegen
kann's jetzt hier keine
wahrhaftige Aussage mehr treffen
da findet aber doch mittlerweile n um umdenken
statt weil diese Verfahren
ja sehr Lange dauern und für n Kind
was bedeuten 2 Jahre
wenn es 2 Jahre keine Therapie erhalten kann
nach einem Missbrauch
bevor der Prozess wirklich anfängt
und ich hoffe dass sich da noch einiges ändert
hallo hallo hallo
vielen Dank die 6 Veranstaltungen die ist
die 6 Veranstaltungen die sie immer wieder machen
was was meint sie damit diese
ich weiß nicht mal wie sie genau gesagt haben wollen
ja was ist das eigentlich genau
das sind öffentliche hearings das bedeutet
also ich hab ja gesagt sind erst 6 gewesen seit 2.016
das sind
Veranstaltungen die wir in der letzten Zeit
auch tatsächlich über Livestream
übertragen haben die man also auch eben aus anderen
teilen Deutschlands dann mitverfolgen kann und
die eigentlich den ganzen Tag
gehen und wo wir immer wieder Betroffene
auf dem Podium haben
die ihre Geschichte
berichten aus ihr von ihrer Geschichte berichten
und und das alles
mit dem Fokus auf einen speziellen
Themenbereich
also beispielsweise hatten wir im letzten Jahr
unser letztes Hearing zum Thema heimerziehung
und im Moment ist
aber noch kein neues
Hearing geplant also sie die sind nicht ganz so oft
die hearings ja
gut eine letzte Frage lassen
wir noch zu genau dann war nämlich gut in der Zeit
ja ja
ich würde gerne
ihre persönliche Meinung
zu den Geschehnissen bei SOS Kinder davon mal hören
weil ich bin jemand der hat da immer gerne
hingespendet und ich hab mittlerweile fragen ob
ob's da mit rechten Dingen zugeht
also ich ich ich glaube ich
lehn mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster
wenn ich Ihnen sage dass es nicht mit rechten Dingen
zugegangen ist
ich glaube das ist
relativ gut belegt dass es dort leider
systematischen Missbrauch gegeben hat
und und auch grade von diesem großspender
und auch vom Gründer
und ja für uns ist
natürlich wichtig dass es eine
Aufarbeitung dieser Fälle gegeben hat und da liefern
sie Mir auch schon ne gute Vorlage für das Ende
meines Vortrags
denn wir als Aufarbeitungskommission
setzen uns natürlich dafür ein, dass
solche Fälle untersucht werden systematisch
dass es eine Kommission gibt die
da reingeht die sich alle Akten anguckt alle Archive
anguckt die mit den Betroffenen spricht
die auch mit den heutigen Verantwortlichen
spricht und die ne Studie dazu macht
was ist damals alles falsch gelaufen
und daraus lernen wir für die Zukunft
aus den Geschichten der Betroffenen
können wir etwas machen
um den Kinderschutz in der Zukunft
eben zu verbessern
und dann
könnt ich ihnen vielleicht noch das Zitat von
Valeria von der Geschichte
ich komm jetzt nicht mehr ganz dazu
die Situation auf dem Schulklo
zu aufzulösen ich kann ihnen aber sagen
dass der Schulleiter der das beobachtet hat
leider nichts gemacht hat
in ihrem Fall
oft hat man das Bild davon
dass es in Einrichtung für behinderte Menschenrecht
ordentlich zugeht
aber da täuscht sich die Gesellschaft das gibt uns
Valeria mit auf dem Weg
und ich geb ihnen den QR Code mit ich habe
wenn sie jetzt vom Publikum Aus
zur Bühne gehen auf der rechten Seite
auf dem Tisch hab ich ausgelegt ein kleines
Zettelchen mit QR Code zu unseren Webseiten
zu der Geschichte von Valeria
auch 2 Flyer von der Kommission und meine
Visitenkarten
sie können mich natürlich auch gerne noch ansprechen
und ich schicke schon mal in den Raum
dass wir als Kommission in diesem Jahr
auch eine große Kampagne
geplant haben die ab September ausgespielt wird
wo wir speziell Menschen mit Behinderungen
ansprechen wollen und
wo wir ihrer Institution
den Bereich wo sie arbeiten
den Bereich wo sie tätig sind gerne
Materialien zuschicken Poster zum Beispiel zum
aufhängen und wir würden uns sehr über ihre mithilfe
hallo wir hoffen der Vortrag hat ihnen gefallen
Mehr Informationen finden Sie unter sightcity.net/F032008.
vielen Dank und bis zur nächsten SightCity