SightCity Podcast (DE)

Der deutschsprachige Teil unseres zweisprachigen Messe-Podcasts mit Fachvorträgen, Interviews und Innovationen für mehr Inklusion.

SightCity Forum 2026 - TINKA Taubblindeninklusion anstossen - Begleitetes Wohnen für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen in NRW

25.08.2026 25 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

 TINKA steht für „Taubblinden Inklusion anstoßen" – das ambulant begleitete Wohnen für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen in Nordrhein-Westfalen. Hildegard Bruns und Nelli Rerich von der Deutschen Gesellschaft für Taubblindheit stellen den Dienst auf der SightCity 2026 vor: was ihn von einer Taubblindenassistenz unterscheidet, wie der Antrag beim Landschaftsverband abläuft und warum alle Mitarbeitenden lormen können. Im Interview berichtet eine Klientin, wie sich ihr Alltag dadurch verändert hat. Aufgezeichnet am 27. Mai 2026. 

Begrüßung und Vorstellung der DGfT (00:00:00)
Die Deutsche Gesellschaft für Taubblindheit (DGfT) mit Sitz in Essen, direkt gegenüber vom Hauptbahnhof, bietet Angebote für alle Altersgruppen in Nordrhein-Westfalen an. Ziel ist immer die Verbesserung der aktiven Teilhabe und der Lebensqualität taubblinder und hörsehbehinderter Menschen.
Arbeitsschwerpunkte: EUTB, Schul- und Kita-Begleitung, Peer-Akademie (00:02:38)
  • EUTB-Beratungsstellen in Köln und Duisburg.
  • Schul- und Kita-Begleitung: In NRW gibt es kein spezifisches Schulangebot für taubblinde Kinder, sie besuchen Schulen für Hören und Kommunikation oder Schulen für Blinde. Die DGfT stellt Kräfte für die 1:1-Begleitung im Unterricht – aktuell werden acht Kinder begleitet.
  • Peer-Akademie handfest: Hier sind taubblinde und hörsehbehinderte Menschen beschäftigt, die andere taubblinde und hörsehbehinderte Menschen schulen und empowern. Dazu gehören die DeafBlind-Impulsveranstaltungen in Präsenz und online, bei denen Taubblinde selbst ein Thema vorstellen – etwa ein taubblinder Comiczeichner, der zeigte, wie er zeichnet, oder zuletzt das Thema KI.
TINKA: Entstehung und Anerkennung als Dienst (00:05:33)
Die DGfT hat 25 Mitarbeitende, acht davon im Bereich TINKA; es gibt sie seit 2014. TINKA – „Taubblinden Inklusion anstoßen" – entstand aus einer dreijährigen Start-up-Förderung der Aktion Mensch als spezifischer Dienst für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen. Inzwischen läuft es unter der Bezeichnung ABS, Unterstützung und Begleitung im Wohn- und Sozialraum – der Sache nach das bekannte ambulant begleitete Wohnen. Es ist kein Projekt mehr, sondern ein von den Landschaftsverbänden anerkannter Dienst; über sie läuft auch die Abrechnung.
Was TINKA besonders macht: Kommunikation, Mobilität, Hilfsmittel (00:06:32)
Der entscheidende Unterschied zu anderen Angeboten des begleiteten Wohnens: Alle Mitarbeitenden beherrschen die taubblindenspezifischen Kommunikationsformen – Lormen und taktile Gebärden – und sind mit den technischen Hilfsmitteln vertraut. Wo Erfahrung fehlt, wird sie über Fort- und Weiterbildungen vermittelt.
Die Begleitung findet im eigenen Wohnumfeld statt, ein- bis zweimal pro Woche. Unterstützt wird zum Beispiel beim Verstehen der Post – aber, und das ist der Unterschied zur Taubblindenassistenz, mit pädagogischem Anspruch: Es wird nicht nur mitgeteilt, was im Brief steht, sondern beraten, aufgeklärt und darauf hingearbeitet, selbstständig weiterleben zu können. Mit den Taubblindenassistenzen wird eng und nach Aussage der Referentinnen sehr erfolgreich zusammengearbeitet.
Ablauf: Antrag, Ziele, Fortschreibung (00:09:18)
Zunächst wird beim Landschaftsverband ein Antrag gestellt – dabei unterstützt die DGfT. Gemeinsam mit den Klientinnen und Klienten wird festgelegt, welche Unterstützung notwendig ist und in welchem Stundenumfang. Nach Bewilligung werden die vereinbarten Ziele gemeinsam umgesetzt – ausdrücklich nicht über den Kopf der Betroffenen hinweg.
Die Begleitung wird für einen bestimmten Zeitraum bewilligt, etwa zwei Jahre, danach folgt eine Fortschreibung: Welche Ziele wurden erreicht, welche sind weiterhin erforderlich? Oft werden die Anträge verlängert – etwa weil weiterhin Unterstützung beim Schriftverkehr nötig ist oder weil sich das Sehvermögen verschlechtert und neue Hilfsmittel gesucht werden müssen.
Das Team der DGfT im Überblick (00:11:29)
Stand Mai 2026: In der Peer-Akademie arbeiten vier taubblinde und hörsehbehinderte Menschen sowie ein gehörloser Mitarbeiter in der Verwaltung. TINKA hat acht Mitarbeitende, die EUTB zwei, die Kita- und Schulbegleitung acht plus eine pädagogische Begleitung, die Verwaltung drei – zusammen 25 Personen.
Interview mit einer Klientin (00:13:04)
Christina Sato, 42, in Ungarn geboren, mit 17 nach Deutschland gekommen, lebt in NRW und hat einen elfjährigen Sohn. Ihre größten Hürden: deutsche Texte lesen – sie war nicht in Deutschland zur Schule gegangen – und sich ohne Assistenz draußen zu bewegen.
Vor TINKA hatte sie eine hörende Betreuungsperson, mit der sie nicht gut kommunizieren konnte: Es wurden Fehler bei Anträgen gemacht, es war „viel Chaos". TINKA erklärt ihr Texte in Leichter Sprache, mit taktilen Gebärden, Lormen oder Gebärdensprache – so weit in die Tiefe, dass sie Anträge selbst versteht. Ihr Fazit: mehr Energie und mehr Zeit für das eigene Leben. Ohne diese Unterstützung, sagt sie, könnte sie sich nicht selbstbestimmt durchs Leben bewegen.
Fragen aus dem Publikum (00:18:09)
Eine Mitarbeiterin eines Integrationsamts stellt die Frage, die im Raum steht: Wie kann jemand taubblind sein und trotzdem Gebärden sehen? Christina Sato erklärt, dass sich ihr Gesichtsfeld seit der Kindheit stark reduziert hat – im Dunkeln sieht sie gar nichts, Papier ist nicht mehr lesbar, Gebärden nur ganz nah.
Daran schließt sich das eigentliche Thema der Fragerunde an:
  • Restsehvermögen und Merkzeichen: Gesetzlich blind ist man bereits ab einem Sehvermögen von einem Fünfzigstel (0,02) – visuelle Wahrnehmung von Konturen oder Gebärden kann trotzdem vorhanden sein. Es gibt das Merkzeichen TBl; wer es bekommt, gehört zur Gruppe der Taubblinden. Taubblind heißt also nicht zwingend vollständig taub und vollständig blind.
  • Fachdienste: In NRW gibt es den Integrationsfachdienst Sehen und den Integrationsfachdienst Hören – ein Integrationsfachdienst Taubblind fehlt und wird von vielen gewünscht. In Hessen ist der IFD auf Hörbehinderte spezialisiert; Fachkräfte für Blinde und Sehbehinderte werden dort seit diesem Jahr aufgebaut.
  • Fortbildung: Angeregt wird eine Sensibilisierungs-Fortbildung für Integrationsämter. Aus dem Publikum kommt der Hinweis, dass Mitarbeitende von Integrationsämtern bereits den Grundkurs Blinden- und Sehbehindertenpädagogik in Marburg besuchen.
  • Gesetzliche Kriterien: Ein taubblinder Berufstätiger aus NRW ergänzt die Schwellenwerte – ein Sehrest von 2 Prozent oder ein Gesichtsfeld von 5 Grad, wobei in diesem engen Winkel durchaus scharf gelesen werden kann; beim Hören gilt ein Hörrest von 20 Prozent bereits als gehörlos. Er selbst hatte bis etwa 2014/2016 Logopädie: Wer ihn sprechen hört, ahnt nicht, dass er nur noch 8 Prozent hört.
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Transkript

hallo herzlich willkommen zum Mitschnitt des Forums vom 27.05.2026 TINKA – Taubblinden Inklusion anstoßen begleitetes Wohnen für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen in NRW Referentinnen Nelli Rerich und Hildegard Bruns viel Spaß mit dem Vortrag herzlich willkommen zu unserem Vortrag der Deutschen Gesellschaft für Taubblindheit ich freue mich dass wir diese Möglichkeit bekommen uns und unsere Angebote vorzustellen und und ja ich freue mich besonders dass so viele gekommen sind und ich sehe auch ganz ganz viele taubblinde hörsehbehinderte Menschen hier im Raum das freut mich natürlich noch mal besonders weil ich glaube auch dass das ein ganz spannendes Thema ist was wir hier jetzt vorstellen und dass es für den einen und dann für die andere auch ganz interessant sein wird mit mir zusammen ist meine Kollegin das ist die Nelli Rerich und ja genau sie ist die Kollegin und daneben sitzt Frau Christina Sato und sie ist eine Klientin von uns die das TINKA Taubblinden Inklusion anstoßen Angebot in Anspruch nimmt danke ich möchte ganz kurz jetzt die Deutsche Gesellschaft für Taubblindheit vorstellen was wir machen wer wir sind und was wir tun und im Anschluss daran das Angebot TINKA noch mal kurz darstellen und danach wird es ein Interview geben das Frau Rerich zusammen mit Christina Sato führt danke ja also als Deutsche Gesellschaft für Taubblindheit versuchen wir Angebote für alle Altersgruppen in Nordrhein-Westfalen anzubieten für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen es geht immer um die Verbesserung einer aktiven Teilhabe zur Verbesserung der Lebensqualität taubblinder hörsehbehinderter Menschen ja unser Standort ist in Essen genau gegenüber vom Hauptbahnhof optimal gelegen und wir sind aber in ganz Nordrhein-Westfalen aktiv ja und unsere Arbeitsschwerpunkte einmal ist es die EUTB-Beratungsstelle die haben wir in Nordrhein-Westfalen in Köln und in Duisburg dann haben wir ein Angebot das nennt sich Schul- und Kita- Begleitung das heißt wir begleiten Kinder die in Schulen für Hören und Kommunikation sind oder auch in einer Schule für Blinde in Nordrhein-Westfalen haben wir kein spezifisches Angebot für taubblinde Kinder deshalb sind sie in diesen Schulen untergebracht und wir haben Kräfte die sie in einer 1:1- Begleitung im Unterricht unterstützen und begleiten auch das ist in ganz Nordrhein-Westfalen wir haben im Moment acht Kinder die wir begleiten dann haben wir ein besonderes Angebot das ist die Peer-Akademie handfest in der Peer-Akademie sind taubblinde hörsehbehinderte Menschen beschäftigt die schulen und empowern andere taubblinde hörsehbehinderte Menschen und einige von ihnen von euch haben sicher schon mal an einer Veranstaltung teilgenommen es gibt sogenannte DeafBlind-Impulsveranstaltungen diese finden in Präsenz aber auch online statt wo taubblinde Menschen ein Thema vorstellen wir hatten auch mal das Thema ein Comiczeichner selbst taubblind der vorgestellt hat wie er eigentlich selbst zeichnet aber wir haben auch viele andere Themen die wir vorstellen auch jetzt hatten wir letztens das Thema KI wie kann ich die KI nutzen was bedeutet das für mich und diese Themen werden immer von Taubblinden selbst vorgestellt danke ja dann was wir heute noch mal genauer vorstellen möchten das ist TINKA das ambulant begleitete Wohnen für taubblinde hörsehbehinderte Menschen ja ja im Moment sind wir in der DGfT Deutsche Gesellschaft für Taubblindheit 25 Mitarbeitende und acht davon arbeiten im Bereich TINKA danke ja und es ist so uns gibt es seit 2014 ja und ja unsere Angebote sind ständig gewachsen und auch so die Mitarbeiterzahl ja und worüber ich mich natürlich sehr freue insbesondere dass wir vielen taubblinden und hörsehbehinderten Menschen ein Angebot machen können dass sie auch arbeiten oder eine Arbeit finden danke ja so zu TINKA also TINKA ist Taubblinden Inklusion anstoßen ist entstanden aus einer dreijährigen Start-up-Förderung der Aktion Mensch ja es ist ein spezifischer Dienst für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen entstanden ja wir nennen es jetzt auch ABS das bedeutet Unterstützung und Begleitung im Wohn- und Sozialraum der Name hat sich ein bisschen verändert aber es ist eigentlich das ambulant begleitete wohnen was viele kennen mittlerweile ist es nicht mehr ein Projekt sondern wir haben eine Anerkennung der Landschaftsverbände bekommen das heißt es ist ein anerkannter Dienst und die Abrechnung oder die Inanspruchnahme erfolgt auch über die Landschaftsverbände in Nordrhein-Westfalen danke ja was ist das Spezifische an TINKA vielleicht kennen einige begleitetes Wohnen das was bei uns das Spezifische ist das ist dass wir die taubblinden- spezifischen Kommunikationsformen beherrschen also alle Mitarbeiter die bei uns tätig sind können lormen können taktile Gebärden und beherrschen halt eben auch die oder sind vertraut mit taubblindenspezifischen technischen Hilfsmitteln und wenn noch nicht die Erfahrungen da sind dann bekommen sie diese vermittelt über zum Beispiel Fort- und Weiterbildungen das ist uns ganz wichtig zu sagen dass wir schauen dass taubblinde Menschen das Angebot bekommen was sie benötigen danke und das ist einmal der Punkt auch Kommunikation dann Mobilität wir begleiten Klientinnen sicher in ihrem sozialen Umfeld und unterstützen und beraten sie dort wo sie auch wohnen das heißt die Personen wohnen in ihrem eigenen Umfeld und wir kommen ein- oder zweimal in der Woche zu den Personen nach Hause und unterstützen zum Beispiel dabei die Post zu verstehen und erklären was eigentlich in diesem Brief drinsteht und beraten auch welche Schritte jetzt zu tun sind das ist im Vergleich jetzt zu einer Taubblinden- assistenz noch mal anders auch Taubblindenassistenten teilen ja mit was steht denn in dem Brief unsere Aufgabe geht aber weiter das hat immer einen pädagogischen Wert das heißt wir beraten halt eben noch mal dazu wir klären auch auf und wir bewegen zu einer wir bewegen eigentlich dazu selbstständig weiterleben zu können und das ist der Unterschied noch mal zu den Taubblindenassistenten weil wir oft gefragt werden na ja aber ich habe auch Taubblinden- assistenten die können das doch auch machen so ne und das versuchen wir einfach immer noch mal darzustellen und wir arbeiten ganz eng mit den Taubblindenassistenten zusammen es gibt ein Team von Taubblindenassistenten und dann gibt es halt eben uns und wir sprechen uns gut ab und das gelingt sehr gut ja und halt eben in der Hilfsmitteltechnik wissen wir welche Hilfsmittel für welche Situationen geeignet sind oder welche gegebenenfalls noch mal angepasst werden müssen ja und wie läuft so eine Begleitung ab also zunächst stellt man einen Antrag und zwar bei dem Landschaftsverband und dabei unterstützen wir das heißt mit den Klienten zusammen wird festgelegt was brauche ich eigentlich für Unterstützung was ist eigentlich notwendig und wie viele Stunden sind es vielleicht auch ja und dieser Antrag wird dann mit dem Landschaftsverband beschlossen ja und im weiteren wenn alles geklärt ist und dann setzen wir diese Ziele die festgelegt worden sind gemeinsam mit den Klientinnen und Klienten um das heißt es ist immer eine gemeinsame Arbeit das ist nicht dass wir über den Kopf hinweg etwas entscheiden sondern es geht immer zusammen mit den Klientinnen und Klienten danke die Begleitung ist immer auf eine also ist für einen bestimmten Zeitraum festgelegt zum Beispiel für zwei Jahre und dann gibt es eine sozusagen Fortschreibung oder man setzt sich dann wieder zusammen mit den Landschaftsverbänden und guckt welche Ziele wurden erreicht und welche Ziele sind auch weiterhin noch erforderlich dass man noch weiter unterstützt ja das heißt es gibt auch oftmals so diese also oftmals werden die Anträge weiterbewilligt weil noch weiter natürlich der Bedarf da ist dass man zum Beispiel bei der Post unterstützt beim Schriftverkehr oder aber auch dass man aufgrund der Verschlechterung des sehens weiterhin auf der Suche nach anderen Hilfsmitteln noch mal ist und auch da weiter unterstützt und begleitet ja und das Ziel ist eigentlich immer dass man die selbstbestimmte Teilhabe der Klienten erhöht und aufrecht erhält ja so hier ist noch mal ein Organigramm dargestellt der DGfT mit dem Stand vom Mai 2026 also es gibt unterschiedliche Bereiche wie gesagt die Peer-Akademie jetzt mittlerweile haben wir dort vier taubblinde hörsehbehinderte Menschen beschäftigt und einen Mitarbeiter der in der Verwaltung tätig ist er selbst ist auch gehörlos so dann gibt es den Bereich TINKA in dem haben wir jetzt acht Mitarbeitende und die EUTB sind zwei und in der Kita- und Schulbegleitung acht Mitarbeitende und eine pädagogische Begleitung und in der Verwaltung drei also man sieht wir sind die 25 Personen und ja ich denke wir werden weiter wachsen das war jetzt ein kurzer Überblick zu unserer zu unseren Aufgaben und unseren Tätigkeiten und ich würde jetzt gerne an die Kollegin Nelli Rerich weitergeben die dann das Interview mit der Christina führt hallo ich bin die Kollegin von von Frau Hildegard Bruns und ich würde das Interview jetzt einmal kurz führen vielleicht möchtest du dich erst mal vorstellen wer du bist genau hallo erst mal wer ich bin mein Name ist Christina und hallo ich bin Sato ich bin taubblind und habe heute eine Assistenz dabei ich bin 42 Jahre alt und in Ungarn geboren und bin mit 17 Jahren nach Deutschland gekommen und wohne jetzt in NRW ich habe einen Sohn der ist 11 Jahre alt und ja und ich mache gern Sport gehe gern wandern bastle gerne treffe mich mit Freunden ja bin gern aktiv unterwegs ja gut dann hast du noch deine Assistenz auch dabei ja genau deine Taubblindenassistenz ne hab ich schon vorgestellt genau dann eine Frage wie auf welche Schwierigkeiten oder Herausforderungen stößt du bisher in deinem Leben ja in meinem Leben gibt es einige Schwierigkeiten einige Herausforderungen zum Beispiel wenn ich deutsche Texte lesen muss das schaffe ich nicht weil ich weil ich hier nicht in Deutschland in der Schule war wenn ich mich in der Gesellschaft draußen bewege ohne Assistenz das geht auch ganz schlecht also komme ich nicht gut klar ja okay dann die zweite Frage wie unterstützt dich TINKA in deinem Leben also TINKA hilft mir zum Beispiel indem ich dort Erklärungen bekomme von deutschen Texten und es wird mir dann in Leichter Sprache erklärt so dass ich das begreifen kann und verstehen kann auch bei Anträgen bei Telefonaten bei Unterlagen generell so den ganzen organisatorischen Alltag wie war es in deinem bisherigen Leben ohne TINKA wie war das vorher ja bevor ich Kontakt zu TINKA hatte da hatte ich eine hörende betreuende Person mit der ich nicht gut kommunizieren konnte und das also da wurden Fehler gemacht bei Anträgen es war viel ja Chaos es war nicht so schön ja ja das kann ich verstehen dann noch eine Frage vielleicht kannst du uns erklären oder einige Beispiele genaue Beispiele dazu geben wie dich TINKA unterstützt in deinem Alltag ja genau wie gesagt TINKA erklärt mir Dinge so dass ich verstehen kann kommuniziert mit mir auch in die Tiefe gehen dass ich einfach selbst begreifen kann worum es geht also entweder mit taktilen Gebärden mit Lormen oder Gebärdensprache so dass ich das wirklich nachvollziehen kann auch die Anträge verstehe und ja so können viele Probleme behoben werden in meinem Leben ja ja und wenn du dir jetzt vorstellst dass es TINKA nicht gäbe oder TINKA dich nicht unterstützen würde auf welche Herausforderungen würdest du dann stoßen oder was wäre für dich nicht möglich danke wenn ich jetzt alleine leben würde das wäre wirklich nicht einfach für mich und weil ich ganz viele Herausforderungen durch Antragstellungen die ich nicht verstehe hätte und die würden viel Zeit kosten viel Energie kosten und ich wüsste gar nicht wohin damit also ich könnte mich nicht selbstbestimmt durchs Leben bewegen ja eine letzte Frage was sind deine oder was ist der größte Vorteil daran dass TINKA dich jetzt unterstützt ja also ich kriege viel Unterstützung ich habe durch den Kontakt zu TINKA habe ich viel Energie viel Zeit für mich auf die ich mich konzentrieren kann mein Leben leben kann und ja viele Dinge einfach lösen kann ja deswegen vielen Dank für diese gute Zusammenarbeit vielen Dank ja auch vielen Dank an dich ja danke auch und wir würden gerne jetzt einfach das öffnen für Fragen weil ich mir gut vorstellen kann dass vielleicht die eine oder andere Person noch mal Fragen dazu hat zu dem Angebot oder auch zu uns selbst also sehr gerne hallo Mein Name ist Sabine Schäfer ich komme aus Wiesbaden und arbeite beim Integrationsamt was ja vorhin sehr beschimpft wurde wegen der Bearbeitungszeiten aber ich muss Ihnen recht geben was wir was wir selbst bedauern das muss ich aber auch dazu sagen was ich jetzt gerade für mich erstaunlich fand Frau Sato sagt sie ist taubblind sieht aber die Gebärden das habe ich jetzt gerade nicht verstanden wie konnte sie die erkennen okay danke genau also ich bin taubblind kann soweit schon noch gut sehen aber seit meiner Kindheit also hat sich mein Gesichtsfeld sehr sehr reduziert ja ja das ist ganz schlecht geworden und im Dunkeln zum Beispiel kann ich gar nicht sehen ja und auch auf Papier es ist immer schlechter geworden also es ist ja für mich nicht mehr lesbar mittlerweile Gebärdensprache nur ganz nah ne deswegen auch die Assistenz immer an meiner Seite ja ganz gut so ja aber ich gehe da auch positiv durchs Leben und ja ich denke dass dass ich so ganz gut vorankomme ja ja ich denke mir so was ist auch noch mal ganz wichtig also gerade was so auch Behörden betrifft ne so wie sie das jetzt gerade auch so gesagt haben dass man auch wirklich noch mal dafür sensibilisiert dass es eben Augenerkrankungen gibt die noch eine gewisse Sehfunktion haben für die Außenstehenden häufig nicht verständlich sind warum wenn der doch blind ist dann muss er doch nichts sehen aber Blindheit ist ja noch mit einer Sehfunktion von einem Fünfzigstel gesetzlich blind also 0,02 fällt man zwar unter die Blindengrenze aber man hat trotzdem noch eine visuelle Wahrnehmung und was sie auch gerade gesagt hat so gerade was Konturen betrifft oder Gebärden dass sie das noch wahrnehmen kann aber ich denke mir das ist ganz spannend dass man das auch mal vielleicht bei ihnen im Amt mal so ne Fortbildung anbietet dass man mal dafür sensibilisiert wird ja könnten Sie so was sinnvoll finden ich muss jetzt sagen wir haben nicht so viele Fälle an vor allem ich selbst jetzt in meiner langjährigen Berufslaufbahn noch keinen einzigen Taubblinden in Arbeit das Integrationsamt ist ja nur zuständig für Schwerbehinderte in einem Arbeitsverhältnis ne und mir ist bisher noch kein einziger Mensch mit einer Taubblindheit begegnet also in Nordrhein-Westfalen gibt es viele taubblinde hörsehbehinderte Menschen die auch berufstätig sind und ich ich meine wir selbst beschäftigen ja taubblinde Menschen also insofern und taubblind heißt nicht immer man ist voll taub und voll blind sondern es geht halt eben auch um die Restsehfähigkeit die noch da ist also es gibt das Merkzeichen TBl und wenn ich halt eben diese Grenzen oder wenn ich so wenig sehe dass ich das Merkzeichen TBl halt bekomme dann gehöre ich zu der Gruppe der Taubblinden also und wir haben halt in Nordrhein-Westfalen schon auch den Integrationsfachdienst Sehen den Integrationsfachdienst Hören was wir uns wünschen würden ist ein Integrationsfachdienst Taubblind den gibt es noch nicht aber das ist schon von vielen so ein großer Wunsch aber bei uns gibt es viele die halt eben das auch kennen wir in Hessen haben IFD für Hörbehinderte spezialisiert aber noch nicht für Blinde wir haben jetzt angefangen Fachkräfte in den Integrationsämtern für Blinde und Sehbehinderte einzustellen die jetzt wir werden jetzt auch zusehends ausgebildet ja aber es ist jetzt erst seit diesem Jahr kommt das so langsam also wir haben uns auch noch nicht als Kollegen vernetzt und wären aber natürlich in also ich auf jeden Fall immer für eine Fortbildung bereit ne also da ist doch die Beratungsstelle in Marburg genau richtig da ist die Frau Müller jetzt gefragt genau ja dann müssen wir auch Schluss machen wegen der Zeit ja vielen Dank also wir machen das ja auch schon mit den mit den Mitarbeitenden der Integrationsämter die machen zum Beispiel unseren Grundkurs Blinden- und Sehbehindertenpädagogik in Marburg da nehmen von Ihnen Kolleginnen teil ja ja ja sehr gut ne genau aber was ich noch sagen wollte also vielleicht für jemanden der nichts damit zu tun hat ist es auch immer noch ein bisschen schwer zu verstehen das halt beides zu haben blind und sehbehindert zu sein eben die Behinderung noch mal potenziert und eine ganz andere Herausforderung ist als eines von beiden zu haben ja vielleicht nur mal ganz kurz wenn noch andere Fragen sind wir haben einen Stand eine Frage können wir jetzt noch zulassen und dann müssen wir genau ja sonst wollte ich nur sagen wenn weitere Fragen sind wir haben ja einen Infostand und gerne vorbeikommen und dann können wir alle Fragen auch gerne klären danke hallo hier ist noch mal Franco Kratzenstein ich bin auch taub und blind bin berufstätig in NRW was man vielleicht hier zu dem Beruf noch mal ergänzen sollte gesetzlich ist Folgendes vorgeschrieben entweder hat man noch einen Sehrest von 2 Prozent oder man hat noch eine Sehfähigkeit von 5 Grad das heißt also dass man einen engen Winkel hat und in diesem engen Winkel von 5 Grad kann man aber auch lesen scharf Bilder sehen ja das sind zwei Kriterien die viele nicht verstehen und zum Hören ist zu sagen wenn jemand noch einen Hörrest von 20 Prozent hat geht das vor dem Gesetz schon als gehörlos ich zum Beispiel ich habe von meinem 8. Lebensjahr bis 2016 ungefähr 2014 habe ich noch Logopädie gehabt das heißt also wenn ich spreche kann man gar nicht nachempfinden wie schlecht ich wirklich höre keiner hier im Raum würde feststellen dass ich noch 8 Prozent höre also das muss man immer berücksichtigen das ist individuell abhängig das wollte ich nur mal kurz einbringen wir hoffen der Vortrag hat Ihnen gefallen mehr Informationen finden Sie unter sightcity.net/F031004 vielen Dank und bis zur nächsten SightCity