SightCity Podcast (DE)

Der deutschsprachige Teil unseres zweisprachigen Messe-Podcasts mit Fachvorträgen, Interviews und Innovationen für mehr Inklusion.

SightCity Forum 2026: Warum Licht anschalten, wenn es auch Kerzen gibt? (F031007)

31.08.2026 20 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

 Draußen nutzen blinde und sehbehinderte Menschen selbstverständlich digitale Navigation – im Gebäude wird wieder das Türschild abgetastet. Stefan Wilke von der Quickstep GmbH fragt auf der SightCity 2026, welches Phänomen dahintersteckt, und findet die Antwort nicht in der Technik, sondern in Gewohnheit, Kontrollverlust und symbolischer Sichtbarkeit. Sein Plädoyer: Kerze und Licht nebeneinander – und ein Rollenwechsel von der Mängelmeldung zur Mitgestaltung. Mit einer engagierten Gegenrede aus dem Publikum. Aufgezeichnet am 27. Mai 2026. 

Warum Licht anschalten, wenn es auch Kerzen gibt? (00:00:00)
Die Ausgangsfrage des Vortrags: Was hindert uns daran, außerhalb von Gebäuden Google Maps und andere digitale Hilfen zu benutzen – und innerhalb von Gebäuden in alte Muster zu verfallen, obwohl es auch dort Lösungen gibt?
Gewohnheit, Neuheit und Kontrollverlust (00:01:21)
Drei Mechanismen: Wir vertrauen dem, was wir bereits nutzen, und stehen Neuem kritisch gegenüber – meist, weil wir es noch nicht ausprobiert haben. Wir bleiben beim Bekannten, obwohl bessere Lösungen verfügbar sind. Und wir fürchten den Kontrollverlust: Im Bisherigen kennen wir uns aus – taktile Leitsysteme nutzen, Türschilder auf Punktschrift abtasten, Menschen fragen. Wer das aufgibt, hat das Gefühl, Kompetenz zu verlieren. Dazu das Bewertungsmuster „haben wir immer schon so gemacht", auch wenn es nachweislich ineffizient ist – etwa wenn man ein taktiles Modell erst einmal finden muss.
Spezifische Phänomene bei Blindheit und Sehbehinderung (00:04:03)
  • Analoge Technik als Teil des Selbstwertkonzepts: Stock, taktiles Leitsystem, Blindenschrift sind erlernte Fähigkeiten – die Angst, mit ihnen auch ein Stück Identität aufzugeben, ist real.
  • Misstrauen gegenüber Technik: häufig begründet mit „die alten Leute können das nicht nutzen" – dem stehen Zahlen entgegen, wonach 68 Prozent der über 75-Jährigen ein mobiles Gerät benutzen.
  • Schlecht gemachte digitale Lösungen: unausgereift, schlecht konzipiert, schlecht erklärt. Wilke räumt ein, dass dieser Einwand zum Teil stimmt – und dass er genau deshalb wirkt.
Symbolische Sichtbarkeit und der moralische Aspekt (00:06:55)
Das Taktile sieht man, das Digitale nicht. Bodenleitsysteme und Brailleschilder lassen sich politisch vorzeigen („Wir haben ja was gemacht"), digitale Infrastruktur nicht. Draußen spielt diese Sichtbarkeit keine Rolle – dort wird digital genutzt.
Der moralische Aspekt: Engagierte Verantwortliche sehen sich als Teil der Lösung, hinterfragen den eigenen Lösungsansatz aber nicht kritisch. Wilkes Beispiel: Wer in einem Rathaus für Barrierefreiheit zuständig ist und von jeder Zielgruppe die Normanforderungen auf den Tisch gelegt bekommt, entscheidet sich am Ende für das, was ihm selbst am sinnvollsten erscheint – meist nicht für das Effizienteste.
Und schließlich das Phänomen, Technik als Zusatz statt als Ersatz zu denken: Digitale Lösungen gelten immer als Ergänzung, dabei sind sie Infrastruktur – nur eben unsichtbar. Das Ergebnis ist ein Gegeneinander von taktil und digital, statt beides zu nutzen.
Der Kernwiderspruch: Innovation wollen, beim Alten bleiben (00:08:54)
Die doppelte Haltung: Wir wollen Innovation gefördert sehen und gleichzeitig bei den alten Systemen bleiben. Menschen halten an Kerzen fest, wenn sie nicht sicher sind, ob das Licht zuverlässig weiterfunktioniert.
Wilkes Kernsatz: Es geht nicht um Technikfeindlichkeit, sondern um einen menschlichen Reflex – wir verwechseln Vertrautheit mit Verlässlichkeit. Oder im Bild: Das Problem ist nicht das fehlende Licht, sondern das flackernde Stromnetz. Nicht der Technikmangel, sondern der Mangel an Alltagstauglichkeit – und das fehlende Vertrauen verhindert den Umstieg. Sein Alltagsbeispiel: eine Gebrauchsanweisung von 40 Seiten legt jeder weg, und dann stimmt in der Entwicklung etwas nicht.
Rollenwechsel: von der Mängelmeldung zur Mitgestaltung (00:11:37)
Der zentrale Appell: Betroffene sind im Grunde die Experten. Statt weiter zu erzählen, was alles nicht funktioniert, sollte die Energie darauf gelegt werden, zu prüfen, was es gibt, es zu verbessern und das Gelingen auch zu benennen. Wilkes Beobachtung aus sozialen Medien und Foren der Zielgruppe: überwiegend Mängel, Meldestellen und „das funktioniert nicht" – selten Lösungen. Entwicklerinnen und Entwickler seien froh über konkretes Testfeedback: Die Gebrauchsanweisung stimmt nicht, der Weg funktioniert nicht, der QR-Code funktioniert nicht richtig.
Fazit: Kerze und Licht nebeneinander (00:13:59)
„Ich bin nicht gegen Kerzen. Ich bin nur gegen die Gewohnheit, dass wir die Kerze für die Zukunft halten." Analoge Hilfen bleiben sinnvoll – aber wo digital sinnvoll und alltagstauglich möglich ist, soll das keine Ausnahme bleiben, sondern Standard werden. Und statt einen Satz mit „das geht nicht" abzubrechen, lieber fragen: Wie kann es denn gehen?
Der Schlusssatz: Wir müssen nicht nur mehr fordern, wir müssen mithelfen, den Schalter erklärbar zu machen. Wer Teilhabe will, muss Vertrauen bauen – und wer Inklusion ernst meint, darf Vertrautheit nicht mit Zukunft verwechseln.
Frage aus dem Publikum (00:16:56)
Ein blinder Ingenieur und Softwareentwickler widerspricht deutlich: Er fühle sich von dem Vortrag nicht abgeholt. Die Entscheidung, ob im Rathaus digitale Technik eingeführt wird, liege gar nicht in seiner Hand – er könne jahrelang anmahnen und über den Behindertenbeirat anschieben, entscheiden könne er es nicht. Bei KI sieht er zudem derzeit noch zu viele Nachteile für einen bedenkenlosen Einsatz; wo er Einfluss hat, will er Technik, die zuverlässig und privatsphärensensibel funktioniert.
Stefan Wilkes Antwort: Er gibt beim Einfluss auf Entscheidungsträger recht – dort komme immer das Argument Geld. Einfluss habe man aber dort, wo man eine funktionierende Lösung für sich gefunden hat: sie sichtbar machen, weitererzählen und mit Beispielen belegen, wo es bereits läuft. Sein Anliegen sei nicht das Allheilmittel, sondern der Fokuswechsel – von dem, was nicht geht, hin zu „probiert das mal aus".

Kontakt und Links

Über die SightCity
Die SightCity ist Europas größte Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Mehr Informationen: www.sightcity.net

SightCity Kontakt (Allgemein)
E-Mail: info@sightcity.net
Website: https://www.sightcity.net
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Transkript

herzlich willkommen zum Mitschnitt des Forums vom 27.05.2026 Warum Licht anschalten wenn es auch Kerzen gibt zwischen digitaler Barrierefreiheit und analoger Beharrung Referent Stefan Wilke viel Spaß mit dem Vortrag ja einen wunderschönen guten Tag ja ich danke für das Interesse für diesen etwas abenteuerlichen Titel warum Licht machen wenn es auch Kerzen gibt kurz zu mir ich bin Geschäftsführer der Quickstep GmbH wir sind hier auf der Messe in der zweiten Etage und das Thema beschäftigt uns sehr lange und zwar nicht weil wir provozieren wollen sondern weil uns einfach die Frage beschäftigt was hindert uns dran wenn wir außerhalb von Gebäuden sind Google Maps und andere Dinge zu benutzen und innerhalb vom Gebäude in alte Muster zu verfallen obwohl es ja auch Lösungen gibt also welches Phänomen steckt dahinter dass wir uns so schwer tun das irgendwie in Einklang zu bringen jetzt mach mal weiter Manuel bitte danke ja das Grundproblem ist also die Frage warum wenn es was Neues gibt warum bleiben wir weiter bei der Kerze ja ja und ein Phänomen ist dass es halt was mit Gewohnheit zu tun hat ja ja ja weil wir letztendlich auf das was wir jetzt die ganze Zeit genutzt haben dem vertrauen wir erstmal ja und man grundsätzlich Neuem erst mal ein bisschen kritisch gegenübersteht in der Regel weil man es noch nicht ausprobiert hat ja und in der Forschung gibt es dazu verschiedene Phänomene ja so hier ist jetzt diese erste Grafik wo sie eigentlich genau sehen okay draußen verhalten wir uns anders als wir uns im Gebäude verhalten ja und eines der Phänomene das dann auftritt ist erst mal weil es neu ist es ist einfach neu kennen wir nicht ja so ja und das nächste Phänomen ist ja ja wir bleiben einfach bei dem weil wir das kennen obwohl es einfach bessere verfügbare Geschichten gibt und ein ganz entscheidender Punkt ist der Kontrollverlust in dem was wir bislang gemacht haben kennen wir uns aus also ja wir sind gewohnt wenn wir mal was gefunden haben in Gebäuden taktile Leitsysteme zu nutzen wir stauben gerne wir stauben gerne Türschilder ab um zu gucken ob da Punktschrift hängt und und wenn wir lebende Menschen haben fragen wir die auch ja ja und wir tun dann so wenn wir das nicht machen dass wir Kompetenz verlieren würden also wir wir verlagern das Problem oder das Phänomen auf uns selber anstatt zu akzeptieren okay es könnte ja eine Lösung sein oder es könnte ein Gewinn sein ja ja und diese Gewohnheit sagt natürlich auch dass wir ins Bewertungssystem kommen und sagen okay ja das kennen wir das fühlt sich einfacher an haben wir immer schon so gemacht und auch wenn es wenn es nachweislich ineffizient ist ja also ein Beispiel wenn ich nicht weiß wo ein taktiles System ist oder wo ich ein taktiles Modell habe dann hilft mir das nichts weil ich muss es ja erst mal finden ja okay so ja dann kommt die die spannende Frage was haben wir wenn wir das jetzt von dem allgemeinen Phänomen auf Blindheit und Sehbehinderung übertragen gibt es noch ein paar Phänomene dass analoge Techniken letztendlich ein erlernter Teil des Selbstwertkonzepts sind das haben wir gelernt wir haben auch Training in Orientierung Mobilität gehabt wir wissen wie wir mit dem Stock umgehen wir wissen wie wir mit dem taktilen Leitsystem umgehen und wir wissen wie man Blindenschrift an Schildern liest und so weiter und so fort ja und dann kann natürlich die Angst entstehen dass wir sagen okay wenn ich das jetzt aufgebe wobei die Frage ist muss ich das komplett aufgeben ja verliere ich meine Identität ja also wenn ich auf einmal nur noch mit Mobilgerät oder mit digitalen Lösungen herumrenne ja und dann ist so eine Geschichte Misstrauen gegenüber Technik ja also das Misstrauen äußert sich oft ah die alten Leute können das nicht nutzen ja wobei es Zahlen gibt dass 68 Prozent der über 75-Jährigen mobiles Gerät benutzen ja und das heißt wir reden uns ein oder suchen nach Argumenten dass wir das letztendlich das letztendlich wir das nicht einsetzen wollen aber es gibt eigentlich keine faktischen Gründe ne ja ja und dann ist es so dass wir denken dass barrierefreie Lösungen was auch zum Teil stimmt dass digitale Lösungen letztendlich auch oft das Problem haben dass sie schlecht konzipiert sind ja und dass dass sie nicht ausgereift sind dass sie nicht richtig funktionieren dass sie schlecht erklärt sind ja und dann sagen wir okay bevor ich mir jetzt hier das Theater mache dass ich einfach dass ich hier nicht klarkomme weil irgendwas nicht geht bleibe ich lieber bei dem was ich habe mach mal weiter Manuel da sind jetzt mal die Phänomene noch mal aufgezeigt die ich Ihnen gesagt habe ja und dann gibt es einen ganz entscheidenden Punkt dass wir eine symbolische Sichtbarkeit haben bei Blindheit und Sehbehinderung das Taktile sieht man das Digitale sieht man nicht ja und das wird auch politisch oft sehr eingesetzt und sagt man na ja wir haben ja was gemacht hier habt ihr Linien oder hier habt ihr Türschilder oder hier habt ihr was anderes ja taktile Modelle das heißt dieser Punkt dass es nicht sichtbar ist sorgt auch für ne Unsicherheit also aus politischer Perspektive oder auch aus dieser Image- Geschichte wobei wenn wir wieder wenn wir wieder überlegen draußen interessiert das überhaupt nicht ja weil wir sie da ja nutzen ja das heißt wenn wir in diese andere Perspektive gehen dann kommen da ganz andere Dinge raus dann haben wir einen moralischen Aspekt wenn sie engagierte Leute haben ja dann betrachten die sich als Teil der Lösung ja also ich habe dafür gesorgt dass hier ein taktiles Leitsystem oder dass hier Türschilder mit Brailleschrift angebracht worden sind aber sie hinterfragen die Ansätze den Lösungsansatz einfach nicht kritisch da ist das klassische Beispiel stellen sie sich vor Sie wären für die Barrierefreiheit in einem Rathaus zuständig und jede Zielgruppe ja mobilitätseingeschränkt kognitiv eingeschränkt visuell eingeschränkt legt Ihnen die Sachen auf den Tisch die Sie umsetzen sollen nach der Norm da werden Sie wahnsinnig da werden Sie keine Lösung finden ja und dann entscheidet er sich einfach für das was er für für sich am sinnvollsten hält und dann ist es meistens nicht das effizienteste ja ja ja und dann gibt es noch dieses Phänomen dass wir immer denken Technik wäre ein Zusatz und nicht der Ersatz ja also digitale Lösungen werden immer als Ergänzung betrachtet ja aber digitale Lösung ist Infrastruktur die man nur nicht sieht ja das ist der Punkt also das heißt wir fangen an die Systeme gegeneinander auszuspielen ja taktil gegen digital so anstatt zu sagen okay ich kann beides nutzen also ich kann Kerze nutzen und ich kann Licht anmachen und habe aber das Ziel muss sein eine digitale Infrastruktur die funktioniert und zwar zu jeder Zeit mit jeder Art von Technik mit jeder Einschränkung ja ja okay so jetzt haben wir uns mal die Punkte angeguckt ja warum es nicht funktioniert und jetzt ist die Frage wie kommen wir denn an den Punkt dass es besser werden kann ja ja ja genau ja das ist das Kernproblem ja also wir haben im Endeffekt der Kernwiderspruch im Phänomen liegt darin wir haben eine doppelte Haltung ja wir wollen auf der einen Seite Innovation gefördert haben und aber gleichzeitig wollen wir bei alten Systemen bleiben das ist praktisch schwierig umzusetzen ja und wir Menschen halten dann an Kerzen fest wenn sie nicht sicher sind ob das Licht auch zuverlässig weiter funktioniert wenn Sie es jetzt wieder auf meinen Titel übertragen und wenn Sie es dann weiterdenken dann ist nicht die Technik also es geht hier nicht um Technikfeindlichkeit also digitale Leitsysteme oder andere Geschichten das wollen wir nicht oder sind doof oder die können nichts ja zugegebenermaßen es gibt Dinge da ist immer Luft nach oben mit der Entwicklung aber sie gibt es halt und wir werden es auch nicht aufhalten können ja wie es mit den KI-Tools ja auch ist aber es geht hier nicht um Technikfeindlichkeit sondern diese Technikfeindlichkeit die bremst nicht den Fortschritt sondern wir haben diesen menschlichen Reflex dass wir Vertrautheit und Verlässlichkeit das verwechseln wir ja das ist ja also das heißt übersetzt wieder mit meinen Kerzen wer lange mit Kerzen gelebt hat hält nicht jede Lichtquelle für eine Verbesserung nur weil sie heller ist da liegt dieses Kernproblem und dieses Phänomen erleben wir in ganz vielen Bereichen ob das jetzt explizit Blindheit und Sehbehinderung oder andere Bereiche sind das ist egal ja ja also um bei der Kerze zu bleiben das Problem ist nicht das fehlende Licht ja das Problem ist das flackernde Stromnetz also nicht nur der Technikmangel sondern Mangel der Alltagstauglichkeit digitale Lösungen funktionieren halt oft nicht richtig und das fehlende Vertrauen verhindert den Umstieg ja mir geht das auch so wenn ich von meinen Mitarbeitern ein neues Tool bekomme und ich muss lange darüber nachdenken oder wenn wenn Sie was anderes kaufen und Sie haben eine Gebrauchsanweisung von 40 Seiten dann legen Sie die auch weg tippe ich mal ja dann stimmt in der Entwicklung irgendwas nicht ja so und wie kommen wir jetzt dazu dass wir sagen wir bringen Licht und Kerze zusammen indem wir sagen okay wir alle hier im Raum oder auf dieser ganzen Messe ja wir kommen immer aus der Rolle des Betroffenen ja aber im Grunde genommen sind wir die Experten ja wenn man es uns gut erklärt wenn man es uns gut erklärt wenn man uns Lösungen anbietet ja wir prüfen die Geschichten also das heißt wenn wir im ersten Schritt mal davon wegkommen und mal aufhören zu erzählen was alles nicht funktioniert ja ja sondern mal die Energie darauf legen was es eigentlich alles gibt und das zu prüfen und das zu verbessern ja und nicht immer nur Mängel zu melden ja ja und dann daran weiterzuentwickeln und vielleicht auch mal sagen hey das ist ja mal gelungen ja ich hätt noch die Idee ja das heißt wir müssen uns dran beteiligen dass es besser wird dass wir das gelingen benennen und dass wir vor allen Dingen die Nutzbarkeit sichtbar machen ja ja ja überlegen Sie mal bei sich selber wenn Sie in sozialen Medien sind in den Foren ja ja ich bin gleich fertig ja ja schaff ich schaff ich ja also noch mal fangen wir mal an überlegen Sie mal in sozialen Medien wenn wir in unserer Zielgruppe unterwegs sind wie oft stoßen Sie auf Lösungen wie oft stoßen Sie nur drauf hier gibt es einen Mangel hier gibt es eine Meldestelle hier gibt es eine Beratungsstelle das funktioniert nicht das funktioniert nicht das funktioniert nicht ja und warum drehen wir das nicht um warum ja wir können es doch wir wissen doch was wir brauchen wir wissen doch auch was geht ja und die Leute die Dinge entwickeln entweder aus der eigenen Betroffenheit oder die einfach aus einer anderen Ecke kommen und die können das ja also das heißt sie sind ja froh wenn wenn wir testen wenn wir sagen ja in deiner Gebrauchsanweisung stimmt was nicht der Weg funktioniert nicht richtig oder die Information kommt nicht oder der QR-Code funktioniert nicht richtig ja ja okay also ich fasse mal zusammen ja die Phänomene sind dass sie zum einen Teil bei uns liegen dass sie zum anderen was mit Gewohnheit zu tun haben dass wir letztendlich auch auf Dinge stoßen die die technisch nicht ganz sauber ausgearbeitet sind dass es auch was mit Symbolcharakter zu tun hat und ja und dass wenn wir unsere Rolle verändern indem wir sagen okay wir hören mal auf immer uns über die Mängel zu unterhalten sondern wir machen aktiv mit dann passt es und vor allen Dingen wenn wir akzeptieren dass Kerze neben Licht immer eine Daseinsberechtigung hat ja ja ja und der Punkt ist dass man nicht sagen muss das geht nicht sondern die Idee ist dass man sagen muss das muss so sein damit es trägt ja damit es auch funktioniert also nicht den Satz abbrechen das geht nicht sondern sagen ja wie kann es denn gehen ja und wenn wir es nämlich verstehen also wenn es für uns barrierefrei ist ja dann ist es für viele andere auch barrierefrei so jetzt habe ich noch zwei Sachen zum Schluss bin ein wenig in die Hetze gekommen zum Schluss möchte ich noch sagen ich persönlich bin nicht gegen Kerzen ja ich bin nur gegen die Gewohnheit dass wir die Kerze für die Zukunft halten ja ja also das heißt bleiben sie offen bleiben sie interessiert und sagen Sie aber auch wenn das was man Ihnen anbietet für Sie zu kompliziert ist aber dann sagen Sie wie Sie es gerne hätten ja ja ja die analogen Hilfen brauchen wir die sind auch sinnvoll aber dort wo man digital was machen kann weil es sinnvoll und alltagstauglich möglich ist darf sie ruhig neben der Kerze auch funktionieren also soll keine Ausnahme bleiben sondern sie muss halt zum Standard werden und diesem Standard können wir uns nicht entziehen es funktioniert nicht ja ja ja und jetzt ein Satz auch zum Schluss wir müssen nicht nur mehr fordern ja das ist das eine wir müssen mithelfen den Schalter erklärbar zu machen ja also das was wir wollen auch erklärbar machen ja ja wenn wir Innovation wollen dann müssen wir den Umstieg möglich machen wer Teilhabe will muss vertrauen bauen und wer Inklusion Ernst meint darf letztendlich Vertrautheit nicht mit Zukunft verwechseln das ist der Punkt ja danke so ich hoffe Sie konnten mir einigermaßen folgen ich bin ja ein wenig in Zeitdruck geraten und alles gut darf ich noch fragen ob es Fragen gibt ja genau hier hier gibt es eine Frage ich gebe das Mikro mal weiter mein Name ist Heiko ich bin betroffen ich bin blind und ich bin ich fühle mich gar nicht abgeholt von Ihrem Vortrag also ich verstehe was Sie sagen wollen dass wir mehr auf Digitales setzen sollen draußen wie drinnen das ist mir alles klar nur das liegt ja aus meiner Sicht gar nicht in unserer Hand ich kann nicht bestimmen dass bei uns im Rathaus irgendwie digitale Technik eingeführt werden soll ich kann das jahrelang anmahnen ich kann versuchen über den Behindertenbeirat etc. die Dinge anzuschieben aber ich kann es nicht entscheiden das heißt ich muss mit den Sachen zunächst leben die dort sind und wenn es ums Thema KI geht beispielsweise für mich ich bin auch Ingenieur und Softwareentwickler für mich haben diese KI-Ansätze momentan noch zu viele Nachteile so dass ich die nicht bedenkenlos einsetzen möchte also gerade momentan sind mir häufig noch die analogen sagen wir mal älteren Lösungen lieber weil bekannt so wie sie auch gesagt haben und ich bin gern bereit auch an neuen Sachen mitzuarbeiten sie können sich vorstellen als Ingenieur will man sowieso immer mit neuen Sachen rumspielen aber wie gesagt an den entscheidenden Stellen kann ich es nicht beeinflussen und wo ich es beeinflussen kann will ich eine Technik haben die zuverlässig und Privatsphäre sensibel funktioniert ja okay zu Punkt zwei das lasse ich jetzt mal aus mit den KI-Geschichten zu Punkt eins wenn Sie weiterhin Interesse haben und sich mit Lösungen auseinandersetzen gebe ich Ihnen so weit recht dass wir wenig Einfluss haben oder erst mal so kein Einfluss auf Entscheidungsträger weil ja immer das Argument Geld oder andere Geschichten kommen wo wir aber Einfluss haben ist wenn Sie eine Lösung für sich gefunden haben die funktioniert diese laufend in die Welt zu setzen und diese auch laufend anderen Leuten zu erzählen und dann irgendwann auch mit anderen Beispielen wo das schon eingesetzt wird kann man immer wieder sagen okay hier guck da läuft es doch also das ist der Weg den ich meine meine Idee war jetzt nicht zu sagen ich bin jetzt hier mit dem Allheilmittel ausgestattet und wenn wir hier rausgehen dann geht jedes Rathaus hin und baut seine Bude um nein das nicht es geht darum dass wir aus unserer eigenen Initiative raus mit Lösungen mit denen wir gut umgehen können und die vielleicht für andere auch interessant sind dass wir damit mehr also dass wir den Fokus kippen von dem was nicht geht hin zu sagen hier probiert das mal aus wir hoffen der Vortrag hat Ihnen gefallen mehr Informationen finden Sie unter sightcity.net/F031007 vielen Dank und bis zur nächsten SightCity bis dann